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Hier finden Sie Meldungen, die von der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. regelmäßig in der Mitgliederzeitschrift SIGNAL veröffentlicht wurden.
Wir haben uns bemüht, wegen der besseren Verständlichkeit möglichst wenige medizinische Fachbegriffe zu verwenden. Daher bitte für die Suche vor allem laienverständliche Begriffe (z.B. „Brustkrebs“ anstelle „Mammakarzinom“) verwenden.
Ausleitung
Was ist "Ölkauen"?
Nach einer Ovarial-Ca-Erkrankung vor zwei Jahren bemühe ich mich, ein von der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr empfohlenes biologisches Therapiekonzept konsequent durchzuführen. Bei insgesamt gutem Allgemeinzustand bin ich seither rezidiv- und metastasenfrei geblieben. Eine Bekannte empfahl als zusätzliche Maßnahme, die Entgiftung im Körper mit einer speziellen "Mundhygiene", dem so genannten "Ölkauen" zu unterstützen. Was ist darunter zu verstehen?
Selbst bei gewissenhafter Zahn- und Mundpflege werden Zunge und Zahnfleisch über Nacht mit einem Bakterienfilm überzogen. Spülen ("ölkauen") Sie jedoch morgens nach dem Aufstehen die Mundhöhle mit 1 Esslöffel Sonnenblumenöl mind. 10, max. 20 Minuten lang, kann das Öl einen Großteil der Bakterien absorbieren. Wenn Sie das Öl gut "gekaut" haben, sollte es eine weissliche Farbe haben. Nach dem Ausspucken des Öles sollten Sie gründlich mit Wasser nachspülen, dann Zähne und Zahnfleisch mit der Zahnbürste reinigen und abschließend die Zunge von hinten nach vorne mit einem Zungenschaber (erhältlich in jedem Drogeriemarkt) zusätzlich abstreifen. Diese Prozedur können Sie gegebenenfalls tagsüber jeweils vor den Mahlzeiten und zuletzt vor dem Schlafengehen wiederholen. Bei langfristiger Durchführung des Ölkauens werden vielfältige günstige Wirkungen auf den Gesamtorganismus und insbesondere auf Zähne und Zahnfleisch beobachtet.
Brustkrebs
Akupunktur bei Lymphstauungen
Vor einem Jahr wurde mir wegen Brustkrebs die linke Brust abgenommen und 13 Lymphknoten aus der Achsel entfernt. Da drei Lymphknoten befallen waren, wurde ich nachbestrahlt. Als Folge dieser Maßnahmen leide ich unter Lymphstauungen im linken Arm insbesondere im Unterarmbereich und in der Hand. Eine Bekannte von mir hat gute Erfahrungen mit der Akupunktur gemacht. Darf ich überhaupt am linken Arm genadelt werden?
Die Therapie sollte nur von einem erfahrenen Akupunkturarzt durchgeführt werden. Wenn erforderlich dürfen auch gewisse Punkte am linken Arm genadelt werden. Zusammen mit Lymphdrainage und der Einnahme spezieller pflanzlicher bzw. homöopathischer Präparate können die Lymphabflußstörungen am linken Arm günstig beeinflußt werden. Positiv verstärkende Effekte sind zusätzlich durch eine tiereiweißarme Ernährung und über eine geregelte Verdauung zu erreichen.
Alternative zur Operation?
Durch Selbsttasten habe ich vor etwa einer Woche einen Knoten in meiner linken Brust bemerkt. Das Nachtasten beim Frauenarzt bzw. die Mammographie bestätigen leider den hochgradigen Verdacht auf ein Mamma-Ca. Ich bin 28 Jahre alt. Mein Frauenarzt drängt mich zu einer baldigen operativen Entfernung des Tumors. Gibt es für mich Alternativen zur OP? (Signal 1-2004)
Wir empfehlen Ihnen, sich baldmöglichst den Brusttumor operativ entfernen zu lassen. Durch die Sicherung der Diagnose über den histologischen (= feingeweblichen) Befund wird die psychisch belastende Situation beendet. Die Entfernung des Tumors stärkt die Eigenregulation des Organismus, indem die belastende Tumormasse entfernt wird. Ein über unsere zentrale Beratungsstelle erhältliches Operationsvor- und Nachbereitungsprogramm hilft, Wundheilungsstörungen und die Nachblutungsgefahr zu verringern. Weiterhin können Sie im Vorfeld der Operation die Herstellung einer Tumor-Impfstofflösung (siehe unser Informationsblatt ASI = Aktiv-Spezifische-Immuntherapie) in die Wege leiten. Zusammengefasst gibt es daher aus unserer gegenwärtigen Sicht und Erfahrung keinerlei Alternative zu einem operativen Eingriff. Auch wenn wir aus den genannten medizinischen Gründen den operativen Eingriff als sinnvollste Intervention sehen, würden wir eine anderslautende Entscheidung Ihrerseits natürlich auch akzeptieren und Ihren weiteren Weg soweit möglich unterstützen.
