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Hier finden Sie Meldungen, die von der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. regelmäßig in der Deutschen Zeitschrift für Onkologie veröffentlicht wurden.

Im Gegensatz zu den FAQ für Patienten werden hier vor allem medizinische Fachbegriffe verwendet. Daher bitte für die Suche vor allem Fachbegriffe verwenden.



Bewegung


  • Sport ist bei Krebs ist mindestens so wichtig wie ein Krebsmedikament

    Mehrere großangelegte prospektive Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität Tumorpatienten vor Rezidiven schützt, darunter Daten der Nurses’ Health Study (Holmes / JAMA 2005) So wurden 2 987 Frauen mit der Diagnose Brustkrebs bis zu 18 Jahre lang nachbeobachtet. Circa eine Stunde schnelles Gehen pro Woche reduzierte im Vergleich zu Frauen mit weniger Bewegung das Rezidivrisiko um 20 Prozent, bei zwei bis drei Stunden wöchentlich betrug die Risikoreduktion 40 und bei mehr als drei Stunden 50 Prozent – allerdings nur bei Frauen mit hormonrezeptorpositiven Tumoren. Eine zehnjährige Nachbeobachtung von 573 Frauen mit kolorektalen Karzinomen aus derselben Studienpopulation ergab, dass bei regelmäßiger Bewegung (sechs Stunden Gehen pro Woche) die Gesamtmortalität um 43 und die spezifische Mortalität um 39 Prozent niedriger war als bei Frauen, die sich weniger als eine Stunde pro Woche bewegten (Meyerhardt / Journal of Clinical Oncology 2006)

    Gründe dafür könnten sein, dass bei postmenopausalen Frauen, die körperlich aktiv seien, möglicherweise durch die Reduktion von Körperfett geringere Konzentrationen von Östrogenvorstufen (die in der Postmenopause v.a. aus dem Fettgewebe gebildet werden) freigesetzt werden als bei Frauen mit wenig Bewegung. Außerdem können ER-Rezeptoren auch durch Wachstumsfaktoren wie z.B. Insulin-like-growth-factor (IGF) aktiviert werden. Deren Konzentration jedoch sinkt bei moderatem Ausdauertraining von beispielsweise 150 Minuten pro Woche signifikant, wie eine in diesem Jahr publizierte Studie mit Brustkrebsüberlebenden ergab (Levin et al. / Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 2009).

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  • Sport verdoppelt Überlebenschancen bei Darmkrebs

    Dass Frauen, die sich viel körperlich bewegen, nur halb so häufig an der Brustkrebs-Diagnose versterben, haben neuere Studien klar gezeigt. Doch offenbar kann moderater Sport auch die Überlebenschancen von Männern mit Darmkrebs verbessern, berichten jetzt US-Forscher aus Boston (Meyerhardt et al. / Arch Intern Med 2009).

    Dabei wurde der Krankheitsverlauf bei knapp 670 Männern ohne Metastasen aus der Health Professionals Studie anhand eines Follow-Ups über eine Zeit von im Mittel 8,6 Jahren analysiert. Außerdem wurde mithilfe von Fragebögen bestimmt, wie viel Sport die Männer nach der Krebsdiagnose durchführten. Daraus ermittelten die Forscher das metabolische Äquivalent (MET). Ein MET entspricht dabei dem Energieverbrauch von einer Kilokalorie je Kilogramm Körpergewicht pro Stunde.

    Das Ergebnis: Von den Männern ohne jegliche körperliche Aktivität (weniger als 3 MET-Stunden pro Woche) starben etwa 17 Prozent an Darmkrebs, von den Männern mit mehr als 27 MET-Stunden pro Woche waren es dagegen nur 9 Prozent. 27 MET-Stunden entsprechen dabei etwa vier bis fünf Stunden gemütlich Radeln oder Schwimmen in der Woche. Wurden Faktoren wie Tumorstadium, Alter und Krankheitsdauer berücksichtig, so war bei den sportlich Aktiven die tumorbedingte Sterberate um 53 Prozent reduziert, und die Gesamtsterberate war um 41 Prozent niedriger als bei den trägen Darmkrebskranken.

    Auch hier vermuten die Forscher ebenso wie bei Brustkrebs, dass kolorektale Tumore insulinabhängig wachsen. Sport reduziert dabei offenbar die Insulinkonzentration und damit auch potentielle Wachstumsfaktoren wie z.B. den Insulin-like-growth-factor (IGF) im Gewebe.

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Brustkrebs


  • Akupunktur lindert Nebenwirkungen der antihormonellen Therapie

    Die antihormonelle Therapie, bei Brustkrebs löst bei vielen Patientinnen Wechseljahrsbeschwerden aus, die durch Antidepressiva behandelt werden. Häufig kommt es jedoch unter einer antidepressiven Therapie zu sog. vasomotorischen Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Appetitverlust, Nausea und Obstipation, die für viele Patientinnen eine zusätzliche Einschränkung der Lebensqualität bedeuten.

    Eine amerikanische Forschergruppe suchte nach einer Alternative und randomisierte dazu 50 Brustkrebs-Patientinnen (Walker et al. / Journal of Clinical Oncology 2009): Dabei wurde bei 25 Patientinnen statt einer antidepressiven Therapie mit Venlafaxin eine Akupunktur (2 Sitzungen in den ersten vier Wochen, danach einmal wöchentlich) durchgeführt; die anderen 25 Frauen erhielten Venlafaxin.

    Nach zwölf Wochen wurden beide Therapien beendet. Parallel zu dieser Behandlung und auch in den nachfolgenden drei Monaten führten die Patientinnen ein Tagebuch, in welchem sie Angaben zum Befinden und dem Schweregrad der Nebenwirkungen des Östrogenentzugs und die vasomotorischen Beschwerden notierten.

    Ergebnis: Beide Therapien erwiesen sich als gleichwertig. Die Hitzewallungen und auch die depressiven Verstimmungen gingen um etwa 50 Prozent zurück. Viele Frauen empfanden die Akupunktur als die angenehmere Therapie, zumal ihnen die Nebenwirkungen der Antidepressiva-Therapie erspart blieben. Außerdem berichteten die Frauen bei der Akupunktur von positiven Begleiteffekten. Sie betrafen den Erhalt der Libido und der Lebensenergie sowie eine Klarheit im Denken und ein allgemeines Wohlgefühl.

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  • Antidepressivum vermindert die Wirksamkeit von Tamoxifen

    Werden Brustkrebs-Patientinnen gleichzeitig mit Tamoxifen und dem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Paroxetin behandelt, haben sie ein erhöhtes Sterberisiko. Dies haben kanadische Forscher anhand von 2430 Patientinnen in einer Kohortenstudie über einen Zeitraum von 12 Jahren analysiert (Andersohn et al. / BMJ 2010). Alle Frauen waren mit Tamoxifen behandelt worden; etwa jede dritte Frau erhielt zusätzlich ein Antidepressivum, die meisten davon Paroxetin. Dabei zeigte sich für die Kombination aus Tamoxifen und Paroxetin - aber für keinen anderen SSRI - ein erhöhtes Sterberisiko. Wurde zum Beispiel Paroxetin 41 Prozent der Zeit der Tamoxifen-Therapie eingenommen, dann gab es binnen fünf Jahren pro 20 Patientinnen einen zusätzlichen Brustkrebs-Todesfall. Dauerte die Paroxetin-Einnahme noch länger, steigt auch das Todesrisiko.

    Die Interaktion erklären sich die Forscher folgendermaßen: Um zu wirken, muss Tamoxifen in der Leber durch Enzyme des Cytochrom-P450-Systems in den aktiven Metaboliten Endoxifen umgewandelt werden. Dieser Prozess wird durch Paroxetin gestört, so dass die Wirksamkeit von Tamoxifen herabgesetzt wird.

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  • Aromatasehemmer nicht unbedenklich: Mehr kardiovaskuläre Komplikationen unter Letrozol

    Da in größeren Studien vermehrt Hinweise gefunden wurden, dass unter der Einnahme von Aromatasehemmern kardiovaskuläre Ereignisse zunehmen, wurde nun im Rahmen einer Sicherheitsstudie das Auftreten dieser Nebenwirkungen schwerpunktmäßig an 7963 Frauen untersucht (Mouridsen / J Clin Oncol 2007). Ergebnis: Nach durchschnittlich 30 Monaten waren unter den beiden Medikationen kardiovaskuläre Ereignisse vergleichbar häufig mit 4,8% unter Letrozol und 4,7% unter Tamoxifen. Schwere Ereignisse vom Grad 3-5 waren aber unter Letrozol häufiger (2,4% vs. 1,4%), was nur bedingt auf eine bestehende Hypercholesterinämie zurückzuführen war. Unter Tamoxifen hingegen wurde eine Zunahme thrombembolischer Ereignisse beobachtet.

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  • Ballaststoffe reduzieren das Brustkrebsrisiko

    Praemenopausale Frauen können ihr Brustkrebsrisiko offensichtlich durch Zufuhr von Ballaststoffen halbieren. So konnten Forscher der University of Leeds nachweisen, dass Frauen, die 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag zu sich nahmen, nur ein halb so großes Risiko aufwiesen, an Brustkrebs zu erkranken, wie Teilnehmerinnen, die weniger als 20 Gramm aßen.

    Für diese Langzeitstudie (Cade / Int J Epidemiology 2007) wurden die Daten von 35.000 Frauen zwischen 35 und 69 Jahren ausgewertet. Die Essgewohnheiten und die Gesundheit der Teilnehmerinnen wurden insgesamt sieben Jahre lang beobachtet.

    Den schützenden Effekt durch Ballaststoffe konnte das Forscherteam nur für die Frauen zeigen, die die Wechseljahre noch vor sich hatten. Grund dafür, dass dieser Effekt bei Frauen nach den Wechseljahren nicht auftritt, könnte sein, dass Ballaststoffe die Art und Weise beeinflussen, wie der Körper das Hormon Östrogen verarbeitet und reguliert. Außerdem hatten die älteren Frauen, die Brustkrebs bekommen hatten, meist einen hohen Body-Mass-Index, was ein Hinweis sein könnte, dass der Risikofaktor Körpergewicht offensichtlich eine größere Rolle für die Krebsentstehung bei postmenopausalen Frauen als die Schutzwirkung der Ballaststoffe hat, so die Autoren.

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  • Beta-Blocker verhindern die Bildung von Metastasen bei Brustkrebs

    Beta-Blocker können möglicherweise die Bildung von Metastasen bei Brustkrebs vermindern und somit die Überlebensrate verbessern. Dies berichteten Forscher der Universität Nottingham und deutsche Forscher um Prof. Dr. Frank Entschladen von der Universität Witten/Herdecke auf der siebten Europäischen Brustkrebskonferenz (EBCC7) in Barcelona (European Journal of Cancer Supplements 2010).

    Die Forscher analysierten die Krankheitsdaten von Patientinnen mit verschiedenen Arten von Brustkrebs und teilten diese in drei Gruppen ein: Eine Gruppe, die aufgrund von Bluthochdruck bereits mit Betablockern behandelt wurde, eine zweite, deren Hypertonie mit anderen Wirkstoffen behandelt wurde, und eine dritte mit Normotonen ohne jegliche Antihypertonikatherapie.

    Von insgesamt 466 Patientinnen nahmen 43 Betablocker ein. In dieser Gruppe bildeten sich deutlich weniger Fernmetastasen und lokale Rezidive aus. Insgesamt hatten diese Patientinnen im Vergleich mit den anderen Teilnehmerinnen der Studie ein um 71 Prozent reduziertes Risiko, an Brustkrebs zu sterben.

    Dass Beta-Blocker quasi antitumoral wirken, interpretiert Prof. Entschladen wie folgt: „Tumorzellen können besonders dann gut und schnell wachsen und metastasieren, wenn viele Stresshormone im Körper unterwegs sind. Beta-Blocker verhindern, dass diese Hormone an Tumorzellen andocken.“

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  • Brustdichte als Risikofaktor für ein Rezidiv

    Zahlreiche Daten belegen, dass die durch Mammografie bestimmte Dichte des Brustgewebes eine Rolle bei der Entstehung eines Tumors spielt. Eine kanadische Studie ging nun der Frage nach, ob die Brustdichte auch einen Einfluss auf die Rezidivgefahr hat (Cil T et al. / Cancer 2009).

