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Ganzheitliche Ansätze bei Prostatakrebserkrankungen in Diagnostik und Therapie
Seminar III: 9:00-13:00 Uhr, € 25,--
Ganzheitliche Ansätze bei Prostatakrebserkrankungen in Diagnostik und Therapie
Leitung: Dr. Heinz Mastall
Das Seminar wird ausführlich mit mehreren kompetenten Fachreferenten auf die verschiedenen medizinischen und biologischen Heilansätze bei Prostata-Ca eingehen und natürlich Raum geben für die Fragen der Teilnehmer.
Dr. Heinz Mastall: Einführung
Seit über 25 Jahren gilt die radikale Prostatektomie als der Goldstandard, gefolgt von Strahlentherapie und Hormonblockade. Der Grund liegt in der Annahme, dass die Heilung nur durch die radikale Organentfernung erreicht werden kann. Relativiert wird diese Annahme durch die Tatsache, dass ca. 30 % der Patienten durch die Operation nicht geheilt werden und einen PSA Progress erleiden. Dies mag einerseits daran liegen, dass bereits Prostatakarzinome in Anfangsstadien Mikrometastasen hämatogen streuen können. Auch zeigt die Arbeit von Bill-Axelson (2005), dass nach 10 Jahren der Überlebensvorteil der Prostata-Ca-Patienten über 65 Jahre, die radikal prostatektomiert wurden, gegenüber den nicht therapierten Patienten einen Überlebensvorteil von nur 5 % betrug. Die gefürchteten Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz sind bekannt. Vor diesem Wissenshintergrund und dem Wunsch des Mannes, bis ins höhere Lebensalter aktiv am Leben teilzunehmen, hat weltweit ein Umdenken hin zu schonenderen Therapiemethoden stattgefunden.
Dr. Heinz Mastall: Biopsiefreie Diagnostik und Therapiemöglichkeiten des Prostata-Ca
Ein Überblick über die heute möglichen Diagnose- und Therapieverfahren wird gegeben einschließlich Operationsmethoden, Strahlentherapien, wie Seeds, Afterloading, Cyberknife, bis hin zur äußerst gewebeschonenden Protonentherapie. Besonderes Augenmerk wird auf schonende Therapieverfahren (die auch wiederholbar sind) wie 3-fach Hormonblockade nach Leibowitz, HIFU (hochfokussierte Ultraschalltherapie) und TURF (Transurethrale Hyperthermie) gerichtet. Alle aktuellen Leitlinien zur Behandlung des Prostata-CAs betrachten heute das "watchful waiting" als gleichberechtigte Therapieoption (sowohl für Tumore mit geringem Progressionsrisiko, in USA auch bei mittlerem und hohem Risiko). Watchful waiting ist aus unseren jahrzehntelangen Beobachtungen jedoch nicht genug! Deutlich bessere Therapieergebnisse erzielt derjenige Prostata-Ca-Patient, der selbst aktiv wird; aktiv seinen Lifestyle ändert (Psyche, Sport, Ernährung) und bestimmte Nahrungsergänzungsmittel zuführt: aktives watchful waiting. Beindruckende Erfolge konnte Tallberg bei Prostata-Ca- Patienten erzielen, indem er durch spezifische Aminosäuren-Spurenelementmischungen eine Redifferenzierung (Rückverwandlung von Krebszellen in normale Zellen) nachweisen konnte.