Antihormontherapie
Schon bei der Diagnose "Brustkrebs" stand mein Entschluss fest, mich nur operieren zu lassen. Wegen der Tumorgröße, zweier befallener Lymphknoten und positiver Hormonrezeptoren wurde mir jedoch eine kombinierte Chemo-Strahlen-Therapie und eine über fünf Jahre dauernde Anti-Hormon-Therapie als unbedingt notwendige Nachbehandlung empfohlen. Da ich diese Massnahmen weiterhin ablehne, finde ich mich als Außenseiterin massivem Druck von ärztlicher Seite wie auch aus dem familiären Umfeld ausgesetzt. Wie stehen Sie zu meiner Entscheidung? (Signal 1/2002)
Die GfBK respektiert Ihre individuelle Entscheidung und wird Sie, falls gewünscht, gerne beratend begleiten. Aus der Sicht der konventionellen Medizin ist ohne Zweifel eine intensive Nachbehandlung notwendig, wobei Ihre persönliche Einstellung zu Krankheit und Therapie unserer Meinung nach ebenso entscheidende Faktoren für den Krankheitsverlauf sind. Daher gibt es bei Ihrem Erkrankungsfall für Sie persönlich keine zwingende Verpflichtung für die vorgeschlagene aggressive Nachbehandlung, auch wenn Ihnen ein solcher Behandlungsweg nahegelegt wird. Ob aufgrund manchmal fragwürdiger statistischer Aussagen und Wahrscheinlichkeiten Ihre Prognose entscheidend positiv beeinflusst wird, kann leider niemand wirklich versprechen. Natürlich sollten Sie nicht unverantwortlich mit Ihrem Schicksal umgehen und sich Informationen und rationalen Argumenten nicht verschliessen - bei gewissen Entscheidungen kann aber die emotionale Komponente wichtiger sein als die rationale. Eine andere Patientin mit einem Befund, der in jeder Hinsicht Ihrem Befund gleicht, könnte sich beispielsweise zu einer Strahlen- und antihormonellen Nachbehandlung entscheiden und würde bei diesem Vorgehen für sich den größten Sinn sehen.
Behandlung eines DCIS
Ich bin 34 Jahre und leide seit einiger Zeit an einer Mastopathie (chronisch entzündliche Veränderung meiner Brustdrüse). Meinem Frauenarzt kam der Befund verdächtig vor und er überredete mich zu einem operativem Eingriff. Dabei wurde eine Vorstufe eines ca. 5 mm großen Ca, ein sogenanntes DCIS (einer bestimmten harmloseren Art bzw. Vorstufe des Brustkrebses) festgestellt und im Gesunden entfernt; die Lymphknoten waren nicht befallen, der Tumor erwies sich als hormonabhängig. Prophylaktisch wurde mit für die Dauer von 5 Jahren eine antihormonelle Therapie mit dem Präparat Tamoxifen vorgeschlagen. Ist das nach Ihrer Meinung sinnvoll ? (Signal 01-2005)
Die von Ihnen beschriebene Vorstufe einer Krebserkrankung, ein sog. DCIS (Duktales Carcinoma in situ) ist nicht als invasiver Tumor anzusehen. Daher ist dieses Krankheitsbild unserer Ansicht nach im Anschluß an den operativen Eingriff meist auch ohne konventionelle Behandlungsmethoden therapierbar. Der Sinn einer Nachbehandlung mit Tamoxifen wird vielfach inzwischen auch von Schulmedizinern in Frage gestellt (AGO-Organkommission 2001). Dem geringen Therapieeffekt bei einer Vorstufe eines Mamma-Karzinoms sind Nebenwirkungen (klimakterische Beschwerden) und potentielle Risiken (Thromboembolien - Blutgerinnungsstörungen, Endometriumkarzinom - Krebserkrankung der Schleimhäute in der Gebärmutter, Leberschäden, Augenschäden) entgegenzusetzen, deren langfristige Folgen nicht abzuschätzen sind. Bei einem DCIS sollte daher einer intensiven biologischen Nachbehandlung ohne antihormonelle Therapie der Vorzug gegeben werden.
Brustkrebs - Vorbeugung - Ernährung - Leinsamen
Meine Mutter ist an Brustkrebs erkrankt. Gerne möchte ich etwas tun, um auch bei mir Brustkrebs vorzubeugen, insbesondere da bei mir seit längerem eine Mastopathie besteht, wodurch ich vor meiner Regelblutung Schmerzen in der Brust habe. Nun habe ich gehört, dass der regelmäßige Verzehr von Leinsamen sinnvoll sein soll. Stimmt das und gibt es noch andere Ernährungmaßnahmen, um Brustkrebs vorzubeugen?
Lignane sind in Samen, Getreide, Gemüse und Obst enthalten und zählen zu den von Europäern am häufigsten verzehrten Phytohormonen. Aktuell konnte in einer großen Studie die krebsvorbeugende Wirkung von Lignanen und damit auch Leinsamen, das sehr viel Lignane enthält, belegt werden. Schwedische Forscher haben im Rahmen einer Mammographie-Studie über 50.000 Frauen nach ihren Essgewohnheiten befragt und die aufgenommene Menge an Lignanen geschätzt. über einen Zeitraum von acht Jahren wurde beobachtet, wie häufig Brustkrebs auftrat. Das Ergebnis: Frauen nach den Wechseljahren, deren Kost viele Lignane enthält, erkranken um 17 Prozent seltener an Brustkrebs als Frauen, bei denen nur wenig lignanhaltige Lebensmittel verzehrt werden. Die Lignane wirkten besonders bei Frauen, die Hormone einnahmen. Dies könnte an der phytohormonartigen Wirkung liegen, da Phytohormone bei hohen östrogenspiegeln eher wie leichte Antihormone wirken. Und sicherlich spielen auch noch andere Wirkungsmechanismen eine Rolle. Bei hohem Ballaststoffgehalt der Nahrung werden beispielsweise weniger Hormone durch den Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Leinsamen ist eine besonders reiche Lignanquelle. Außerdem enthält eine getreide- bzw. ballaststoffreiche Kost besonders viel Lignane. Lignane sind auch sonst weit verbreit und finden sich in vielen Obst - und Gemüsesorten (wie z.B. Kirschen, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Karotten, Brokkoli, Fenchel, Zwiebel