    Hierfür wurden die Akten von 335 Patientinnen retrospektiv ausgewertet, für die eine Mammographie aus der Zeit vor der Behandlung verfügbar war. Alle Frauen hatten sich wegen eines invasiven Tumors brusterhaltend operieren lassen. Die Patientinnen wurden nach der Wolfe-Klassifikation für mammographische Dichte in drei Kategorien eingeteilt: niedrig ( 50 %). Die Frauen in der Gruppe mit hoher mammographischer Dichte hatten ein erheblich größeres Risiko für ein Lokalrezidiv im Vergleich zu jenen Frauen mit dem am wenigsten dichten Brustgewebe: Das errechnete 10-Jahres-Risiko betrug 21 % gegenüber 5 %. Der Unterschied in den Rezidivraten zwischen diesen beiden Gruppen war nach zehn Jahren für Frauen, die keine Radiotherapie erhalten hatten, noch stärker (40 % vs. 0 %).

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  • Eine hohe glykämische Last erhöht das Brustkrebsrisiko

    Erhöht eine ballaststoffarme Ernährung mit leicht aufschließbaren Kohlehydraten das Brustkrebsrisiko? Diese Fragestellung wurde im Rahmen einer Kohortenstudie an 61.433 Frauen aus der Region Uppsala in Schweden untersucht (Larsson C / International Journal of Cancer 2009), die in den Jahren 1987/1990 zusammen mit der Einladung zur Brustkrebsfrüherkennung auch einen Fragebogen zu ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten erhielten. Ergebnis der Auswertung: ein hoher glykämischer Index und eine hohe glykämische Last waren in den Folgejahren (17,4 Jahre Nachbeobachtung) mit dem vermehrten Auftreten von östrogenrezeptor-positiven Tumoren assoziiert. Das Fünftel der Frauen mit der höchsten glykämischen Last erkrankte dabei zu 81 Prozent häufiger. Für die Autoren blieb allerdings unklar, warum der Effekt in dieser Studie auf ER+/PR-Tumoren beschränkt war.

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  • Leberenzym beeinflusst Tamoxifen-Effekt

    Das beim hormonrezeptorpositiven Mammakarzinom eingesetzte Tamoxifen entfaltet seine Wirkung über die Metaboliten 4-Hydroxy-Tamoxifen und Endoxifen, die durch das Cytochrom-P450-Isoenzym 2D6 (CYP2D6) gebildet werden. Bekannt ist, dass CYP2D6-Polymorphismen den Behandlungseffekt beeinflussen können. Dieser Zusammenhang wurde nun mit Daten aus US-amerikanischen und deutschen Kohorten untersucht (Schroth et al. / J Am Med Ass 2009).

    1.325 Studienpatientinnen waren zwischen 1986 und 2005 an einem hormonrezeptorpositiven Mammakarzinom der Stadien I–III erkrankt. Aus Tumorgewebe oder Blut wurde das CYP2D6-Gen typisiert (Varianten mit reduzierten Allelen oder fehlender Enzymaktivität). Anhand der Genotypen unterschieden die Forscher Frauen mit ausgeprägter (n = 609, Gruppe 1), heterozygot hoher/ intermediärer (n = 637, Gruppe 2) und geringer CYP2D6-Aktivität (n = 79, Gruppe 3) und korrelierten dies mit der Zeit bis zum Rezidiv, ereignisfreiem, krankheitsfreiem und Gesamtüberleben. Der mediane Follow-up lag bei 6,3 Jahren.

    Nach neun Jahren unterschieden sich die Rezidivraten in Abhängigkeit von der Enzymaktivität signifikant – Gruppe 1: 14,9 %, Gruppe 2: 20,9 % und Gruppe 3: 29,0 %. Im Vergleich zu den Patientinnen in Gruppe 1 erhöhte sich das Rezidivrisiko binnen neun Jahren damit für Gruppe 2 signifikant um 40 %, für Gruppe 3 um 90 %. Die Gesamtmortalität lag in den drei Gruppen bei 16,7 %, 18,0 % und 22,8 %. Im Vergleich zur Gruppe 1 ergab sich eine signifikante Verschlechterung des ereignisfreien und krankheitsfreien Überlebens für die Gruppen 2 und 3. Bezüglich des Gesamtüberlebens war aber kein signifikanter Unterschied auszumachen.

    Fazit: Für die Langzeitwirkung von Tamoxifen bei rezeptorpositivem Mammakarzinom spielt der CYP2D6-Genotyp eine Rolle. Eine geringe Aktivität des Enzyms verschlechterte die Prognose. Umgekehrt wiesen Patientinnen mit hoher Enzymaktivtät ein ähnlich gutes Ergebnis auf wie Kollektive in Aromatasehemmer-Studien.

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  • Lignane senken das Risiko für Brustkrebs

    Lignane sind in Getreide, Samen, Gemüse und Obst enthalten und zählen zu den von Europäern am häufigsten verzehrten Phytohormonen. Schwedische Forscher haben im Rahmen einer Mammographie-Studie über 50.000 Frauen nach ihren Essgewohnheiten befragt und anhand des Verzehrs von Getreide, Gemüse und Obst die aufgenommene Menge an Lignanen geschätzt (Suzuki R / British Journal of Cancer 2008). Über einen Zeitraum von acht Jahren wurde beobachtet, wie häufig Brustkrebs auftrat. Das Ergebnis: Frauen nach der Menopause, deren Kost viele Lignane enthält, erkranken um 17 Prozent seltener an Brustkrebs als Frauen, bei denen nur wenig lignanhaltige Lebensmittel verzehrt werden. Auffällig war, dass sich der Schutz durch Lignane bei den Frauen besonders deutlich zeigte, die nach der Menopause regelmäßig Hormone einnahmen. Auch bei Teilnehmerinnen, die gelegentlich Wechseljahrshormone einnahmen, verringerte sich durch eine höhere Lignanaufnahme das Brustkrebsrisiko leicht. Bei Frauen, die noch nie solche Hormone geschluckt hatten, konnte jedoch keine Senkung des Brustkrebsrisikos durch Lignane beobachtet werden.

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  • Mistel verbessert die Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen

    Bei 352 Brustkrebspatientinnen wurde untersucht, inwieweit die gleichzeitige Misteltherapie während einer Chemotherapie Einfluss auf die Lebensqualität hat (Semiglazov / Anticancer Research 2006). Innerhalb eines randomisierten, plazebokontrollierten doppelblinden Studiendesigns erhielten die Patienten während einer Chemotherapie mit CMF entweder standardisierten wässrigen Mistelextrakt subkutan zweimal wöchentlich oder Plazebo. Bei allen eingesetzten Messparametern zur Einschätzung der Lebensqualität zeigten sich unter der Misteltherapie während und nach Abschluss der Chemotherapie deutlich bessere Werte. Insbesondere die unter CMF-Gabe sehr belastenden Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Übelkeit gingen unter gleichzeitiger Misteltherapie deutlich zurück. Abgesehen von leichten Lokalreaktionen an der Einstichstelle im Rahmen des erwünschten immunstimulierenden Effekts bei knapp 18 Prozent der Studienteilnehmerinnen wurde das Präparat gut vertragen.

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  • Neoadjuvante regionale Chemotherapie bei Mammakarzinom

    Im Rahmen der neoadjuvanten Behandlung von Mamma-Ca-Patientinnen hat eine deutsche Studie (Aigner / Cancer Therapy 2008) nun zeigen können, dass eine wirksame präoperative Tumorverkleinerung auch mithilfe einer sog. regionalen intraarteriellen Chemotherapie gelingt. Dabei erhielten 53 Patientinnen über ein arterielles Port-System 6 Zyklen einer Kombination aus Cisplatin, Adriamycin und Mitomycin.

    Klinische Ergebnisse: In sämtlichen Fällen konnte die Brust erhalten werden. Bei 26% der Patientinnen war bei der histologischen Untersuchung kein Tumorgewebe mehr nachweisbar, bei 48% war der Tumor stark verkleinert. Die Lokalrezidivrate betrug innerhalb einer 16-jährigen Nachbeobachtungsphase nur 17%. Und es lebten nach demselben Zeitraum noch 87% der Patientinnen. Die Behandlung wurde von den Patientinnen gut vertragen, wobei die meisten Patientinnen zwischen den Behandlungszyklen voll arbeitsfähig waren.

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  • Regionaler Lymphknotenbefall bei Nadelbiopsien häufiger

    Eine Untersuchung vom John-Wayne-Krebsinstitut in Kalifornien und renommierten Wissenschaftlern wurde in der Vergangenheit leider viel zu wenig beachtet, regt aber dazu an, die bisherige Praxis von Nadelbiopsien bei Brustkrebs neu zu überdenken (Nora M / Arch Surg. 2004).

    In dieser Studie mit insgesamt 676 Patientinnen (Durchschnittsalter 58 Jahre) wurde untersucht, ob die Nadelbiopsie die nachfolgende Ausbreitung von Tumorzellen in die Wächterlymphknoten beeinflusst. Dabei wurden 126 Patientinnen einer Feinnadel-Biopsie und 227 einer Dicknadel-Kernbiopsie unterzogen. 323 der Patientinnen hatte den Tumor durch Exzisionsbiopsie oder Lumpektomie im Ganzen entfernt bekommen.

    Ergebnis: Die Frauen, die eine Nadelbiopsie erhielten, waren einer um 50% höheren Wahrscheinlichkeit ausgesetzt, Krebs in den Wächterlymphknoten zu entwickeln, als die Frauen, deren Tumor chirurgisch per Exzision entfernt worden war.

    Die Autoren bemerken, dass evt. das mechanische Zerreißen des Tumors durch die Biopsiennadel ein Grund dafür sein könnte, dass es zu einer Verschleppung von Tumorzellen und zu einer Zunahme des Befalls der regionären Lymphknoten kommt.

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  • Spontanremissionen beim frühen Mammakarzinom sind eher möglich als bisher angenommen

    Spontanheilungen von Mammakarzinomen galten bisher als extrem seltene Ausnahme. Nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie (Per-Henrik Zahl / Archives of Internal Medicine 2008) mit fast 230.000 Teilnehmerinnen könnte jedoch jeder fünfte bei der Mammographie entdeckte Tumor nicht zur manifesten Krebserkrankung fortschreiten.

    Wissenschaftler um Per-Henrik Zahl vom Norwegian Institute of Public Health in Oslo wollten eigentlich herausfinden, ob Brustkrebs durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen frühzeitiger entdeckt wird. Sie verglichen die Anzahl der jährlich neu diagnostizierten Mammakarzinome in zwei Gruppen von Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren: Dabei wurde eine Gruppe von 109.784 Frauen im Zeitraum zwischen 1992 bis 1997 beobachtet und in diesem Zeitraum nur eine einzige Mammografie, nämlich am Schluss, durchgeführt (Kontrollgruppe). Die zweite Gruppe aus 119.472 Frauen wurde über den Zeitraum von 1996 bis 2001 beobachtet, wobei während dieser Zeit drei Mammografien durchgeführt wurden. Erwartungsgemäß war die Zahl der durch die regelmäßige Mammografie entdeckten Brusttumore höher. Doch am Ende hätte die Anzahl der Brustkrebsfälle eigentlich in beiden Gruppen annähernd gleich groß sein müssen – der einzige Unterschied hätte darin bestehen dürfen, dass die Erkrankungen in der Mammographie-Gruppe früher festgestellt wurden.

    Insgesamt fanden sich jedoch bei den regelmäßig mammographierten Frauen nach sechs Jahren 22 Prozent mehr Brusttumore als bei den Teilnehmerinnen, die nur einmal am Schluss mittels Mammographie untersucht wurden. So kamen auf 100.000 Frauen nach mehrfachem Screening 1.909 invasive Brustkrebserkrankungen statt 1.564 in der Kontrollgruppe. Die wahrscheinlichste Erklärung ist laut den Autoren die, dass es sich bei den „fehlenden“ Krebserkrankungen um Spontanremissionen kleinerer Tumoren handelt.

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  • Tamoxifen-Resistenz bei Mamma-Ca

    Die Resistenz von Tumorzellen auf eine antihormonelle Therapie stellt ein wichtiges Problem in der Brustkrebstherapie dar. Nun konnte erstmals ein weiterer Baustein gefunden werden, warum Brustkrebszellen nicht immer empfindlich auf eine antihormonelle Therapie mit Tamoxifen reagieren. Und zwar liegt dies laut einer Untersuchung von Forschern des Cambridge Research Institute am Wachstumsrezeptor ErbB2 und deren Aktivierung bzw. Deaktivierung durch ein bestimmtes Protein Pax2 (Hurtadol / Nature 2008). Ist Pax2 durch eine Mutation nicht in der Lage, ERbB2 zu deaktivieren, so ist die Krebszelle weiterhin ungehemmt Wachstumsimpulsen ausgesetzt, so dass Tamoxifen keine Wirksamkeit entfalten kann. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse zur Entwicklung eines Tests führen, mit denen eine Tamoxifen-Resistenz vorhergesagt werden könnte.