Dr. Thomas Dill: Schonende Diagnostik und Therapie bei Prostataerkrankungen mit besonderem Augenmerk auf der HIFU
Immer mehr Männer leiden an Erkrankungen der Prostata. Man unterscheidet die gutartige Prostatavergrößerung, die in erster Linie Beschwerden beim Wasserlassen bis hin zum Nierenversagen auslöst, und die bösartigen Tumorerkrankungen, die unbehandelt zur Metastasierung und zum Tode führen können. Für die Behandlung des Benignen Prostatasyndroms stehen heute schonenden Verfahren zur Verfügung, die die Lebensqualität der Patienten erhalten, da Kontinenz und Sexualität nicht eingeschränkt werden. Im Falle eines Prostata-Karzinom-Verdachtes auf Grund einer PSA-Wert Erhöhung oder eines auffälligen Tastbefundes der Prostata kommen heute moderne diagnostische Verfahren wie die Echtzeit-Elastographie oder der PCA-3 Urintest zum Einsatz. Mit Hilfe dieser modernen Untersuchungsverfahren lassen sich die meisten unnötigen Biopsien vermieden. Bei Nachweis eines Prostatakarzinoms kann auf die invasive Operation oder Bestrahlung verzichtet werden. Mittlerweile steht mit der HIFU-Methode, bei der das Prostatagewebe mit gebündeltem Ultraschall punktförmig erhitzt und koaguliert wird, eine effektive Alternative zur Verfügung. Bei kleinen randständigen Tumoren kann auch eine fokale Therapie erfolgen, die die Funktion der Prostata weitgehend erhält.
Dr. Friedrich Douwes: TURF – Transurethrale Hyperthermie bei Prostata-Ca
Das Prostatakarzinom wird von immer größerer Bedeutung, nicht nur dass es zahlenmäßig zunimmt, sondern auch zunehmend jüngere Männer betrifft. Entdeckt wird es meistens durch eine PSA-Erhöhung. Nach einer positiven Biopsie wird meistens eine Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata) vorgeschlagen oder auch eine Strahlentherapie. Da das Prostatakarzinom häufig sehr langsam wächst, haben aber viele Männer ein Prostatakarzinom ohne es zu wissen, sie sterben auch nicht an ihrem Prostatakarzinom, sondern allenfalls mit ihrem Prostatakarzinom. Da bisher für die operative Prostataentfernung gegenüber „Wait and Watch“ (abwartende Beobachtung) kein entscheidender Überlebensvorteil statistisch nachgewiesen werden konnte, suchen immer mehr Männer nach weniger aggressiven Behandlungsformen, die mit weniger Nebenwirkung belastet sind. Denn die Prostataentfernung führt nicht selten zu einer dauerhaften Impotenz und Inkontinenz (Urin kann nicht mehr gehalten werden). Als ein Alternativverfahren kann hier die lokale, durch die Harnröhre geführte, Überwärmungsbehandlung (TURF) dienen. Sie führt in der Prostata zu einer Zerstörung des Krebsgewebes, lässt aber die gesunden Zellen unbeschädigt. Mit einer gleichzeitig eingeleiteten Hormonbehandlung kann hierdurch in einem hohen Prozentsatz auf eine Operation verzichtet werden. Kombiniert wird diese Behandlung mit einem Gesundheitsprogramm für die Prostata, so dass auch noch Jahre nach der Überwärmungsbehandlung die Patienten krebsfrei sind und über eine gesunde Prostatafunktion ohne Impotenz und Inkontinenz verfügen. Die Langzeitergebnisse einer an der Klinik durchgeführten Studie werden vorgestellt und ausführlich diskutiert.