und Knoblauch). Zur Vorbeugung und auch bei bereits Erkrankten ist die regelmäßige Einnahme von Leinsamen, der neben viel Lignanen auch wertvolle Ballaststoffe, Vitamine und vor allem Omega-3-Fettsäuren enthält, empfehlenswert. Die tägliche Verzehrmenge beträgt dabei 1-2 TL, z.B. in Jogurt verrührt. Damit die Inhaltsstoffe aufgenommen werden können, muss der Leinsamen vorbehandelt werden. Besonders gut verwertbar ist dabei extra aufgeschlossener Leinsamen (in Reformhäusern erhältlich) oder frisch geschroteter Leinsamen. Zur weiteren Vorbeugung und Bekämpfung von Brustkrebs haben sich neben Leinsamen folgende Pflanzenstoffe bzw. Lebensmittel bewährt: Soja und Sojaprodukte, Linsen, Omega-3-Fettsäuren (Fischöl), Gelbwurz, Knoblauch, alle Kreuzblütler (wie z.B. Brokkoli, Rosenkohl, Blumenkohl, Weißkohl, Wirsingkohl, Kresse, Radieschen, Rettich, Rucola), Grüner Tee, äpfel, Beeren und Sprossen. Außerdem sollte nur in geringen Mengen Eiweiß und Fett in Form von Fleisch und Wurst verzehrt werden. Um Brustkrebs vorzubeugen, ist eine fettarme Ernährung besonders wichtig. Raffinierter Zucker, Süßgetränke, Weißmehlprodukte, hocherhitzte Speisen (über 180 Grad C), Fertigprodukte und Fast Food sind stark einzuschränken. Stattdessen ist es empfehlenswert, auf die Zufuhr hochwertiger Kohlehydrate mit viel Ballaststoffen und antioxidativen Vitaminen, also Gemüse, Salate, Obst und Vollkornprodukte - möglichst in naturbelassener Form - und auf die Zufuhr naturbelassener pflanzlicher öle (insbesondere Olivenöl und Leinöl) zu achten. Außerdem sollte Alkohol eher gemieden und genügend Flüssigkeit aufgenommen werden: mindestens 2 - 2,5 l/Tag in Form von kohlensäurearmen Mineralwässern und Kräutertees; Säfte nur verdünnt trinken (und möglichst auch milchsauer vergorene Säfte wie Sauerkraut-, Sellerie-, Karottensaft, Kanne- Brottrunk). Dieselben Ernährungsempfehlungen gelten auch für an Brustkrebs Erkrankte.
Brustkrebs und Herceptin
Ich habe Brustkrebs und mein behandelnder Frauenarzt hat mir die Gabe von Herceptin empfohlen. Nun mache ich mir Sorgen, weil ich gehört habe, dass dadurch Herzschädigungen auftreten können. Was ist das für eine Substanz und wie unbedenklich ist deren Anwendung?
"Herceptin" (Trastuzumab) ist der Handelsname eines Antikörper-Präparats zur Behandlung von Brustkrebs. Herceptin ist als monoklonaler Antikörper in der adjuvanten Situation (d.h. nach Primäroperation) und bei metastasiertem Brustkrebs zugelassen. Herceptin wirkt folgendermaßen: Brustkrebszellen tragen auf ihrer Oberfläche häufig Rezeptoren (HER 2), mit denen sie bestimmte Eiweißstoffe aufnehmen. Diese körpereigenen Eiweißstoffe fördern das Wachstum von Brustdrüsenzellen. Brustkrebszellen bilden häufig besonders viele HER-2-Rezeptoren aus. Um diese Wachstumsimpulse für Krebszellen zu verhindern, wurde ein Antikörper entwickelt, der sich ebenfalls an die HER 2-Rezeptoren anbindet und diese blockiert. Dadurch können die körpereigenen Wachstumsförderer nicht mehr andocken, wodurch die Tumorzellen keine Wachstumsimpulse mehr erhalten. HER-2-Rezeptoren sind jedoch nur bei etwa 30 Prozent der Patientinnen vorhanden. Nur bei diesen kann die Therapie überhaupt wirksam werden. Darum muss vor einer Behandlung untersucht werden, ob HER-2-Rezeptoren vorhanden sind. Das sollte in einem darauf spezialisierten Labor geschehen, da der Test noch nicht allgemein standardisiert ist. Voraussetzung für die Anwendung ist eine dreifache Ausprägung (sog. überexpression) des sogenannten HER2-Rezeptors. Leider ist die Wirkung trotz bestehender Zulassung des Medikamentes nicht zufriedenstellend. So ergab eine Therapiestudie mit 469 Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs, dass die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung nur um 3 Monate verlängert werden konnte. Die Auswertung einer aktuellen Studie (sog. HERA-Studie), bei der Herceptin in der adjuvanten Situation, d. h. nach der Primär-Operation, angewandt wurde, verbesserte das krankheitsfreie überleben nach zweijähriger Nachbeobachtung lediglich um 7,6 %. Außerdem kam es bei jeder 200. Patientin zu Herzproblemen. Unter der Gabe von Herceptin traten auch in anderen Studien gehäuft Herzkreislauf-Reaktionen und schwerwiegende Infusionsreaktionen auf. Besonders gefährdet waren Frauen, die Herceptin mit chemotherapeutischen Substanzen, den Anthrazyklinen einnahmen oder bereits vor Behandlungsbeginn Anthrazykline erhalten hatten. Um diesen Herzproblemen vorzubeugen, empfiehlt die GfBK im Falle einer Herceptinbehandlung unbedingt die kombinierte Gabe von Carnitin und Coenzym Q10. Auch in anderen Studien konnte der Nutzen einer Therapie nicht wirklich überzeugend dargestellt werden, so dass kritische Experten dazu raten, bei bis dato fehlenden Hinweisen für einen klinisch-relevanten Nutzen der Antikörpertherapie, die adjuvante Gabe von Herceptin trotz bestehender Zulassung weiterhin kritisch und bei jeder Patientin individuell zu bewerten. Wir empfehlen Patientinnen, vor einer Therapie die persönliche Entscheidung gemeinsam mit Ihren behandelnden ärzten kritisch zu hinterfragen. Denn: Ob sich mit Herceptin wirklich eine Verbesserung des Gesamtüberlebens erreichen lässt, kann entgegen anpreisender Darstellungen in der Laienpresse aufgrund der aktuellen Datenlage nicht eindeutig beantwortet werden.