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  • Taxol bei Mehrzahl aller Brustkrebspatientinnen wirkungslos

    Eine Studie amerikanischer Wissenschaftler kam zu dem Schluss, dass das bekannte Chemotherapeutikum Taxol für die meisten betroffenen Frauen keinerlei Nutzen hat (Moore / New England Journal of Medicine 2007). Die von der Krebs- und Leukämie-Gruppe B (CALGB Cancer & Leukemia Group B) durchgeführte Studie nutzte modernste genetische Analysemittel um Daten zu analysieren, welche schon 1990 im Zuge einer klinischen Studie gesammelt worden sind. Dabei analysierten die Autoren gefrorene Tumorgewebeproben von 1500 Teilnehmerinnen der Studie von 1990 und führten Tests durch, mit deren Hilfe sie den genetischen Typ des jeweiligen Tumorgewebes identifizieren konnten. Dabei fanden sie große Unterschiede zwischen den Patientinnen die auf Taxol günstig reagierten, und denen, die keine positive Reaktion gezeigt hatten: So führte Taxol bei Frauen mit östrogenrezeptor-positiven und HER2-negativen Tumoren (etwa 80% aller an Brustkrebs Betroffenen) zu keinerlei Vorteil bezüglich ihrer Überlebenschancen. Bei Frauen, deren Krebs hingegen als HER2-positiv und ER-negativ eingestuft wurde, bewirkte Taxol immerhin eine mäßige Verbesserung ihrer Gesamtüberlebenschancen.

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  • Überlegenheit von FEC gegenüber CMF ohne HER2-Überexpression nicht nachgewiesen

    Im Rahmen der sog. MA.5-Studie (Pritchard / N Engl J Med, 2006) konnte gezeigt werden, dass Brustkrebs-Patientinnen mit Lymphknotenbefall nur dann von einer Chemotherapie nach dem FEC-Schema profitierten, wenn der HER2-Rezeptor überexprimiert war. Bei Frauen ohne HER2 Überexpression konnte kein Vorteil sowohl im rezidivfreien als auch im Gesamtüberleben durch eine zusätzliche Anthrazyklingabe erreicht werden. Hier war das CMF-Schema ebenso gut wirksam.

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  • Unwirksamkeit von Tamoxifen bei hoher EGFR-Expression?

    In einer Studie mit praemenopausalen Patientinnen, die an einer randomisierten placebokontrollierten Studie zur adjuvanten Tamoxifen-Therapie teilnahmen, wurde das Tumormaterial auf die EGFR-Expression hin untersucht (Giltnane / J Clin Oncol 2007). Damit versuchte man der Frage nachzugehen, ob sich der in Laborversuchen festgestellte „Cross-Talk“ zwischen EGFR und ER auch klinisch im Ansprechverhalten wiederspiegelt. Unter „Cross-Talk“ versteht man, dass die Signalwege von EGFR und ER reagieren und die Tumorzelle bei der medikamentösen Blockade des einen Rezeptors über den jeweils anderen Signalweg das Zellwachstum stimulieren kann. Das würde insbesondere die Beobachtung erklären, warum auch rezeptorpositive Tumore primär therapieresistent sein können.

    Das Ergebnis dieser Untersuchung: ER-positive, mit Tamoxifen behandelte Patientinnen mit niedriger EGFR-Expression profitierten von einer zweijährigen Tamoxifen-Einnahme signifikant im Vergleich zu Patientinnen mit hoher EGFR-Expression. Außerdem zeigte sich in der Placebogruppe ein Unterschied bezüglich des rückfallfreien Überlebens über 10 Jahre zwischen den Patienten mit niedriger EGFR-Expression (49%) und hoher EGFR-Expression (57%).

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  • Viel Soja nützt bei Brustkrebs

    Brustkrebspatientinnen können ihr Risiko, zu sterben oder erneut zu erkranken, wahrscheinlich verringern, indem sie Sojanahrungsmittel essen. Dies konnte in einer Studie von Forschern aus den USA und China an über 5042 Brustkrebs-Patientinnen gezeigt werden (Shu et al. / JAMA  2009), wobei die Forscher Daten aus der Shanghai Breast Cancer Survival Study, einer großen, bevölkerungsbasierten Studie in China untersuchten.

    Und zwar zeigte der Konsum von Sojanahrungsmitteln einen engen Zusammenhang zur Sterblichkeit und zur Rezidivneigung: Patientinnen, die am meisten Sojaprotein aufnahmen, hatten ein 29 Prozent niedrigeres Risiko, während der Studienperiode zu sterben, und ein um 32 Prozent geringeres Risiko, dass der Brustkrebs zurückkehrte, als die Betroffenen mit dem geringsten Sojakonsum. Nach vier Jahren war die Sterblichkeitsrate in der Quartile mit dem niedrigsten Konsum bei 10,3 Prozent, in der Quartile mit dem höchsten Konsum dagegen bei 7,4 Prozent. Die Rückfallrate lag bei 11,2 versus 8,0 Prozent.

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  • Yoga bessert Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen

    Im Rahmen einer Studie, an der 128 Brustkrebspatientinnen teilnahmen, wurde der Effekt von Yoga auf die Lebensqualität, die Stimmung und das Wohlbefinden untersucht (Moadel / J Clin Oncol 2007). Dabei besuchten 84 Frauen einen zwölfwöchigen Yoga-Kurs; eine Vergleichsgruppe von 44 Frauen wurde auf eine Warteliste für einen solchen Kurs gesetzt.

    Die Ergebnisse zeigen, dass die fernöstliche Meditation die Lebensqualität der Patientinnen verbesserte und auch ein stärkeres Wohlbefinden auf emotionaler, sozialer und spiritueller Ebene bewirkte. Die Frauen, die regelmäßig an den Yoga-Übungen teilnahmen, litten außerdem seltener unter Verzweiflung.

    Bemerkenswert ist allerdings, dass immerhin 31% der Frauen in der Yoga-Gruppe gar nicht an dem Kurs teilnahmen. Immerhin konnten bei diesen Patienten, die keine Compliance zeigten, folgende statistisch signifikante Parameter ermittelt werden: sie litten stärker unter Fatigue, nahmen häufiger eine Radiotherapie in Anspruch, waren im Durchschnitt jünger und bekamen eine antihormonelle Therapie.

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  • Zeitpunkt der adjuvanten Chemotherapie bei Brustkrebs

    Um herauszufinden, wann eine adjuvante Chemotherapie bei frühem Mammakarzinom beginnen sollte und ob eine Wartezeit von bis zu drei Monaten das Überleben verschlechtert, untersuchte eine retrospektive dänische Studie (Cold / Brit J Cancer, 2005). Hierzu wurden Daten von 7501 Frauen ausgewertet, die zwischen 1977 und 1999 eine Chemotherapie erhalten hatten. Die meisten der Patienten erhielten eine Chemotherapie nach dem CMF-Schema, nur 1084 Patienten erhielten eine Therapie mit Anthrazyklinen (FEC). Die Wartezeit bis zu Beginn der Chemotherapie wurde dabei in vier Gruppen unterteilt: 1 bis 3 Wochen, 4 Wochen, 5 Wochen und 6 bis 13 Wochen. Es zeigte sich, dass einer früher Beginn innerhalb der ersten drei Wochen keinen Überlebensvorteil bedeutet. Auch für Patientinnen mit einer schlechteren Prognose (wie befallene Lymphknoten, höhergradige Tumoren und Hormonrezeptornegativität) konnte keine Beeinflussung des Überlebens durch einen frühen Chemotherapiestart nachgewiesen werden.

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Darmkrebs


  • Curcumin und Quercetin als Schutz vor Darmkrebs

    In einer amerikanischen Studie (Cruz-Correa / Clinical Gastroenterology and Hepatology 2006) wurde untersucht, inwieweit durch die Gabe von Curcumin und Quercetin das Auftreten von Polypen bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis reduziert werden kann. Dazu erhielten fünf Patienten, die bereits eine Entfernung von Teilen des Dickdarms hinter sich hatten, sechs Monate lang jeweils dreimal täglich 480 mg Curcumin und 20 mg Quercetin. Die Zahl der Polypen sank dabei im Verlauf der Studie um rund 60 Prozent; auch die Größe der Polypen verringerte sich.

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  • Fischverzehr und Fischöle verringern das Risiko für Darmkrebs bei Männern

    Im Rahmen einer großen Bevölkerungsstudie (Physician´s Health Study) untersuchten US-Mediziner die Beziehungen zwischen dem Fischverzehr, der Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren und den Vorkommen von Krebs im Colon und Rektum (Megan / Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 2008). 21.376 Männer aus medizinischen Berufen nahmen ab 1982 bis 2004 an der Studie teil. Sie gaben bei Befragungen auch Auskunft über ihren Fischverzehr, woraus die Aufnahmen von Omega-3-Fettsäuren berechnet wurden. In dieser Zeit traten bei den Teilnehmern insgesamt 500 Fälle von Darmkrebs auf. Beim höchsten Fischverzehr war das Risiko, an Darm- bzw. Rektumkrebs zu erkranken, um 40 Prozent verringert. Wurden die Omega-3-Fettsäuren allein betrachtet, verringerte sich das Darmkrebs-Risiko bei den höchsten Aufnahmen immerhin noch um 26 Prozent. Die Forscher schließen daraus, dass ein hoher Fischverzehr, aber auch die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren allein, das Erkrankungsrisiko für Darmkrebs bei Männern verringern könnte.

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  • Impfung bei Patienten mit Kolonkarzinom erfolgreich

    Onkologen aus Berlin und Heidelberg untersuchten, ob bei Patienten mit kolorektalen Karzinomen und Lebermetastasen eine aktiv-spezifische Immunisierung mit einer Virus-behandelten Tumorzellsuspension die Gesamtüberlebenszeit sowie die Metastasen-freie Zeit verlängert wird (Schulze / Cancer Immunol Immunther 2008). Dazu benutzten sie autologe Tumorzellen, die mit einem nicht lytischen und niedrig pathogenen Stamm des Newcastle Disease Virus (NDV) infiziert worden waren.

    Im Rahmen dieser Phase-II-Studie erhielten 50 Patienten mit kolorektalen Karzinomen zusätzlich zur üblichen schulmedizinischen Therapie 2 bis 3 Wochen nach chirurgischer Entfernung der Lebermetastasen randomisiert die spezifische Vakzine intradermal in den Unterarm oder eine wirkungslose Spritze (Kontrollgruppe), wobei die Impfung danach in bestimmten Abständen mehrfach wiederholt wurde.

    Zunächst war das Resultat enttäuschend: Denn nach durchschnittlich 9,5 Jahren unterschieden sich in der Studienpopulation weder die Raten der Metastasenrezidive noch das Gesamtüberleben. Betrachteten die Onkologen jedoch nur die Kolon-Ca-Patienten, kam ein deutlicher Unterschied zugunsten der Geimpften heraus: Vier von 13 Patienten (31 Prozent) starben im Studienzeitraum in der Vakzinationsgruppe, 9 von 14 Patienten (79 Prozent) in der Kontrollgruppe. Auch die krankheitsfreie Zeit war in der Verumgruppe deutlich verlängert, die metastasenfreie Überlebenszeit war ebenfalls signifikant länger. Dagegen gab es bei den 23 Studienteilnehmern mit metastasiertem Rektumkarzinom keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Warum eine unterschiedliche Wirkung der Vakzine bei beiden Tumorentitäten auftrat, konnte nicht geklärt werden.

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  • Vitamin D beugt Darmkrebs vor

    Menschen, die hohe Vitamin-D-Spiegel im Blut aufweisen, erkranken seltener an Darmkrebs. Das ergab eine große europäische Studie an mehr als 520.000 Personen aus zehn westeuropäischen Ländern (Jenab et al. / British Medical Journal 2010).

    Grundlage dieser Berechnungen war die sogenannte EPIC-Studie, bei der die Teilnehmer zwischen 1992 und 1998 Fragebögen zu ihrem Lebensstil und ihrer Ernährung ausgefüllt und Blutproben abgegeben hatten. In den darauffolgenden Jahren erkrankten 1.248 Teilnehmer an kolorektalem Karzinom. Die Forscher untersuchten die im Vorfeld gesammelten Blutproben dieser Patienten genauer und verglichen sie mit ebenso vielen gesunden Probanden.

    Die Auswertung enthüllte einen starken umgekehrten Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration im Blut und dem Erkrankungsrisiko: Je mehr Vitamin D im Blut eines Teilnehmers enthalten war, desto geringer war das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Die Probandengruppe mit dem höchsten Vitamin-D-Spiegel wies ein um 40 Prozent geringeres Krebsrisiko auf als die Teilnehmer mit dem niedrigsten Vitamin-D-Spiegel. Genauere Analysen ergaben, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel besonders vor Kolonkrebs, aber weniger vor Rektumkrebs schützte.

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Diagnostik


  • Koloskopien bei Älteren doch nicht so ungefährlich?