Dr. Ludwig Jacob: Ernährung, Säure-Basen-Haushalt und Nahrungsergänzung beim Prostata-Ca
Die persönliche Prognose hängt sehr eng mit der Art (langsam wachsender „Haustierkrebs“ oder aggressiver „Raubtierkrebs“) und der Ausbreitung des Tumors zum Zeitpunkt der Diagnose zusammen. Etwa 47 Männer müssen erst radikal operiert werden, um davon einem Mann das Leben zu retten. Active surveillance (aktives Beobachten) ist daher in vielen Fällen eine anerkannte und sinnvolle Behandlungsform. Sowohl nach Primärtherapie als auch unter active surveillance gibt es viel, was Mann tun kann, um den Jahren mehr Leben und dem Leben mehr Jahre zu geben. Wer enge Familienangehörige mit Prostatakrebs hat, verfügt zwar statistisch über ein doppeltes Erkrankungsrisiko. Doch z. B. die GEMINAL-Studie zeigt, dass wir unsere Gene und deren Expression durch Ernährung und Lebensweise verändern können. Polyphenole (Granatapfel, Curcumin, Grüntee, Soja), Tomaten-Lykopin, Omega-3-Fettsäuren, Bor und Vitamin K2 (Menaquinon) können einen wertvollen zusätzlichen Beitrag leisten. Verunsicherung herrscht in Bezug auf Selen und Vitamin E. Hilft Selen oder schadet es mehr? Was lernen wir aus der SELECT-Studie? Vor allem fortgeschrittene Tumore produzieren erhebliche Mengen Milchsäure. Das saure Milieu beschleunigt den Knochenabbau und die Metastasierung. Das körpereigene Immunsystem bzw. die Chemo- oder Strahlentherapie können den Tumor nicht angreifen. Wie kann man den Tumorstoffwechsel beeinflussen und effektiv die Knochen stärken, insbesondere unter Hormonentzugstherapie, die Herz und Knochen angreift? Auf diese Fragen soll der Vortrag Antworten liefern und über wirkungsvolle Synergien von evidenzbasierter Naturheilkunde und Schulmedizin informieren.
Prof. Dr. Karl-Friedrich Klippel: Angstbewältigung bei Prostatakrebs mit neuesten Erkenntnissen der Neurophysiologie
Angst ist gesund – Angst macht krank: Angst zu haben ist nicht nur eine physiologische, normale Fähigkeit des Menschen und der Primaten, einschließlich Hunde etc., sondern auch eine Eigenschaft, die Leben retten kann. Angstreaktionen schützen uns vor Risiken und Gefahren, schneller und früher als wir denken können. Diese Angst-Alarmreaktionen laufen innerhalb von Millisekunden ab ohne Einschaltung des Bewusstseins, bedingt durch genetische etablierte oder erworbene Selbstschutzprogramme. Sie aktivieren unser autonomes, vegetatives Nervensystem und alarmieren sämtliche Körpersysteme in unterschiedlicher Stärke. Pro Sekunde laufen über 27 Millionen „biochemische Angstreaktionen“, gesteuert von zwei wichtigen Angstzentralen im Gehirn, der Amygdala (Mandelkern) und dem Hippokampus. Eine Vielzahl von Neurotransmittern, Hormonen und Signalstoffen wie Adrenalin, Noradrenalin, Cortison u. a. werden daran beteiligt. Nach Ablauf solcher Angstreaktionen fühlen sich die Personen erschöpft, müde und ruhebedürftig. Dies gilt nicht nur für die akuten, bewussten Ängste, sondern im gleichen Maße auch für unbewusste, verdrängte oder okkulte Ängste. Akute Ängste, deren Auslöser bekannt ist, sind relativ einfach zu behandeln im Gegensatz zu den okkulten Ängsten, die im Verborgenen im Unterbewussten wirken. Jeder Tumorpatient bedarf nicht nur der somatischen Therapie, sondern auch der psychischen Begleitung, um die verborgenen Desintegrationsängste, Ängste vor dem Selbstverlust, sichtbar zu machen und zu neutralisieren. Die okkulte, unbewusste Angst hat hohes immunsuppressives Potenzial. Nicht selten äußert sich die okkulte Angst in Depression und Selbstaufgabe. Da Prostata-Ca fast immer auch antiandrogen (Testosteronentzug) behandelt wird, sind neben den Schwierigkeiten, mit einem potenziell tödlichen Tumor zu leben, auch die depressionsfördernden Therapiemaßnahmen therapeutisch zu begleiten. Neue Forschungsergebnisse und alte psychologische „Weisheiten“ werden vorgestellt und diskutiert.