Brustkrebs und Tamoxifen
Ich wurde vor zwei Jahren wegen Brustkrebs an der Brust operiert und nehme seit der Strahlentherapie Tamoxifen. Ich habe erhebliche Nebenwirkungen und möchte wissen, ob man dieses Mittel durch eine biologische Alternative ersetzen oder wenigstens etwas gegen die Nebenwirkungen unternehmen kann? (Signal 2/2007)
Grundsätzlich können Brusttumore in ihrem Wachstum durch körpereigene Hormone, vor allem den Östrogenen gefördert werden. Das soll eine Anti-Hormon-Therapie verhindern. Das Prinzip: Die Brustdrüsenzellen tragen auf der Oberfläche Rezeptoren, mit denen sie die von den Eierstöcken produzierten Östrogene einfangen. Um das zu verhindern, werden hormonähnliche Substanzen (z. B. "Tamoxifen") verabreicht, die sich ebenfalls an den Rezeptoren festsetzen und diese blockieren. Die körpereigenen Östrogene können nicht mehr wirksam werden. An Stelle von Tamoxifen gibt es neuerdings so genannte Aromatasehemmer wie "Aromasin", "Letrozol", "Anastrozol" oder "Exemestan". Diese verhindern im Gegensatz zur Rezeptorhemmung durch Tamoxifen die Bildung körpereigener Östrogene. Bei Patientinnen, die Tamoxifen nicht vertragen oder erhöhtem Risikoprofil (Thrombose- oder Embolierisiko), werden inzwischen Aromatasehemmer empfohlen. Allerdings können auch unter der Einnahme von Aromatasehemmern erhebliche Nebenwirkungen häufig in Form von Knochen- und /oder Gelenkschmerzen auftreten, die die Patientin je nach Ausmaß in Ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigen können.
Kommt es unter der Behandlung mit Antihormonen zu Wechseljahrsbeschwerden, können biologische Maßnahmen lindernd angewandt werden. So hilft bei leichten Hitzewallungen oder Schweißausbrüchen Salbei als Teeaufguss oder als Präparat. Heftigere Beschwerden, insbesondere verbunden mit depressiven Verstimmungen oder Gereiztheit, können durch Phytohormone (pflanzliche Hormone) meist in Kombination mit Johanniskraut ausgeglichen werden. Die Phytohormone haben eine 1000-fach geringere Hormonwirkung als Östrogene und wirken als sog. selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM`s). Das bedeutet, dass Phytohormone die Hormonwirkung nur an bestimmten Organsystemen entfalten. So wirken Phytohormone am Brustdrüsengewebe als milde Hormonblockierer, ohne - wie körpereigene oder künstliche Östrogene - das Krebswachstum zu fördern. Durch die Gabe von Phytohormonen, die ebenfalls wie Tamoxifen den Rezeptor besetzen, könnte aber zumindest theoretisch die Tamoxifenwirkung abgeschwächt werden. Deshalb sind einige Ärzte bei der gemeinsamen Gabe von Tamoxifen und Phytohormonen eher zurückhaltend.
Bei Brustkrebs empfehlen wir begleitend zur schulmedizinischen Therapie oder wenn die antihormonelle Therapie schlecht vertragen wird, auch als alleinige Maßnahme z.B. Ernährungsumstellung, eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen, abwehrstärkende Maßnahmen mit Mistel und/oder Thymus sowie die Gabe von Enzymen. Durch diese Maßnahmen werden Heilungsprozesse nach einer Brustkrebsoperation ebenfalls sinnvoll gefördert.
Brustkrebs und Zink
In einer Ausgabe der FREUNDIN habe ich gelesen, dass Brustkrebspatientinnen kein Zink einnehmen sollten, da Brustkrebszellen vermehrt Zink enthalten und durch Zink zum Wachstum angeregt werden können. Ich bin nun sehr verunsichert, da ich seit meiner Brustkrebserkrankung Zink einnehme und auch von Ihrer Gesellschaft die Einnahme von Zink als sinnvoll erachtet wird. Was wissen Sie darüber? (Signal 01-2007)
Die Aussage in der Zeitschrift FREUNDIN bezieht sich wahrscheinlich auf die Ergebnisse eines Tierversuches (Lee et al., 2004), in der eine Anreicherung von Zink im Tumorgebiet und ein verminderter Zinktransport nach außen beobachtet wurden. Daraus wird, ohne dass weitere Untersuchungen durchgeführt wurden, fälschlicherweise gefolgert, dass dies ausschließlich wegen des erhöhten Bedarfs des Tumors geschieht. Diese Schlussfolgerung steht im Widerspruch zu einer anderen Untersuchung (Proviniali et al., 2004), die zwar eine erhöhte Zinkanreicherung im Tumorgewebe bestätigt, die aber auch zeigt, dass durch die Zinkanreicherung die Apoptoserate (Selbstmordrate) von Tumorzellen erhöht wird. Die Anreicherung von Zink im Tumorgebiet könnte demnach eine sinnvolle Maßnahme sein, um den Zelltod von Tumorzellen und nicht deren Wachstum, wie in der Zeitschrift FREUNDIN angegeben, zu fördern.
Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Untersuchungen an Patienten speziell mit Brustkrebs und Zinkeinnahme bisher nicht veröffentlicht worden sind. Bisher gibt es nur eine veröffentliche Studie mit Prostatakarzinompatienten, in der gezeigt werden konnte, dass durch eine tägliche Zufuhr von bis zu 100 mg Zink kein erhöhtes Risiko gegenüber einer Kontrollgruppe besteht, die kein Zink einnahm. Untersuchungen an Patienten mit Plattenepithel-Tumoren berichten außerdem von einem häufigen Abfall des Zinkspiegels im Rahmen dieser Erkrankung.