    Perforationen der Darmwand sind eine bekannte, seltene, aber lebensgefährliche Komplikation der Darmspiegelung. Insbesondere bei über-75-Jährigen steigt laut einer aktuellen Studie des weltweit größten Endoskopie-Zentrums in Bangkok (Lohsiriwat / BMC Gastroenterology 2009) das Risiko für eine Darmperforation an.

    Dabei war der wichtigste Risikofaktor in dieser Studie nicht die Unerfahrenheit des Arztes, sondern das Alter des Patienten. So kam es bei über-75-Jährigen mehr als sechsfach häufiger zu einer Darmperforation. Vorsicht geboten ist außerdem beim Abtragen größerer Polypen. Nach therapeutischen Endoskopien kam es fast dreifach häufiger zu einer Darmperforation. Der Studienleiter vermutet, dass auch eine Sedation das Risiko erhöhen könnte, da es dem Arzt nicht mehr möglichst ist, auf Schmerzreize des Patienten zu reagieren.

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  • Mammographie in Dänemark ohne Wirkung?

    Die Einführung des Mammographie-Screenings hat in Dänemark entgegen früheren Untersuchungen doch nicht zu einem Rückgang der Brustkrebssterblichkeit geführt. Das geht aus einer Studie des Nordic Cochrane Institute im Britischen Ärzteblatt (Jørgensen K et al. / BMJ 2010) hervor.

    In Kopenhagen wurde die Brustkrebsfrüherkennung mittels einer Röntgenuntersuchung der Brust bereits 1991 eingeführt. Vor fünf Jahren kamen Anne Helene Olsen von der Universität Kopenhagen und Mitarbeiter zu dem Ergebnis, dass die Brustkrebssterblichkeit seither um 25 Prozent gesunken ist (Olsen A et al. / BMJ 2005).

    Der Vergleich mit der Zeit vor Einführung der Mammographie übersieht nach Ansicht von Karsten Jørgensen und Peter Gøtzsche vom Nordic Cochrane Centre in Kopenhagen jedoch die langfristige Entwicklung zu einer sinkenden Sterberate am Mammakarzinom. In ihrer Untersuchung vergleichen sie deshalb die Entwicklung in Kopenhagen und Fünen (wo ebenfalls ein Brustkrebsscreening angeboten wird) mit anderen Regionen des Landes, wo dies nicht der Fall war. Für die gescreenten Regionen ermitteln sie einen Rückgang der Brustkrebssterblichkeit um ein Prozent pro Jahr, die aber nicht das Ergebnis der Früherkennung sein könne, da in den Regionen ohne Screening die Brustkrebssterblichkeit im gleichen Zeitraum um zwei Prozent pro Jahr abgenommen habe.

    Am deutlichsten war der Rückgang in den Altersgruppen, die für ein Screening zu jung waren: Unter den 35- bis 54-Jährigen ging die Brustkrebssterblichkeit in den Screening-Regionen um fünf Prozent und in den Kontrollregionen um sechs Prozent pro Jahr zurück. Bei älteren Frauen, denen nicht zur Mammographie geraten wird, ist die Brustkrebssterblichkeit gleich geblieben.

    Für Jørgensen und Gøtzsche sind die Ergebnisse ein weiterer Beleg für die Fragwürdigkeit der Mammographie. Den beobachteten Rückgang der Sterblichkeit führen sie auf eine Änderung der Risikofaktoren und eine Verbesserung der Therapie zurück.

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  • Mammographie-Screening in der Kritik

    Nutzt das Mammographie-Screening überhaupt Frauen unter 50 Jahren? Um diese Fragestellung zu beantworten, wurden 160.921 Frauen im Alter zischen 39 und 41 Jahren rekrutiert (Moss / Lancet 2006). Diese randomisierten die britischen Forscher im Verhältnis 2:1 in eine „Mammographiegruppe“ (jährliche Mammographie bis ins 48. Lebensjahr) und eine Kontrollgruppe. Nach einem medianen Follow-Up von 10,7 Jahren ergab sich in der „Mammographiegruppe“ ein 17% niedrigeres relatives Brustkrebs-Mortalitätsrisiko, ohne allerdings statistische Signifikanz zu erreichen. Auch der Vorteil von Frauen, die sich tatsächlich regelmäßig untersuchen ließen (24%ige Reduktion des relativen Brustkrebs-Mortalitätsrisikos), war statistisch nicht signifikant. Das würde bedeuten, dass 2512 Frauen dieser Altersgruppe sieben bis neun Jahre lang einmal jährlich mammographiert werden müssten, um einen Brustkrebs-Todesfall in 10 Jahren zu verhindern.

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Eierstockkrebs


  • Komplette Lymphknotenentfernung bei Ovarialkarzinom nicht sinnvoll

    Bisher war unklar, ob bei Ovarialkarzinom immer auch alle retroperitonealen Lymphknoten mitentfernt werden müssen. Dies widerlegt nun eine prospektive randomisierte Studie (Panici / J Natl Cancer Inst 2005), in der zwischen 1991 und 2003 427 Patientinnen mit epithelialem Ovarialkarzinom im Stadium III und IV aufgenommen wurden. Bei 216 Patienten wurden zusätzlich zum Primärtumor systematisch alle retroperitonealen Lymphknoten, bei den übrigen 211 nur vergößerte Lymphknoten entfernt. Das Ergebnis: Die komplette Lymphadenektomie verbesserte zwar das progressionsfreie Überleben auf 29,4 gegenüber 22,4 Monaten in der Kontrollgruppe, hatte jedoch keinen Einfluss auf das mediane Gesamtüberleben.

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Ernährung


  • Prognoseverbesserung durch parenterale Ernährung vor OP von gastrointestinalen Tumoren

    In einer großen randomisierten Studie mit 468 Patienten, die mäßig bis schwer unterernährt waren, wurde von Kollegen in Shanghai die Bedeutung einer prae- und postoperativen parenteralen Ernährung in Hinblick auf Prognose, Morbidität und Mortalität untersucht (Wu / World J Gastroenterol 2006). Dabei wurden die Patienten mit Magen –oder Kolorektalkarzinomen in zwei Gruppen randomisiert: die einen erhielten prä- und postoperativ eine parenterale und/oder enterale Ernährung über jeweils 7 Tage (Interventionsgruppe), die andere Gruppe wurde nur postoperativ parenteral und/oder enteral ernährt. Dabei war die postoperative Komplikationsrate deutlich geringer, wenn die Ernährung zusätzlich präoperativ gegeben wurde (18,3 vs. 33,5%) Insbesondere schwere Infektionen wie Pneumonie und Wundinfektionen traten seltener auf. Dies zeigte sich auch in der Rate von Todesfällen: So traten bei den Patienten, die zusätzlich präoperativ ernährt wurden, fünf Todesfälle auf, im Vergleich zu 14 in der Kontrollgruppe. Auch die Dauer des Krankenhausaufenthaltes verkürzte sich in der Interventionsgruppe (22 vs. 29 Tage).

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Fatigue


  • Bei Fatigue-Syndrom hilft Ginseng

    Ginseng könnte ein therapeutischer Ansatz bei der Behandlung des bei Krebspatienten häufig auftretenden Fatigue-Syndroms sein. Mit dieser Thematik beschäftigte sich eine aktuelle Studie, die auf dem diesjährigen ASCO-Kongreß vorgestellt wurde (ASCO Annual Meeting Proceedings / Journal of Clinical Oncology, 2007). In diese randomisierte vierarmige Studie wurden insgesamt 282 Krebspatienten mit tumor- oder therapiebedingter Fatigue aufgenommen. Die Patienten bekamen für acht Wochen einen standardisierten Extrakt aus amerikanischem Ginseng in Dosierungen von 750, 1000 oder 2000 Milligramm pro Tag; oder sie erhielten ein Placebopräparat. Dabei zeigte sich, dass in den Gruppen mit den beiden höheren Ginseng-Tagesdosen die Fatigue-Beschwerden bei 25 und 27 Prozent der Befragten mäßig-stark bis deutlich gelindert wurden. Die 750-Milligramm-Dosierung von Ginseng sowie Placebo waren nur bei jeweils zehn Prozent der Patienten Fatigue-lindernd.

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Hautkrebs


  • Test identifiziert Chemotherapie-sensitive maligne Melanome

    In einer aktuellen multizentrischen prospektiven Phase II-Studie wurden Tumore von Patienten mit metastasierten malignen Melanomen auf ihre Chemosensitivität hin getestet (Ugurel / Clin Cancer Res, 2006). Zur Bestimmung der Chemosensitivität wurde der ATP-Tumorchemosensitivitäts-Assay (ATP-TCA) der Hamburger Firma DCS eingesetzt. Im Rahmen dieser in Deutschland durchgeführten Studie erhielten 53 Patienten eine Chemotherapie nach Protokoll, d.h. die für sie wirksamsten Zytostatika-Kombinationen wurden dem Testergebnis entsprechend verabreicht. Die Remissionsrate aller Patienten betrug 24,5 Prozent, die der als sensitiv getesteten 36,4 Prozent. Chemosensitiv getestete Patienten erreichten im Gegensatz zu den chemoresistenten Patienten bei Therapie nach Testergebnis ein deutlich besseres Ansprechen und sogar ein signifikant längeres medianes Gesamtüberleben von 14,6 Monaten im Vergleich zu 7,4 Monaten. Zehn dieser sensitiven Patienten erreichten Gesamtüberlebenszeiten von mehr als zehn bis zu maximal neunundzwanzig Monate.

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Hirntumore


  • Neue Hyperthermiemethode verlängert Lebenszeit und verbessert Lebensqualität

    Bösartige Hirntumore galten bislang als schwer behandelbar. Trotz vielfältiger Therapieansätze und vermehrten Anstrengungen in der Forschung ist die Perspektive für die Betroffenen unverändert schlecht. Nun verspricht eine neue Methode Hoffnung: die lokoregionale Tiefenhyperthermie mit Radiowellen. Dr. Dr. E. Dieter Hager stellte jüngst auf dem Treffen der „American Society of Clinical Oncology“ in Chicago Ergebnisse vor, laut der durch die neue Therapie die Lebenszeit verlängert und die Lebensqualität verbessert werden kann (Kurzfassungen der Vorträge unter www.asco.org). Gemeinsam mit Dr. Hüseyin Sahinbas vom Grönemeyer-Institut für Mikrotherapie in Bochum hat Hager, der auch Leiter der BioMed-Klinik Bad Bergzabern ist, 179 Patienten mit rezidivierten oder therapieresistenten anaplastischen Astrozytomen und Glioblastoma multiforme mit loko-regionaler Tiefenhyperthermie mittels kapazitiv gekoppelten Elektroden, die mit niedriger Radiofrequenz angeregt werden (14 MHz), behandelt.

    Nach Angaben von Sahinbas und Hager betrug die Überlebenszeit nach der Behandlung mit der loko-regionalen Tiefenhyperthermie bei Hirntumorpatienten mit anaplastischem Astrozytom im Schnitt 38,2 Monate, bei Betroffenen mit der Diagnose Glioblastoma multiforme 20,3 Monate. Der Anteil der Langzeitüberlebenden (5 Jahre ab Diagnose) stieg bei Kranken mit anaplastischem Astrozytom auf 30 Prozent, bei Menschen mit Glioblastoma multiforme auf 11 Prozent.

    Die Verträglichkeit der neuen Methode sei sehr gut, insbesondere im Vergleich zur Chemotherapie. Nur acht bis zehn Prozent der Patienten gaben an, sich für kurze Zeit müde und schwach zu fühlen.

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Hyperthermie


  • Hyperthermie verbessert den Therapieerfolg bei Sarkomen

    Hyperthermie in Kombination mit Chemotherapie verbessert die Heilungs- und Überlebenschancen von Hochrisikopatienten mit tiefliegenden Weichteilsarkomen im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie. Diese Ergebnisse einer randomisierten Phase-III-Studie wurden von Prof. Issels (Leiter der Klinischen Kooperationsgruppe "Tumortherapie durch Hyperthermie", GSF-Institut für Molekulare Immunologie, München) auf dem ASCO vorgestellt (ASCO Annual Meeting Proceedings / Journal of Clinical Oncology, 2007). Eingeschlossen wurden insgesamt 341 Patienten mit tiefliegenden mäßig bis gering differenzierten Weichteilsarkomen. 169 Patienten wurden im Hyperthermiearm, 172 Patienten im Kontrollarm behandelt. Beide Gruppen erhielten 4 Zyklen einer Chemotherapie mit kumulativen Dosen pro Zyklus von Etoposid 250 mg/m², Ifosfamid 6 g/m² und Adriamycin 50 mg. Ergebnis der Behandlung: Das mittlere krankheitsfreie Überleben war in der Hyperthermiegruppe mit 30 Monaten signifikant besser als nach reiner Chemotherapie mit 16 Monaten. Auch beim mittleren lokalen progressionsfreien Überleben schnitt die Hyperthermie mit 38 Monaten gegenüber 26 Monaten besser ab. Die Ansprechrate mit Hyperthermie betrug 37%, die in der Kontrollgruppe lediglich 12%. Daten in Bezug auf das Gesamtüberleben wurden noch nicht veröffentlicht.