Dass laut Literatur bei Krebspatienten auch Störungen der Wundheilung und/oder gehäufte Infekte auftreten, lässt ebenfalls auf erniedrigte Zinkspiegel schließen und kann durch geeignete Zinkpräparate positiv beeinflusst werden.
Außerdem möchten wir noch darauf hinweisen, dass das BfR (Bundesamt für Risikobewertung) Zink in Kenntnis obiger Studien zuletzt 2004 ausführlich bewertet und festgestellt hat, dass ein gewisses Gefährdungspotenzial bei langfristiger Einnahme bei täglichen Zinkdosen von 50 bis 300 mg/Tag liegt. Dazu werden insbesondere eine reduzierte Immunabwehr, Einfluss auf den Eisen-, Fettstoffwechsel oder die Kupferbilanz gerechnet. Üblichweise werden Krebspatienten aber tägliche Dosen von 10-15 mg Zink empfohlen.
Insofern können wir der Aussage, dass Zink schädlich bei Brustkrebspatientinnen ist, nicht folgen. Leider wurde wie so häufig von einem Tierversuch auf den Menschen geschlossen und die Ergebnisse dieses oben beschrieben Tierversuches pauschal ohne die wirklichen Hintergründe und ohne Einbeziehung anderer Untersuchungen wiedergegeben.
Brustkrebs und Zitruspektin
Ich bin vor 5 Jahren an Brustkrebs erkrankt. Nach Operation, Bestrahlung und 5 Jahren Anti-Hormontherapie bin ich bei meinen Recherchen auf ein Mittel gestoßen, das mich interessiert. Es heißt Zitruspektin und soll speziell bei Brustkrebs die Metastasen-Bildung verhindern. Da das Mittel recht teuer ist, würde mich Ihre Meinung dazu interessieren (Signal 4/2007).
Modifiziertes Zitruspektin (MCP) ist ein besonderes hochmolekulares Polysaccharid (Kohlenhydratmolekül), das aus der Schale und dem Fruchtfleisch von Zitrusfrüchten (vor allem Orangen, Zitronen und Grapefruits) gewonnen wird. Als relativ teures Nahrungsergänzungsmittel wird es in der Nachsorge bei verschiedenen Krebsarten eingesetzt.
Zitruspektine tragen als Ballaststoffe nach übereinstimmender Datenlage vor allem zur Prophylaxe von Darmkrebs bei. Infolge ihres hohen Molekulargewichts können sie nicht vom Körper aufgenommen werden. Zur Herstellung von MCP wird das ursprüngliche Zitruspektin unter anderem Temperaturveränderungen ausgesetzt, die das Ausgangsmolekül in kürzere Kohlenhydratketten aufbrechen und damit für den Organismus erst verwertbar machen.
In Zellkulturen unterdrückte dieses modifizierte Zitruspektin das Wachstum bösartiger Zellen (Hsieh et.al 1995), reduzierte die Bildung von Metastasen (Platt et.al. 1992) und führte in Tiermodellen zu einer Reduktion der Größe von Metastasen (Makker et.al.2002). Eine Studie bei Patienten mit Prostatakrebs ergab eine Verlängerung der PSA-Verdoppelungszeit ( Tumormarker bei Prostatakrebs ) in 7 von 10 Fällen (Guess et.al.2003). Bei MCP handelt es sich um eine Substanz, die sicher eine weitere Erforschung verdient und als Zusatzmedikation durchaus sinnvoll sein kann. Erste klinische Studien ( Kliniken in Gießen, Bad Sooden-Allendorf und Tumorzentrum Freiburg) stimmen optimistisch. Das Nebenwirkungsprofil ist gering und drückt sich nur in Magenbeschwerden bei Allergien gegen Zitrusfrüchte oder in Durchfällen bei Dosierungen ab über 60 g pro Tag aus. Die empfohlene Tagesdosis liegt im Allgemeinen bei 3 x 5 g.
Bezüglich Brustkrebs laufen zur Zeit zwar Studien, abschließende Ergebnisse liegen aber noch nicht vor. Wir empfehlen Ihnen, sich im Zweifelsfall an den ärztlichen Beratungsdienst unserer Gesellschaft zu wenden bzw. vor allem durch ausreichend Bewegung wie auch eine ausgewogene, gesundheitsfördernde Ernährung sinnvoll einer möglichen Metastasenbildung vorzubeugen.Hormone in den Wechseljahren
Ich habe einen östrogenabhängigen Brustkrebs und habe neun Jahre lang in den Wechseljahren Hormone genommen. Inwieweit kann die Entstehung des Brustkrebs auf die Hormongabe zurückgeführt werden? (Signal 01-2005)
Inzwischen weiß man durch die Ergebnisse einer groß angelegten amerikanischen Studie, dass sich bei einer Hormonersatztherapie mit östrogenen und Gestagenen über mehr als 5 Jahre das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöht. Umgerechnet erkrankten 8 von 10000 Frauen unter Hormontherapie mehr an Brustkrebs als Frauen, die keine Hormone eingenommen hatten. Weitere Nebenwirkungen einer Hormontherapie sind die Gewichtszunahme und negative Effekte auf das Herz - Kreislaufsystem (vor allem Herzinfarkte!). Wegen der erhöhten Brustkrebsrate und anderen Komplikationen (erhöhtes Thromboserisiko und Häufung von Herz-Kreislauferkrankungen) wurde diese Studie im Jahr 2002 abgebrochen. Ob reine östrogenpräparate ähnliche Risiken bergen, wurde in einer aktuellen Studie untersucht. So zeigte sich, dass bei Frauen, die nur weibliche Geschlechtshormone (östrogene) einnahmen, das Auftreten von Herzinfarkten im Vergleich zur Placebogruppe nicht erhöht war; allerdings wurden vermehrt Schlaganfälle beobachtet. Ein vermehrtes Auftreten von Brustkrebs konnte in dieser Studie mit reinen östrogenpräparaten ebenfalls nicht festgestellt werden. Die tägliche Anwendung von östrogenen und Gestagenen steht somit stärker im Verdacht, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Auf Grund der Studien der letzten Jahre sollte man Frauen insbesondere darüber aufklären, dass ein noch unentdeckter Brustkrebs unter einer Hormontherapie schneller wachsen kann und unter einer kombinierten Langzeittherapie mit östrogenen und Gestagenen mehr zusätzliche Brustkrebsdiagnosen festgestellt wurden. Diese Studienergebnisse hatten zwischenzeitlich zur Folge, dass von deutschen Fachgesellschaften eine hormonelle Therapie von Wechseljahrsbeschwerden wie Schlaflosigkeit, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen nur bei Wechseljahres-beschwerden empfohlen wird, wenn diese Beschwerden die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken und naturheilkundliche Maßnahmen nicht geholfen haben.
Knochenversiegelung bei Brustkrebs
Im Gefolge einer Brustkrebserkrankung wurden bei mir nach drei Jahren leider Knochenmetastasen in mehreren Wirbelkörpern festgestellt. Ich erhalte nun eine Strahlentherapie sowie regelmäßige Infusionen mit "Bisphosphonaten" zur Knochenstoffwechselstabilisierung. Was können Sie mir zusätzlich aus biologischer Sicht raten? (Signal 2/2002)
Nach unserer Sicht und Erfahrung benötigen Sie parallel zu den laufenden konventionellen Verfahren ein biologisches Therapiekonzept mit den Schwerpunkten Mistel-, Enzym-, Nahrungsergänzungstherapie und Mitteln zur Stabilisierung des Säure-Basenhaushaltes. Dadurch können die Nebenwirkungen der Strahlentherapie verringert und die Lebensqualität verbessert werden. Zusätzlich ist zur Knochenstoffwechselaktivierung der Einsatz der Magnetfeldtherapie wie auch die Einnahme eines pflanzlich-homöopathischen Mischpräparates (Steirocall®). über die genannten Therapievorschläge schicken wir Ihnen von unserer zentralen Beratungsstelle in Heidelberg gerne detaillierte Informationen zu.
Schützt Vitamin D vor Brustkrebs
In einer Zeitschrift stand in einem Artikel über Vitamin D, dass amerikanische Froscher herausfanden, dass es besonders. bei Brustkrebs helfen würde. Empfehlen Sie Brustkrebspatientinnen, Vitamin D regelmäßig einzunehmen? (Signal 3/2007)
Unter den Vitaminen hat Vitamin D eine Sonderstellung, da der Körper dies in den Hautzellen mit Hilfe von UV-B-Licht selbst in der Haut bilden kann. Durch seinen Einfluss auf den Kalziumstoffwechsel ist Vitamin D für den normalen Aufbau von Knochen und Zähnen sehr wichtig. Außerdem beeinflusst es indirekt die Immunabwehr und Zelldifferenzierung.
Bei Prostatakrebs, dem Krebs der männlichen Vorsteherdrüse, empfiehlt die GfBK schon seit einiger Zeit im Rahmen der komplementär onkologischen Massnahmen die Anwendung von Vit. D nicht nur in der sonnenarmen Jahreszeit.
In der Tat zeigte auch eine Übersicht von zwei Studien zu Brustkrebs und fünf zum Kolonkarzinom, dass je höher der Vitamin-D3-Spiegel im Blut desto geringer das Auftreten von Krebs für beide Tumorarten war. Allerdings waren die Teilnehmerzahlen der Studien gering, und in dieser Analyse war keine sogenannte randomisiert-kontrollierte Studie (d.h. Studie mit hohen Qualitätskriterien) mit einbezogen worden.
Außerdem ist unklar, ab welcher Menge tatsächlich durch Vitamin D eine krebsvorbeugende Wirkung erreicht werden kann. So zeigten frühere Studien, in denen Vitamin D in geringer Menge aufgenommen worden war, keine Effekte.
Umgerechnet auf Tagesdosierungen von Vitamin D3 wären das für die Brustkrebsstudie etwa 4000 IU. Wer diese Größenordnung durch Sonnenlichtexposition erreichen möchte, müsste sich täglich mindestens etwa zwölf Minuten in die Sonne begeben.
Fazit: Bisher lassen sich keine eindeutigen Empfehlungen zu Vitamin D abgeben, zumal mit hochdosierter Einnahme auch andere Risiken wie beispielsweise eine Hyperkalzämie ( zuviel Calcium im Blut ) verbunden sind. Ob Vitamin D bei bereits Erkrankten hilfreich ist, darüber konnten diese Studien ebenfalls keine Auskunft geben.
Insbesondere bei Patienten mit Knochenmetastasen, bei älteren Patienten und bei Patienten, die in den Wintermonaten nur wenig an die frische Luft gehen können, sollte über eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D meist in Kombination mit Kalzium nachgedacht werden. Hier finden Sie das GfbK-Info Vitamin D-Ein wichtiger Schutzfaktor.Seelischen Faktoren - Brustkrebs
Meiner Meinung nach beschäftigt sich die Medizin viel zu wenig mit dem Einfluss seelischer Faktoren in der Behandlung von Brustkrebs? Immer wieder höre ich in den Kliniken, dass nur die Gene oder evidenzbasierte wissenschaftliche Therapien einen Einfluss auf den Krankheitsprozess haben. Welche Meinung vertritt die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr in dieser Hinsicht? Was können Patientinnen tun, die sich für diese Fragestellung interessieren?