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  • Lokale Tumorkontrolle durch Hyperthermie verbessert

    In einer prospektiven randomisierten Studie (Jones / J Clin Oncol 2005) erhielten 122 Patienten mit oberflächlich gelegenen Tumoren (< 3cm) zusätzlich zur Bestrahlung eine lokale Hyperthermiebehandlung. Es wurden die unterschiedlichsten Tumorentitäten behandelt: hauptsächlich waren es Mammakarzinome, Kopf-Hals-Tumoren und Melanome. Alle Patienten erhielten zunächst eine Testdosis und wurden dann in zwei Arme randomisiert. Die einen erhielten zweimal wöchentlich insgesamt maximal zehn weitere Hyperthermiebehandlungen während der Strahlentherapie, die anderen nicht. In der Gruppe, die zusätzlich zur Strahlentherapie eine Hyperthermie erhielten, sprachen 66,1% der Patienten an. Bei alleiniger Strahlentherapie sprachen 42,3% der Patienten an. Ebenso hielt die lokale Tumorkontrolle in der Hyperthermiegruppe länger an; Effekte auf das Gesamtüberleben hatte dies allerdings nicht. Besonders stark von der zusätzlichen Hyperthermie profitierten die Patienten, die bereits zuvor bestrahlt worden waren. Hier konnte eine Ansprechrate von 68,2% gegenüber 23,5% erreicht werden.

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  • Lokale Überwärmung hilft bei fortgeschrittenem Zervixkarzinom

    Bei fortgeschrittenen Zervixkarzinomen, bei denen sich der Tumor bereits über die Gebärmutter hinaus ausgebreitet und das umliegende Gewebe oder Teile der Scheide befallen hat, gelingt es oftmals nicht, durch eine alleinige Strahlentherapie oder Chemotherapie diesen effektiv zu behandeln. In diesen Fällen kann eine Kombination aus Strahlentherapie und Tiefenhyperthermie bessere Erfolge erzielen. Dies unterstreichen die neuesten Ergebnisse zweier Untersuchungen aus Rotterdam, die zeigen, dass mithilfe einer Kombinationstherapie die Ansprechraten und die Überlebensraten der Patienten verbessert werden können (Franckena et al / International Journal of Radiation Oncology Biology Physics 2008 und 2009).

    Dabei hatten Frauen teilgenommen, bei denen der Krebs entweder lokal fortgeschritten war oder sich bereits in Lymphknoten, andere Organe im Becken und an das Becken angrenzende Organe ausgebreitet hatte (Stadien II bis IVA). Wenn eine Radiotherapie mit einer Hyperthermie-Behandlung kombiniert wurde, wurde bei 114 Patientinnen eine Ansprechrate von 83 Prozent erreicht. Ohne Hyperthermie lag die Ansprechrate nur bei 57 Prozent. Nach drei Jahren lebten in der Hyperthermie-Gruppe noch 51 Prozent, in der Kontrollgruppe nur 27 Prozent.

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Immunmodulation


  • Mistel verbessert Lebensqualität bei Brustkrebs während Chemotherapie

    Eine prospektive randomisierte offene Pilotstudie ergab eine Verbesserung der Lebensqualität bei zusätzlich zur Chemotherapie mit Iscador M 5 mg spezial (anthroposophisches Mistelpräparat) behandelten Brustkrebspatientinnen (Tröger W et al. / Breast Cancer: Basic and Clinical Research 2009).

    Es wurde eine prospektive randomisierte offene Pilotstudie mit 95 Patientinnen durchgeführt, die in drei Behandlungsgruppen randomisiert wurden. Eine Gruppe erhielt lscador® M spezial und eine Gruppe ein anderes Mistelpräparat zusätzlich zur Chemotherapie mit sechs Zyklen Cyclophosphamid, Adriamycin und 5-FU (CAF). Die Kontroll-Gruppe erhielt CAF ohne zusätzliche Therapie. In der Veröffentlichung wird leider nur über den Vergleich von Iscador (n=30) mit der Kontrolle (n=31) berichtet.

    Bei zwölf Scores zeigte sich anhand des EORTC-QLQ-C30-Fragebogens ein signifikanter Unterschied, der in neun Scores auch klinisch relevant war (Rollenfunktion, emotionale Funktion, soziale Funktion, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Durchfall). Außerdem trat die durch Chemotherapie induzierte Neutropenie in der Iscador-Gruppe tendenziell weniger häufig auf als in der Kontroll-Gruppe: Neutropenie trat bei 3 von 30 Iscador-Patientinnen und bei 8 von 31 Kontroll-Patientinnen auf.

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Krebs bei Kindern


  • L-Carnitin und Fatigue bei Kindern

    Krebserkrankungen und die begleitenden konventionellen Therapien gehen häufig mit Müdigkeit und Erschöpfung einher. Welche Rolle der Carnitin-Stoffwechsel hat, wurde nun in einer Untersuchung mit Kindern näher untersucht (Hockenberry et al. / J Pediatr Hematol Oncol 2009). Dabei wurden in einer Studie aus den USA die Carnitinspiegel von 67 Kindern und Jugendlichen bestimmt, die eine Chemotherapie mit Ifosfamid, Cisplatin oder Doxorubicin erhielten. Das Ausmaß an Fatigue und die Carnitin-Spiegel wurden vor Beginn der Chemotherapie und eine Woche später gemessen. Ergebnis: Frisch als krebskrank diagnostizierte Kinder und Jugendliche hatten signifikant höhere Spiegel an freiem und Gesamt-Carnitin als Kinder und Jugendliche, die bereits eine Chemotherapie erhalten hatten. Außerdem waren nach der Behandlung mit Doxorubicin freies und Gesamt-Carnitin signifikant höher als nach Cisplatin oder Ifosfamid. Eine Woche nach der Chemotherapie waren gesteigerte Fatigue und gesunkene Carnitin-Spiegel signifikant miteinander korreliert. Gesunkene Carnitinspiegel und gesteigerte Fatigue traten im Durchschnitt jedoch erst nach ein bis zwei Zyklen auf. Ursache kann dabei sein, dass das erhöhte Carnitin bei frisch diagnostizierten Patienten mit einem schnellen Übertritt von Carnitin aus dem Gewebe ins Blut verbunden ist. Dadurch scheint das Carnitin ersetzt zu werden, welches durch den Chemotherapie-Metabolisumus verlorengegangen ist.

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Leberkrebs


  • Radiofrequenzbehandlung bei primärem Leberkrebs

    Stellt die Radiofrequenzablation bei primärem Leberzellkarzinom eine effektive Alternative zur Operation dar? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine prospektive randomisierte Studie mit insgesamt 180 Patienten (Chen / Ann Surg 2006), deren hepatozelluläres Karzinom bei Erstdiagnose nicht größer als 5 cm war. 71 Patienten erhielten eine Radiofrequenzablation, 21 zusätzlich perkutane Ethanolinjektionen und 2 Patienten zusätzlich eine transarterielle Chemoembolisation. Von den 90 Patienten, bei denen eine segmentale Resektion des Leberherdes durchgeführt wurde, erhielten 2 Patienten zusätzlich eine perkutane Ethanolinjektion. Untersucht wurden das krankheitsfreie Überleben und die 4-Jahres-Überlebensraten. Beide Male konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Allerdings waren schwerwiegende Komplikationen nach chirurgischer Intervention häufiger als nach Radiofrequenzablation (50 von 90 versus 3 von 71 Patienten). Die häufigsten Komplikationen nach Operation waren Aszites und persistierender Ikterus. Bei der Radiofrequenzablation wurden leichte Verbrennungen der Haut und temporäres Fieber beobachtet.

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Lungenkrebs


  • Antiangionese bei NSCLC

    Kann der Einsatz von Angiogenesehemmern das Überleben von Lungenkrebspatienten verlängern? Diese Frage stellten sich amerikanische Wissenschaftler, indem sie 878 Patienten mit rezidiviertem oder fortgeschrittenen NSCLC im Stadium IIIB oder IV randomisierten (Sandler / N Engl J Med 2006). Die einen erhielten eine Chemotherapie mit Carboplatin und Taxol, die anderen zusätzlich den Angiogenesehemmer Bevacizumab. Die Patienten, die Bevacizumab erhielten, lebten durchschnittlich 12,3 Monate; die Patienten, die nur Chemotherapie erhalten hatten, lebten mit 10,3 Monaten signifikant kürzer. Allerdings traten in der Bevacizumab-Gruppe deutlich häufiger schwere und tödliche Nebenwirkungen auf. Insgesamt verstarben 15 der 434 Patienten unter der Gabe des Angiogenesehemmers (hauptsächlich an Lungenblutungen und febriler Neutropenie), im Vergleich zu 2 von 444 Patienten unter alleiniger Chemotherapie.

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  • Erfolge durch Tumorimpfung bei Lungenkrebs

    In einer Phase-II-Studie wurde nach ersten Erfolgen mit der Tumorvakzine L-BLP25, die sich gegen ein Antigen richtet, das bei NSCLC überexprimiert wird, nun untersucht, ob dessen Gabe einen Überlebensvorteil bringt (Butts / J Clin Oncol 2005). Dazu wurden 171 Patienten mit NSCLC im Stadium IIIB oder IV, die unter Erst-Linien-Therpapie nicht progredient waren, randomisiert und erhielten entweder Best Supportive Care oder zusätzlich die Tumorvakzine L-BLP25. Die Vakzinierung erfolgte mit wöchentlichen subkutanen Injektionen über einen Zeitraum von 8 Wochen. Außerdem erhielten die Patienten vor der Vakzinierung einmalig niedrig dosiertes Cyclophosphamid. Eine nennenswerte Toxizität trat unter der Gabe von L-BLP25 nicht auf. Die Lebensqualität blieb bei den Patienten, die eine Vakzinierung erhielten, sogar länger erhalten. Bezüglich des Gesamtüberlebens zeigte sich ein allerdings nicht signifikanter Überlebensvorteil von 4,4 Monaten. In der Subgruppenanalyse zeigte sich ein besonders starker Trend für ein besseres 2-Jahres-Überleben unter der Vakzinationstherapie bei Patienten ohne Metastasen und mit geringer Tumorlast.

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  • NSCLC: Ansprechwahrscheinlichkeit bei Cisplatin vorhersagen?

    Ob eine Chemotherapie mit Cisplatin bei Patienten mit NSCLC anspricht, ist jetzt durch eine immunhistochemische Bestimmung vorhersagbar. Eine Rolle bei der Ausbildung einer Cisplatin-Resistenz spielt hierbei vermutlich das Enzym ERCC1, das Schäden, die an der DNA durch Cisplatin entstanden sind, erkennt und entfernt.

    Zu diesem Ergebnis kamen Forscher im Rahmen einer internationalen Studie (Olaussen / N Engl J Med 2006), indem an 761 vollständigen Tumorresektaten die Expression von ERCC1 bestimmt wurde. Hierbei zeigte sich bei 335 der resezierten Tumoren eine starke Expression von ERCC1, wohingegen bei 426 Resektaten das Enzym nicht nachweisbar war. Das Ergebnis: Nur Patienten mit ERCC1-negativen Tumoren profitierten von der Ciplatin-haltigen Chemotherapie. Ohne adjuvante Chemotherapie zeigte sich hingegen ein signifikanter Überlebensvorteil für Patienten mit ERCC1-positiven Tumoren.

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  • Tyrosinkinasehemmer Erlotinib nicht ungefährlich

    Der Tyrosinkinasehemmer Erlotinib (Tarveca) ist zur Behandlung des metastasierten nichtkleinzelligen Lungenkarzinoms und zur Behandlung des metastasierten Pankreaskarzinoms zugelassen.

    Unter der Therapie mit diesem Medikament kann es zu lebensgefährlichen Darmperforationen kommen. Dies geht aus einem sogenannten Dear-Healthcare-Provider-Brief hervor, den der Hersteller auf Veranlassung der FDA an US-Ärzte verschickt hat.

    Nach den Angaben im Healthcare-Provider-Brief ist das Risiko bei Patienten erhöht, die gleichzeitig Angiogenese-Hemmer wie z.B. Erlotinib, Kortikoide, nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAID) und/oder eine taxanbasierte Chemotherapie erhalten haben oder bei denen in der Vorgeschichte peptische Ulzera oder Divertikulosen aufgetreten sind. Tarceva sollte daher sofort abgesetzt werden, wenn der Versacht auf eine Magen-Darm-Perforation besteht.