Seelische Einflussfaktoren werden sowohl im Hinblick auf die Entstehung wie auch die Behandlung von Brustkrebs in der Psychoonkologie zu wenig erforscht. Wie in der Wissenschaft nicht selten scheinen bislang einerseits viele Ergebnisse widersprüchlich, andererseits werden wichtige Erkenntnisse bewusst nicht zur Kenntnis genommen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. So wird zwar seelischen Einflussfaktoren bei der Behandlung von Brustkrebs eine Verbesserung der Lebensqualität zugebilligt - die eindeutigen Hinweise auf die Verlängerung der überlebenszeit bei diesem Krankheitsbild werden aber negiert. Obwohl schon die Studienergebnisse von David Spiegel Anfang der 90-er Jahre die Verlängerung der überlebenszeit durch seelische Unterstützung bei Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs eindeutig belegten und auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die im Artikel Motivation und Hoffnung (Signal 1/2009, Seite 10) zitiert werden, eine Senkung der Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs um 68% beweisen, kümmert sich die Medizin um solche im Grunde genommen sensationellen Ergebnisse kaum. Im Vergleich zu den ungeheuren und mit Milliardenbeträgen finanzierten Forschungsanstrengungen mit pharmazeutischen Produkten und technischen Innovationen - denen die Berechtigung nicht grundsätzlich abgesprochen werden soll - sind die Fortschritte der Erkenntnisfindung und praktischen Umsetzung einzelner Forschungsergebnisse in der Psychoonkologie ein kleiner Tropfen auf einen heißen Stein. Beispielsweise wurden in der wissenschaftlichen öffentlichkeit auch die Ergebnisse einer Aufsehen erregenden norwegischen Studie mit annähernd 110.000 Frauen, die unlängst in einer renommierten amerikanischen Fachzeitschrift veröffentlicht (Journal Archives of Internal Medicine, Zahl - 2008) und sogar in der New York Times diskutiert wurden, nicht zur Kenntnis genommen. Die Studie diente dem Vergleich von Frauen, die das Mammographiescreening in Anspruch nahmen und einer vergleichbaren Gruppe, die dem Angebot nicht folgte. Da es in der Gruppe der Frauen, die nicht an dem Screening teilnahmen über ein fünftel weniger Brustkrebs gab, muss man davon ausgehen, dass es bei 22% der Frauen in dieser Gruppe zu einer Spontanheilung gekommen sein muss. In dem Zusammenhang mit obiger Frage soll nicht über die Sinnhaftigkeit von Screeningprogrammen diskutiert werden. Es ist nur sehr bedauerlich, dass erneut ernsthaften Hinweisen auf Spontanheilungen nicht nachgegangen wird und dieses Phänomen trotz bahnbrechender Erkenntnisse der jungen Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie nicht eingehend erforscht wird. Welche Schlussfolgerungen lassen sich praktisch ziehen? Eine "hoffnungslose" Prognose gibt es nur für die Patientinnen, die die Hoffnung selbst aufgegeben haben. In jedem Menschen ist ein unendliches Heilungspotential angelegt, welches auch bei sehr fortgeschrittenen Krankheitsbildern noch eine Umkehr des Krankheitsprozesses bewirken kann. Daher können bei Krebskranken durchaus Mittel und Methoden eine positive Wirkung entfalten, denen die konventionelle Medizin eine Unwirksamkeit nachsagt. Jeder Krebskranke wird von Angehörigen, Mitpatientinnen und Mitpatienten sowie Therapeuten und ärzten mit einer Vielfalt gut gemeinter Ratschläge überschüttet und ist mit sehr vielen Informationen sein Krankheitsbild betreffend konfrontiert. In dieser Situation ist es für den Betroffenen besonders wichtig, den "inneren Arzt" zu entdecken. Durch angstlösende Gespräche, Entspannungs- und Visualisierungsübungen, Meditation und ähnliche Verfahren kann der Krebskranke lernen, Entscheidungen für sich und nicht nur gegen die Krankheit zu fällen. Eine innere Stabilität hilft dem Patienten auch, sich im Spannungsfeld schulmedizinischer und unkonventioneller Heilmethoden besser zurechtzufinden. Viele weitere wertvolle Hinweise enthält die Broschüre "Wege zur seelischen Begleitung".
Tamoxifen oder Aromatasehemmer?
Ich habe Hormonrezeptor-positiven Brustkrebs und nehme seit einigen Monaten Tamoxifen ein. Seitdem habe ich erheblich mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Soll ich Tamoxifen weiternehmen oder zu einen sogenannten Aromatasehemmer wechseln, der besser verträglich sein soll? (Signal 4/2007)
Zwar zeigen Studienergebnisse für die antihormonelle Therapie gewisse positive Resultate, dennoch ist neben dem so genannten Rezeptorenstatus die Indikation im Einzelfall streng zu prüfen: Es gilt, persönlich abzuwägen, ob eine oft eindeutige Verschlechterung der Lebensqualität wie bei Ihnen die wahrscheinliche Verlängerung der Überlebenszeit um manchmal nur einige Monate rechtfertigen. Neben den geringen positiven Wirkungen birgt die Einnahme des am häufigsten verordneten Antihormons Tamoxifen erhebliche Risiken für die Gesundheit der Frau: Die Entstehung von Krebs der Gebärmutterschleimhaut wird gefördert, Netz- und Hornhautschäden am Auge können entstehen, die Chance von gefährlichen Thrombosen, Schlaganfällen und Lungenembolien nimmt zu und der Abbau des Antihormons stellt eine Belastung für die Leber dar. Außerdem ist bekannt, dass der Körper Resistenzen gegen das Antihormon bilden kann, die mit zunehmender Therapiedauer zu einer Wirkungsabschwächung des Präparates führen. Dazu kommen die subjektiven Beschwerden in Form einer Verschlimmerung der Wechseljahre-Symptomatik: Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Nachlassen der Lust auf Sex und Gewichtszunahme.