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Magenkrebs


  • Kein Vorteil für adjuvante Chemotherapie bei fortgeschrittenem Magenkrebs

    Eine italienische Studiengruppe untersuchte an 274 Patienten mit Magenkarzinom und Lymphknotenbefall oder T3-4-Tumoren den Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie nach erfolgter Gastrektomie (Buzzoni / Br J Surg 2006). Nach Randomisierung in zwei Gruppen erhielten die Patienten entweder keine oder eine Kombinationschemotherapie mit Etoposid, Doxorubicin und Cisplatin. Der Unterschied bezüglich der Gesamtüberlebensrate war in beiden Gruppen nicht signifikant. Auch die Raten für das Auftreten von lokalen Rezidiven oder Metastasen unterschieden sich nicht, so dass die Patienten keinen Vorteil von einer adjuvanten Chemotherapie hatten.

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Molekulare Therapien


  • Angiogenesehemmer können invasives Wachstum und Metastasen fördern

    Angiogenesehemmer sind Substanzen, welche die Blutversorgung des Tumors reduzieren, indem sie die Neubildung von Blutgefäßen unterdrücken. Eine neue Studie der University of California zeigt im Tierversuch unerwünschte Wirkungen: Nach anfänglichem Therapieerfolg dringt der Tumor vermehrt in gesundes Gewebe ein und neigt auch stärker zur Metastasierung (Casanovas et al / Cancer Cell 2005 und Paez-Ribes et al / Cancer Cell 2009).

    Dabei wurde Mäusen entweder ein Pankreastumor oder ein Glioblastom implantiert. Bei beiden Tumorentitäten reduzierte sich die Tumorgröße durch Gabe von Sutent eindeutig in den ersten Therapiewochen. Danach jedoch änderte sich das Ansprechen, indem die Tumoren vermehrt in gesundes Gewebe eindrangen und auch stärker zur Metastasierung neigten. Möglicherweise ist dieses Phänomen – laut Ansicht der Autoren - eine Reaktion auf die plötzliche Unterversorgung von Sauerstoff und Nährstoffen.

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  • Herzschädigung durch Glivec

    Imatinib (Glivec®), ein Tyrosinkinasehemmer, der bei Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML) und GIST angewandt wird, kann Herzschäden verursachen. Zu diesem Ergebnis kamen amerikanische Forscher (Kerkelä / Nature Med, 2006), als sie die Daten von zehn Patienten mit CML untersuchten, die unter Glivec-Einahme an einer kongestiven Herzinsuffizienz erkrankten. Außerdem führten sie Labortests an Mäusen und menschlichen Herzzellen durch. Es zeigte sich dort, dass Glivec nicht direkt toxisch wirkt, sondern über die Inaktivierung eines bestimmten Enzyms auch zu einer Schädigung von Herzmuskelzellen führen kann.

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Nebenwirkungen


  • EPO-Doping verringert die Überlebenschancen

    Die Ergebnisse mehrer Studien (Lappin / Oncologist 2007) weisen inzwischen darauf hin, dass Erythropoetin bei Brustkrebs und Kopf-Hals-Tumoren die Prognose der Patienten verschlechtert. Die aktuellste dieser Studien bestätigte dies bei Patienten mit NSCLC (Wright / J Clin Oncol 2007), wobei in einer Zwischenauswertung, die dann zum Abbruch der Studie führte, gezeigt wurde, dass die Überlebenszeit in der EPO-Gruppe um die Hälfte kürzer als in der Kontrollgruppe war.

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  • Natriumselenit bei Lymphödemen im Mundbereich

    An 20 Patienten mit Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle wurde untersucht, inwieweit Natriumselenit nicht nur zur Reduktion von Lymphödemen der Extremitäten, sondern auch von Lymphödemen im Mundbereich eingesetzt werden kann. Die Wirksamkeit von Natriumselenit wurde hierbei in einer randomisierten Doppelblind-Studie an 20 Patienten überprüft (Zimmermann / Biol Trace Elem Res 2005). Dabei erhielten die Patienten prä-, intra- und 3 Wochen postoperativ nach Durchführung einer bilateralen Neck-Dissection jeweils täglich 1000 µg Natriumselenit intravenös oder peroral. Die Patienten in der Kontrollgruppe erhielten 0,9%ige Kochsalzlösung. Die Ausprägung der operativ bedingten Lymphödeme wurde durch Vermessen bestimmter anatomischer Punkte bestimmt. Außerdem wurden 1 Jahr lang nach der Operation in Plasma und Vollblut reaktive Sauerstoffverbindungen, sowie die Selenkonzentration und die Aktivität der Glutathion-Peroxidase gemessen. Bei den Patienten, die Natriumselenit erhielten, klangen die Lymphödeme deutlich schneller ab. Dies konnte auch laborchemisch verifiziert werden: So war bei den Patienten das Lymphödem am geringsten ausgeprägt, die die höchsten Selenspiegel und bei denen die Glutathion-Peroxidase am aktivsten war. Die Autoren empfehlen deshalb, Natriumselenit hochdosiert möglichst frühzeitig zur Verhinderung von Lymphödemen im Mundbereich nach Neck-Dissection einzusetzen.

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  • Schutz vor Mukositis durch Glutamin

    In einer klinischen Studie konnte durch Verabreichung von Glutamin in einer speziellen Galenik gezeigt werden, dass Glutamin entgegen der bisherigen enttäuschenden Daten doch bei oraler Mukositis hilfreich sein kann. Dabei wurde das Präparat in einer Phase-III-Studie bei 326 Brustkrebspatientinnen, die unter anthrazyklinhaltiger Chemotherapie eine orale Mukositis WHO-Grad 2 oder mehr entwickelt hatten, geprüft (Peterson / Cancer 2007) Unter randomisierten Bedingungen erhielt dabei die eine Hälfte der Patientinnen während des nächsten Chemotherapiezyklus Glutamin als Suspension dreimal täglich, während die anderen Placebo erhielten. Ergebnis: Die Inzidenz klinisch signifikanter oraler Mukositiden betrug 38,7% statt 49,7%, die von schweren oralen Mukositiden 1,2% statt 6,7%.

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  • Tee-Extrakte lindern Hautschäden bei der Strahlentherapie

    In einer Studie der Universitätsklinik Freiburg (Pajonk / BMC Medicine 2006) wurde der Frage nachgegangen, ob Extrakte aus grünem und schwarzen Tee aufgrund ihrer bekannten entzündungshemmenden Wirksamkeit Strahlenschäden der Haut verringern können. Es nahmen dabei 60 Patienten mit verschiedenen Tumoren, die durch eine Strahlentherapie Hautschäden erlitten hatten, an der Studie teil. Die Hautläsionen wurden dabei zusätzlich zu üblichen Pflegemaßnahmen mit äußeren Anwendungen von Tee-Extrakten (Aufgüsse aus Teebeuteln mit grünem oder schwarzem Tee) behandelt. Das Ergebnis: Beide Extrakte verringerten die Hautschäden und förderten die Regeneration der Haut. Die Extrakte aus dem grünen Tee schnitten dabei teilweise besser ab. Die entzündungshemmende Wirkung der im Tee enthaltenen Polyphenole zeigte sich auch in den entnommenen Zellkulturen der Patienten, in denen die Ausschüttung von entzündungsfördernden Substanzen gehemmt werden konnte.

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  • Vitamin E lindert Neurotoxizität

    Eine neuroprotektive Wirkung von Vitamin E konnte bisher nur bei Cisplatingaben festgestellt werden. Nun wurde in einer randomisierten Studie mit 32 Patienten untersucht, inwieweit Vitamin E auch unter Taxol neuroprotektiv wirksam ist (Argyriou / J Pain Symptom Manage 2006). Dazu erhielten die Patienten entweder ausschließlich eine taxolhaltige Chemotherapie oder zusätzlich 2 x täglich 300 mg Vitamin E. Um den Therapieeffekt zu überprüfen, wurde während und drei Monate nach der Chemotherapie neurologische Untersuchungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass bei den Patienten, die täglich 600 mg Vitamin E erhielten, deutlich weniger periphere Neuropathien als im Placeboarm auftraten (18,7 versus 62,5%).

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  • Zink mildert Radiatio-induzierte Mukositis

    Eine Mukositis ist eine häufige Nebenwirkung unter Radiatio z.B. bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren. Eine taiwanesische Arbeitsgruppe untersuchte nun den Einfluss einer Zink-Supplementation auf die Entwicklung von Mukositiden (Lin / Int J Radiat Oncol Biol Phys 2006). Dabei erhielten 100 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren anhand eines doppelblinden Studiendesigns entweder ein Zinkpräparat oder Placebo bis zum Ende der Strahlentherapie. Ergebnis: Patienten der Interventionsgruppe entwickelten eine Grad-2-Mukositis verzögerter und später als die Patienten, die kein Zink erhielten. Außerdem kam es bei den Patienten, die zusätzlich Zink erhielten, zu milderen Mukositisverläufen, ohne dass allerdings die Ausheilung der Läsionen durch die Zinkgabe beschleunigt werden konnte. Ob die Gabe von Zink auch einen Einfluss auf das Überleben hat, wird in dieser Studie noch weiter untersucht.

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Nierenkrebs


  • Talactoferrin: Neue Option beim Nierenzellkarzinom?

    Talactoferrin, eine rekombinant hergestellte Form des in der Muttermilch vorkommenden Lactoferrins, aktiviert natürliche oder Lymphokin-induzierte Killerzellen und verstärkt zusätzlich die Toxizität polymorphkerniger Zellen und Makrophagen.

    Ob Talactoferrin für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms geeignet ist, wurde in einer offenen Phase-II-Studie getestet (Jonasch / Cancer 2008). Dabei wurden 44 Patienten mit progredientem oder metastasiertem Nierenzellkarzinom behandelt, bei denen mindestens eine systemische Therapie nicht angesprochen hatte. Talactoferrin wurde in einer Dosierung von zweimal täglich 1,5 g für zwölf Wochen eingenommen. Nach weiteren zwei Wochen erfolgte eine Computertomografie, um das Ansprechen der Tumoren zu beurteilen. Nach insgesamt 14 Wochen waren 59% der Patienten ohne Progression; zwei Patienten (4,5%) zeigten eine partielle Response. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 6,4 Monate, das mediane Gesamtüberleben 21,1 Monate. Die Daten wurden einer kontrollierten Studie mit vergleichbarer Patientenpopulation im Placeboarm gegenübergestellt (Yang / N Engl J Med 2003), wobei dort der Anteil der Patienten mit progressionsfreiem Überleben nach vier Monaten lediglich 20% betrug.

    Als häufigste Nebenwirkungen traten unter der Talactoferringabe Erschöpfung, Flatulenz und Diarrhoe auf, schwerwiegende therapiebedingte Ereignisse traten nicht auf.

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Orthomolekulare Medizin


  • Antioxidantien während Chemotherapie?

    Eine Auswertung mehrerer randomisiert durchgeführter Studien, die Antioxidantien während Chemotherapien eingesetzt hatten, zeigte den Nutzen einer Therapie mit Antioxidantien (Keith / Cancer Treatment Reviews, 2007). Hierbei wurden insgesamt 19 Studien mit mehr als 1554 Krebspatienten einbezogen, bei denen der Einfluss auf den Tumor und/oder die Überlebensraten dokumentiert waren. In den untersuchten Studien wurde die Wirksamkeit verschiedenster Antioxidantien untersucht, darunter Glutathion, Melatonin, Vitamin A, N-Acetylcystein, Vitamin E und Vitaminkombinationen. Die Ergebnisse zeigten, dass Antioxidantien die Wirksamkeit einer Chemotherapie nicht beeinträchtigten und in einigen Fällen die Wirkung der Chemotherapie sogar noch verbessern halfen. Außerdem vertrugen die Patienten die Chemotherapie mit Antioxidantien besser als die Patienten, die keine Antioxidantien erhalten hatten.

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  • Haifischknorpel wirkungslos

    Haie erkranken erstaunlich selten an Krebs, weshalb von vielen Herstellern Haifischknorpelextrakte angeboten werden. Ob der Haifischknorpelextrakt Neovastat® bei Lungenkrebspatienten wirksam ist, wurde nun in einer Phase-III-Studie mit 379 Patienten mit neu diagnostiziertem NSCLC im Stadium III geprüft (Lu et al. / Journal of the National Cancer Institute 2010). Dabei erhielten alle Patienten eine Standardbehandlung mit einer Induktionschemotherapie gefolgt von einer Radiochemotherapie. Zusätzlich wurden die Patienten auf die Einnahme von Neovastat® oder Placebo randomisiert. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben. Ergebnis: Zwischen den beiden Gruppen ergab sich bezüglich des Geamtüberlebens kein Unterschied. Im Neovastat-Arm überlebten die Patienten im Mittel 14,4 Monate, im Placebo-Arm 15,6 Monate. Auch im progressionsfreien Überleben (11,3 vs. 10,7 Monate) gab es keine signifikanten Unterschiede. Für die Autoren gibt es daher keine Hinweise, dass Neovastat oder andere wissenschaftlich nicht untersuchte Haifischknorpelextrakte eine Wirkung haben.

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  • Neue Daten zur Frage: Schützt Vitamin D vor Krebs?

    In zwei Metaanalysen zum Mamma -und Kolonkarzinom konnte gezeigt werden, dass die Inzidenz beider Tumorarten abhängig vom Vitamin-D3-Spiegel im Blut ist. Je höher der Vitamin-D3-Spiegel im Blut desto geringer war das Auftreten beider Krebsarten. So war zum Beispiel in den Kolon-Karzinom-Studien bei einer Serumkonzentration von 37 ng/ml die Inzidenz halb so hoch wie bei weniger als 6 ng/ml (Am J Prev Med 2007).

    Umgerechnet auf Tagesdosierungen von Vitamin D3 wären das für die Brustkrebsstudie etwa 4000 IU und für die Kolon-Ca-Studie etwa 2000 IU pro Tag. Wer diese Größenordnung durch Sonnenlichtexposition erreichen möchte, müsste sich täglich etwa zwölf Minuten in die Sonne begeben.

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  • Neue Studie: Multivitamine verdoppeln Risiko auf tödliches Prostatakarzinom?

    Eine Beobachtungsstudie des Journal of National Cancer Institute (JNCI 2007; 99: 754-764), in der laut einem Kommentar des Ärzteblattes angeblich gezeigt werden konnte, dass die regelmäßige Einnahme von Multivitaminen das Risiko auf die Entwicklung eines tödlichen Prostatakarzinoms verdoppelt, fand in jüngster Zeit in den Medien viel Beachtung.

    Von den seit 1995/95 befragten 300.000 männlichen Teilnehmern waren 10.241 zwischenzeitlich an Prostatakarzinom, 8765 an lokalisierten Tumoren und 1476 an einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom erkrankt. Interessant ist, dass bei der Auswertung von Frau Karla Lawson vom NCI die Erkrankungsraten für das lokalisierte Prostatakarzinom bei den Vitaminanwendern gar nicht häufiger waren als bei den Nichtvitaminkonsumenten, sondern nur die Inzidenzrate bei einem tödlichen Prostatakarzinom von 11,4 auf 18,9 pro 100.000 Personenjahre zunahm.

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  • SELECT-Studie- Bedenken zur Empfehlung von Vit. E und Selen ungerechtfertigt

    Ende Oktober 2008 wurde die SELECT-Studie (Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial) unter großem Medienecho abgebrochen, eine groß angelegte Studie, mit der untersucht werden sollte, ob durch Gabe von Vitamin E und Selen die Häufigkeit von Prostatakrebs verringert werden kann.

    Der Grund für den vorzeitigen Abbruch: Eine im September 2008 vorgenommene Zwischenauswertung von SELECT ergab, dass weder Selen noch Vitamin E, noch beide Substanzen kombiniert das Risiko auf ein Prostatakarzinom signifikant senken. Außerdem zeigten sich zwei Trends: Im Studienarm mit der alleinigen Vitamin E-Gabe kam es zu einem leichten Anstieg der Erkrankungen am Prostatakrebs und im Studienarm mit der alleinigen Selen-Gabe stieg die Zahl der Diabeteserkrankungen.

    Aufgrund dessen gab das US-National Cancer Institute (NCI) vor kurzem bekannt, dass die SELECT-Studie vorzeitig beendet wird. An SELECT hatten an mehr als 400 Orten in den USA, Puerto Rico und Kanada rund 35.000 Männer im Alter ab 50 Jahren teilgenommen. Sie waren auf vier Studienarme randomisiert worden, in denen sie mit 400 mg Vitamin E oder 200 µg Selen oder beiden Präparaten oder mit Placebo behandelt wurden.

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  • Vitamin C schwächt Chemotherapie?

    Krebspatienten sollten während der Chemo- oder Strahlentherapie keine zusätzlichen Antioxidantien einnehmen, weil das die Wirksamkeit der Behandlung beeinträchtigen könnte. Dies rät eine amerikanische Forschergruppe nach Bewertung unterschiedlicher Studien (Lawenda / J Natl Cancer Inst 2008).

    Die Diskussion um den Nutzen von Antioxidantien wurde durch eine weitere aktuell veröffentlichte praeklinische Studie noch verschärft (Heaney / Cancer Research 2008), in der gezeigt wurde, dass Vitamin C die Wirkung verschiedener Chemotherapeutika abschwächen kann. Untersucht wurde die Wirksamkeit verschiedener Zytostatika (Doxorubicin, Cisplatin, Vincristin, Methotrexat u.a.), indem hämatogenen Tumorzelllinien Dehydro-Ascorbinsäure zugesetzt wurde. Dadurch wurde die zytotoxische Wirkung aller Wirkstoffe dosisabhängig herabgesetzt.

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  • Vitamin D beeinflusst das Überleben von Brust -und Hautkrebspatienten

    Dass Brustkrebspatientinnen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln ein erhöhtes Risiko für Fernmetastasen haben, konnte in einer prospektiven Kohortenstudie dargelegt werden (Goodwin et al. / J Clin Oncol 2008). Dabei wurden 512 Frauen mit einem Mammakarzinom im Frühstadium untersucht, wobei aus den Blutproben bei der Erstdiagnose unter anderem die 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel bestimmt wurden. Die Frauen waren im Durchschnitt 50 Jahre alt. 192 Frauen von den im Durchschnitt 50-jährigen Frauen hatten einen Vitamin-D-Mangel (unter 50 nmol/l) und 197 Frauen einen verringerten Vitamin-D-Spiegel (50 bis 72 nmol/l). Einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel (über 72 nmol/l) hatten nur 123 von 512 Studienteilnehmerinnen. Auffallend war auch, dass Frauen mit höhergradigen Brusttumoren (G3) signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel als Frauen mit G1-Tumoren hatten.

    Bei den Nachuntersuchungen fiel auf, dass bei Frauen mit einem verminderten Vitamin-D-Spiegel das Risiko für eine Fernmetastasierung nahezu verdoppelt war im Vergleich zu Frauen mit ausreichender Vitamin-D-Versorgung. Außerdem war bei den Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel die Sterberate um das 1,73-fache erhöht. Die schlechte Prognose bei zu niedrigem Vitamin-D-Spiegel war dabei unabhängig von Faktoren wie Alter, Body Mass Index (BMI) und Tumorstadium.

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  • Zink fördert den natürlichen Zelltod

    Anhand einer Untersuchung an Mauskrebszellen konnte gezeigt werden (Provinciali / Free Radic Biol Med 2002), dass zwar eine erhöhte Zinkanreicherung im Gewebe von Brustkrebszellen besteht, dass aber dadurch die Apoptoserate (Selbstmord) der Tumorzellen erhöht wird. In diesem Zusammenhang ist eine ältere Untersuchung an Brustkrebszellen bei Ratten von Bedeutung, bei denen die Zinkhomöostase deutliche Veränderungen aufwies, aber nach Methotrexatgabe Zink aus dem Tumor wieder freigesetzt wurde und dann laut den Autoren dem Wirt zum Aufbau seiner normalen Strukturen zur Verfügung stand (Philcox / Biol Trace Elem Res, 1994). Auch andere Untersuchungen an Kolonkarzinomzellen bestätigen die Hinweise darauf, dass Zink über Wachstumsregulation das Tumorwachstum kontrollieren kann (Park / Br J Pharmacol, 2002).

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Pflanzenstoffe


  • Brokkoli zur Prävention bei Blasenkrebs

    Eine aktuelle Untersuchung aus Texas (Zhao / International Journal of Cancer 2007) zeigt, dass Nahrungsmittel, wie Brokkoli, Rettich, Brunnenkresse und Radieschen der Entstehung von Blasenkrebs vorbeugen können. Die in diesen Gemüsesorten enthaltenen Senföle, auch Isothiocyanate genannt, sollen für den Schutzeffekt verantwortlich sein. Dabei inaktivieren Isothiocyanate im Körper u.a. Enzyme, die an der Aktivierung krebsauslösender Substanzen beteiligt sind. In der Untersuchung von Zhao wurden 700 Blasenkrebspatienten und ebenso viele gesunde Personen über ihre Ernährungsgewohnheiten befragt. Im Durchschnitt hatten die Blasenkrebspatienten weniger senfölhaltige Nahrungsmittel zu sich genommen. Statistisch ermittelten die Forscher ein um 29 Prozent verringertes Risiko für Blasenkrebs, wenn viele senfölhaltige Nahrungsmittel verzehrt wurden. Der schützende Effekt zeige sich, so die Forscher, deutlicher bei Menschen über 64 Jahren, bei Männern sowie bei starken und langjährigen Rauchern.

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  • Chinesische Heilpflanzen hemmen Krebs

    Wissenschaftler um Prof. Efferth im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) analysierten systematisch die Wirkstoffe in 76 chinesischen Medizinalpflanzen aus der traditionellen chinesischen Medizin und wurden dabei fündig: Extrakte aus 18 der untersuchten Pflanzen hemmen deutlich das Wachstum einer speziellen Krebszell-Linie, die durch die Überproduktion eines Transportproteins in der Zellwand besonders resistent gegen viele gebräuchliche Zellgifte ist (Efferth / Molecular Cancer Therapy 2008). Zu diesen potentiell krebsabtötenden Substanzen gehören etwa Substanzen aus dem Rangoon-Schlinger, einer rot blühenden Zierpflanze, oder aus dem Rotwurzel-Salbei. Als nächsten Schritt wollen die Forscher die Hemmwirkung auf 60 Krebszelllinien mit den Genaktivitätsprofilen dieser Zellen vergleichen, um festzustellen, welche Genprodukte das zelluläre Angriffsziel für diese Wirkstoffe sind.

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  • Grüner Tee behindert die Wirkung von Bortezomib

    Mehrere Untersuchungen haben bisher darauf hingewiesen, dass grüner Tee die Chemotherapie unterstützen und die Nebenwirkungen abmildern kann. Die Experimente amerikanischer Forscher (Schönthal / Blood 2009) deuten jedoch auf eine gegenteilige Wirkung hin.

    Der Hauptwirkstoff von grünem Tee, EGCG, untergräbt, so die Ergebnisse der Grundlagenforschung, einen Schutzmechanismus von Tumorzellen, der sie vor einer Apoptose, also der vom Körper befohlenen Selbstzerstörung, schützt. EGCG sollte deshalb die Wirkung einer Chemotherapie verstärken, besonders wenn durch Medikamente eine Apoptose der Tumorzellen induziert wird. Zu diesen Medikamenten gehört Bortezomib, das zur Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen ist.

    Dies veranlasste die Forscher von der Keck School of Medicine in Los Angeles dazu, die gleichzeitige Wirkung von Bortezomib und EGCG zu untersuchen. Erstaunlicherweise gingen die antikarzinogenen Effekte von Bortezomib sowohl in-vitro als auch im Tierversuch mit der Maus verloren, wenn EGCG dazugegeben wurde. Die Forscher beobachteten dabei, dass EGCG an den Borsäure-Rest von Bortezomib bindet, was für die Beeinträchtigung der Wirksamkeit verantwortlich gemacht wird. Denn andere Proteasom-Inhibitoren, die keinen Borsäure-Rest haben, wurden in ihrer Wirkung nicht durch EGCG beeinträchtigt.

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  • Orale Leukoplakie: Chemoprävention mit Tee-Extrakt

    Ein Extrakt aus grünem Tee hat in einer klinischen Phase-II-Studie die Remission einer oralen Leukoplakie begünstigt und die Zeit bis zum Auftreten eines Mundbodenkarzinoms verzögert. Dies berichten US-Forscher (Tsao et al. / Cancer Prevention Research 2009), die 41 Patienten über 12 Wochen mit dem Extrakt in drei unterschiedlichen Dosierungen oder mit Placebo behandelt haben. Die in dem Getränk enthaltenen Polyphenole hatten bereits in zahlreichen präklinischen Studien eine Karzinogenese verhindert, weshalb die Forscher nun eine klinische Prüfung durchführten, um die optimale Dosis beim Menschen zu ermitteln. Gleichzeitig lieferte die Studie erste Hinweise auf eine Wirksamkeit des Extrakts: Bei 58,8 Prozent der Teilnehmer kam es (ab einer Dosis von 500 mg/m2) zu Remissionen der Leukoplakie, was im Placeboarm nur bei 18,2 Prozent der Fall war. Auch die Histologie der Läsionen (sie wurden vor und nach der 12-wöchigen Therapie biopsiert) besserte sich bei 21,4 Prozent gegenüber 9,1 Prozent in der Placebogruppe.

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  • Traubenkernextrakt löst Apoptose aus

    US-Wissenschaftler haben in Laborversuchen herausgefunden, dass Traubenkernextrakt den programmierten Zelltod (Apoptose) von Leukämiezellen auslösen kann (Ning / Clin Cancer Res 2009). Dabei wurde ein kommerziell erhältlicher Extrakt aus Traubenkernen verwendet, mit dem die Leukämiezellen in unterschiedlichen Dosen behandelt wurden. In höheren Konzentrationen zeigte sich, dass der Extrakt bei 75% der mit dem Extrakt behandelten Zellen nach 24 Stunden den programmierten Zelltod bewirkte. Bei gesunden Zellen kam es dagegen nicht zur Apoptoseauslösung; die Gründe dafür sind noch unbekannt.

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Prostatakrebs


  • Antihormonelle Therapie bei Prostatakrebs reduziert Knochendichte

    Es ist bekannt, dass bei Prostatakrebs die antihormonelle Therapie zu einem Knochenschwund führen kann. Welche Lebensstilfaktoren das Auftreten der Osteoporose zusätzlich beeinflussen können, wurde nun in einer Studie an 120 Prostatakarzinompatienten ohne Knochenmetastasen untersucht, die maximal 12 Monate lang eine Androgenentzugstherapie erhielten (Ryan / Urology 2007). Vor Studienbeginn und danach wurde die Knochendichte gemessen sowie Fragen zu möglichen Osteoporoserisikofaktoren (z.B. Alkoholkonsum, Supplementation mit Vitamin D und Kalzium, körperliche Betätigung, Gewicht) gestellt. Ergebnis: Das Ausmaß der Osteoporose korreliert erwartungsgemäß mit der Dauer des Androgenentzuges während des ersten Therapiejahres. Außerdem hatten Männer mit höherem BMI-Index, unter Einnahme von Kalzium und Vitamin D sowie moderatem Alkoholkonsum eine höhere Knochendichte.

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  • Durch Leinsamen teilen sich Prostatakrebszellen langsamer

    Auf dem ASCO (ASCO Annual Meeting Proceedings / Journal of Clinical Oncology, 2007) wurde eine andere vielversprechende Studie vorgestellt, die zeigen konnte, dass Prostatakarzinompatienten von der täglichen Gabe von Leinsamen profitieren. In die randomisierte Studie wurden insgesamt 161 Männer eingeschlossen, bei denen eine Operation wegen Prostatakarzinom bevorstand, und diese in vier Gruppen eingeteilt. In einer Gruppe nahmen die Patienten jeden Tag 30 Gramm Leinsamen (etwa drei Esslöffel) ein. In einer zweiten Gruppe führten die Patienten zusätzlich zur Einnahme von Leinsamen eine fettarme Diät durch. Die dritte Gruppe ernährte sich fettarm, nahm aber kein Leinsamen zu sich, und die Teilnehmer der vierten Studiengruppe erhielten gar keine Intervention.

    Nach der Prostatektomie untersuchten die Forscher das Tumorzellwachstum in den resezierten Prostatadrüsen. Sie stellten fest, dass sich die Krebszellen bei den Männern, die zuvor Leinsamen eingenommen hatten, langsamer teilten als in den anderen Gruppen und ein um 40 Prozent geringeres Tumorzellwachstum aufwiesen. Die fettarme Diät hatte dagegen keinen Einfluss auf das Wachstum der Tumorzellen, wobei die Kombination aus Leinsamen plus Diät am wirksamsten war. Das Forscherteam will nun prüfen, ob Leinsamen mit oder ohne Diät das Rezidivrisiko von Männern mit operiertem Prostata-Ca verringern kann.

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  • Glukosinolate schützen vor Prostatakarzinom

    Vielen sekundären Pflanzenstoffen werden antikanzerogene Wirkungen zugesprochen. Eine besondere Aufmerksamkeit erfahren in der Forschung gegenwärtig die Glukosinolate bzw. das Sulphoraphan der Kreuzblütlergewächse– wie Kohlgewächse, Senf und Meerrettich, die in Zell- und Tierversuchen bereits krebspräventive Wirkungen gezeigt haben.

    Nun hat eine Forschergruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg den Einfluss von Glukosinolaten auf die Entstehung des Prostatakarzinoms untersucht, indem sie 11.405 männliche Teilnehmer der EPIC-Heidelberg-Kohortenstudie untersuchte (Steinbrecher A et al. / Int J Cancer 2009). Anhand eines validierten Ernährungsfragebogens wurde die individuelle Glukosinolat-Aufnahme über die Nahrung errechnet. Dabei zeigte sich, dass das Risiko, ein Prostatakarzinom zu bekommen, signifikant sank, je mehr Glukosinolate aufgenommen wurden. In der Gruppe, in der am meisten Glukosinolate verzehrt wurden, war das Risiko um ein Drittel geringer.

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  • Nutzen der intermittierenden antihormonellen Therapie bei Prostatakarzinom bestätigt

    Um die Stillstandszeit beim Tumorwachstum möglichst lange auszudehnen, kann man die Hormonbehandlung bei Prostatakrebspatienten mit Pausen durchführen. Dass eine intermittierende antihormonelle Therapie wirksam und sinnvoll ist, bestätigt nun eine aktuelle Studie (Yamanaka / Prostate 2005) mit 215 Prostatakarzinompatienten von im Durchschnitt 70 Jahren, die nach perkutaner Radiatio entweder kontinuierlich oder intermittierend eine antihormonelle Therapie erhielten. Es zeigte sich dabei über den Nachbeobachtungszeitraum von 17,3 Monaten kein Nachteil der intermittierenden antihormonellen Therapie.

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  • Prostatakarzinom: Gewebe schonen durch Galvanotherapie

    Radiologen des Frankfurter Universitätsklinikums konnten in einer klinischen Studie (Vogl / Radiology 2007) zeigen, dass die mittels MRT gesteuerte Galvanotherapie zur Behandlung des lokalisierten Prostatakarzinoms geeignet ist.

    Insgesamt wurden 44 Patienten mit histologisch nachgewiesenem Prostatakarzinom mit der Galvanotherapie behandelt. Die Behandlung erfolgte drei Mal in Intervallen von einer Woche, wobei während dieser Behandlungsphase dem Tumor Gleichstrom in einer Gesamtmenge von maximal 350 Coulomb zugeführt wurde. Dem Patienten werden hierfür unter örtlicher Betäubung und unter MRT-Kontrolle zwei Platin-Elektroden durch die Gesäßmuskulatur (transgluteal) über eine Punktionsnadel in den rechten und linken Prostataanteil eingebracht.

    Klinisches Ergebnis: Die Tumorgröße konnte im Schnitt von 1.90 cm auf 1.12 cm reduziert werden, was einer Größenreduktion um durchschnittlich 41 Prozent entspricht. Die Kontrolluntersuchung zwölf Monate nach der Behandlung zeigte folgende Resultate: Ein Patient wies einen vollständigen Tumorrückgang auf, ein partieller Tumorrückgang war bei 18 Patienten festzustellen. Bei 23 Patienten war der Krankheitszustand stabil. Zwei Patienten wiesen ein progressives Größenwachstum auf. Metastasen waren bei keinem Patienten nachweisbar. Außerdem wurde eine Reduktion des prostataspezifischen Antigens (PSA) beobachtet.

    Das neue Verfahren eignet sich laut Autoren besonders für Tumore mit einem Durchmesser von maximal 8 cm. Allerdings sollte man das Verfahren nicht anwenden, wenn sich das Tumorgewebe in der Nähe von Hauptschlagadern und Nerven befindet.

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  • Sojamilch hilft PSA-Werte senken

    Forscher der Universität Florida haben die Wirksamkeit von Soja-Isoflavonen an 20 Prostatakrebspatienten mit PSA-Versagen untersucht (Pendleton / Cancer 2008). Alle Patienten hatten eine Therapie wegen eines lokalisierten Prostatakarzinoms hinter sich (11 Patienten hatten eine radikale Prostatektomie, 9 eine Strahlentherapie) und bei Studieneinschluss ein laborchemisches Rezidiv. Im Rahmen der nicht-randomisierten, nicht-blinden Phase-II-Studie bekamen die Patienten ein Jahr lang dreimal täglich 250 ml Sojamilch zu trinken, wobei dies einer Tagesdosis von 141 mg Isoflavonen entspricht. Der durchschnittliche Anstieg des PSA-Werts hatte bei den Patienten vor Studienbeginn 56% pro Jahr betragen, während der Studie nahm er im Schnitt auf 20% pro Jahr ab. Bei sechs Patienten war der Anstieg der PSA-Serumkonzentration während der Diät niedriger als zuvor, bei zweien höher, und bei zwölf Patienten gab es keine signifikante Veränderung des PSA-Anstiegs.

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Psyche


  • Krebspatienten fühlen sich bei Therapieentscheidungen nicht ausreichend informiert

    Laut einer Umfrage bei 5000 Krebspatienten aus 49 deutschen onkologischen Fachpraxen und Tageskliniken bemängelte fast jeder dritte Patient, dass die Mitbestimmung bei Diagnostik- und Therapieentscheidungen unzureichend sei (PASQOC-Studie 2004).

    Die häufigste Kritik an der onkologischen Versorgungssituation war ein verbesserungsbedürftiger Umgang mit Nebenwirkungen (39 Prozent). Am zweithäufigsten bemängelten immerhin 30 Prozent der Befragten eine unzureichende Mitbestimmung bei Diagnostik- und Therapieentscheidungen.

    Dass der Wissenstand der Krebspatienten auch für die weitere Therapie der Patienten wichtig ist, zeigt übrigens eine amerikanische Untersuchung des Dana-Farber-Institutes, bei der gezeigt werden konnte, dass informierte Patienten häufiger modernste Arzneimittel erhalten als Uninformierte.

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  • Patienten mit optimistischer Grundeinstellung leben länger

    Patienten mit Lungenkrebs und einer optimistischen Einstellung leben länger als pessimistische Lungenkrebspatienten. Diese Erkenntnisse gewannen Forscher (Novotny et al. / Journal of Thoracic Oncology 2010). In der aktuellen Studie identifizierten die Forscher pessimistische und optimistische Persönlichkeitsstile unter Patienten, indem sie die Optimismus-Pessimismus-Skala (PSM) des Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI) verwendeten. Sie untersuchten rückblickend 534 Lungenkrebspatienten, die circa 18 Jahre vor ihrer Diagnose einen MMPI vollendet hatten. Als optimistisch klassifizierte Patienten, lebten im Durchschnitt sechs Monate länger als Patienten mit einer pessimistischen Einstellung. Die fünfjährigen Überlebens-Raten für die zwei Gruppen lagen bei 33 Prozent für Optimisten und 21 Prozent für Pessimisten. Dieser Zusammenhang war unabhängig von Rauchen, dem Krebs-Stadium, dem Therapieverfahren, Komorbiditäten, dem Alter und dem Geschlecht der Betroffenen.

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  • Psychotherapie verbessert Überlebenschancen beim Mammakarzinom

    In einer randomisierten Studie konnte gezeigt werden, dass eine psychologische Intervention die Prognose von Brustkrebspatientinnen verbessert (Andersen /Cancer 2008), wobei die Autoren die positiven Ergebnisse auf die günstigen immunologischen Auswirkungen der Entspannungsübungen zurückführten.

    An der Studie hatten 227 Patientinnen mit Mammakarzinom im Stadium II oder III teilgenommen. Bei allen Frauen war der Tumor entfernt worden, und alle Frauen erhielten eine adjuvante Therapie. Zusätzlich wurden sie in zwei Gruppen randomisiert: entweder erhielten sie eine reguläre medizinische Betreuung oder eine spezielle psychologische Intervention. Dabei erlernten die Patientinnen nicht nur ein Entspannungstraining (Progressive Muskelentspannung), sondern sie wurden auch zu sportlichen Tätigkeiten ermuntert und erhielten Ernährungstipps. Außerdem boten die Therapeuten Unterstützung bei therapiebedingten Symptomen (z.B. Fatigue) und im sozialen Umfeld an.

    Die Intervention senkte sowohl die Rezidivrate als auch das Risiko, an Brustkrebs zu sterben. Die Gesamtsterblichkeit war im Interventionsarm nur halb so hoch wie in der Vergleichsgruppe. Rezidive traten im Interventionsarm der Studie durchschnittlich sechs Monate später auf. Die Überlebenszeit der verstorbenen Teilnehmerinnen wurde von durchschnittlich 4,8 auf 6,1 Jahre verlängert.

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