Auch die neue Generation der Antihormonpräparate, die Aromatasehemmer, verursachen Nebenwirkungen, allerdings anderer Art wie das Tamoxifen, die aber für die Betroffenen genauso belastbar sein können. So nehmen unter Einnahme von Aromatasehemmern Muskel- und Gelenkbeschwerden deutlich zu. Auch das Osteoporoserisiko wird erhöht.
So ist Ihre Frage auch nicht pauschal, sondern nur individuell zu beantworten. Denn der Wunsch von Frauen nach Brustkrebs, alles zu unternehmen, um einem Rezidiv vorzubeugen, ist verständlich und nachvollziehbar. Somit ist es die mündige Patientin, die im Optimalfall zusammen mit ihrem behandelnden Arzt eine Entscheidung für ihre Zukunft fällt.
Wird bei einem positiven Rezeptorstatus eine antihormonelle Therapie gut vertragen, und vermittelt sie ein Gefühl der Sicherheit, dann würden wir die Anwendung nicht zur Diskussion stellen. Für den Fall einer starken Einschränkung der Lebensqualität und einer inneren Ablehnung der antihormonellen Präparate halten wir jedoch ein kritisches Überdenken der Notwendigkeit für gerechtfertigt, da in diesem Fall die negativen Wirkungen wahrscheinlich überwiegen. GfBK-Info „Antihormonelle Therapien”Trastuzumab und Herztod
In der letzten Ausgabe von Signal las ich erstaunt in dem Artikel "Neue Hoffnungen" die Äußerung eines der führenden deutschen Onkologen Herrn Prof. Kreienberg aus Ulm: "Jede 2. Patientin, die frühzeitig mit Trastuzumab behandelt wird, bekommt später keine Metastasen". Mir ist persönlich eine Patientin bekannt, die eine Herzschwäche hatte und sehr wahrscheinlich an den Folgen der Trastuzumabtherapie gestorben ist. Sie hatte vor ihrem Tod heftigste Auseinandersetzungen mit ihrer Krankenkasse, die nicht bereit war, die Kosten der Therapie zu übernehmen. Wie schätzen Sie die obige Aussage vor diesem Hintergrund ein? (Signal 3-2006)
Der Wirkstoff Trastuzumab oder Herceptin zählt zu den sogenannten Antikörpern, die in der Medizin und bei vielen Patientinnen gegenwärtig sehr große Hoffnungen wecken. In der Pharmabranche ist zur Zeit regelrecht eine Goldgräberstimmung bei der Entwicklung neuer Antikörper zu verzeichnen, da weltweit immense Gewinne erwartet werden. Sollten sich die Antikörper therapeutisch bald durchsetzen, würden die Kosten der gegenwärtigen onkologischen Therapie in Deutschland nach vorsichtigen Schätzungen wahrscheinlich verhundertfacht. Wenn in gleichem Maße sich auch die Heilungschancen verbessern würden, müsste die Politik wirklich die Goldreserven unserer Republik angreifen. Bis jetzt scheint allerdings nur eine Tatsache festzustehen: im Gegensatz zu der konventionellen Chemotherapie scheinen die Nebenwirkungen der zielgerichteten Antikörperbehandlungen nicht so ausgeprägt und auffällig zu sein. Schulmediziner, die bislang vehement eine Chemotherapie befürwortet haben, sprechen plötzlich davon, dass Patienten gegen die Chemotherapie resistent werden können und daher andere Therapien wie beispielsweise die Antikörper unbedingt alternativ oder zusätzlich notwendig sind. Kurz noch mal das Wichtigste zu dieser neuen Therapieform: das Behandlungsprinzip auch von Trastuzumab basiert auf der Erkenntnis, dass Antikörper bestimmte Oberflächenstrukturen auf Krebszellen erkennen und gezielt angreifen können, wodurch das Wachstum der Krebszellen gehemmt werden soll. Auch die Sterblichkeit der Patientinnen soll sich verringern. An dieser Stelle muss die obige Aussage des bekannten deutschen Onkologen natürlich in Frage gestellt werden. Trastuzumab ist erst einige Jahre auf dem Markt und wird auch in den USA erst seit wenigen Jahren therapeutisch eingesetzt. Ob wirklich jede 2. Frau keine Metastasen bekommt, diese Aussage ist wissenschaftlich korrekt frühestens in zehn, aber besser in 20 oder 30 Jahren zu beurteilen! Nach Aussage des renommierten Arzneimitteltelegrammes (at-2005 Jg 36 Nr.11, S 97-98 ) ist bislang in Studien lediglich der positive Effekt eindeutig belegt, dass die rückfallsfreie Zeit bei HER2-rezeptor positiven Patientinnen verlängert wird. Eine überlebenszeitverlängerung ist vielleicht möglich, aber bis heute statistisch signifikant nicht nachgewiesen! Problematisch bei Herceptin bzw. dem Wirkstoff Trastutzumab ist aber, dass es sich nicht nur gegen Krebszellen auswirkt, sondern auch Rezeptoren im Herzgewebe besetzt und möglicherweise am Herzmuskel irreparable Schäden verursacht. Bei bösartiger Interpretation dieser Aussage müssten wir davon ausgehen, dass viele Frauen früher an Herzinfarkt sterben und sich daher keine Tochtergeschwülste entwickeln können. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Trastzutzumab durchaus im Einzelfall vorteilhaft für Patientinnen sein kann, die gegenwärtige Euphorie wir allerdings (noch?) nicht teilen können. Allen Patientinnen, die Trastuzumab bislang angewandt haben, ist zu von unserer Seite wünschen, dass sich nur die positiven Auswirkungen bemerkbar machen. Diejenigen Patientinnen, die ihr Hab und Gut verkaufen wollen, um diese teure Therapie finanziert zu bekommen, bitten wir, ihre Entscheidung zu überdenken.
Trockene Scheide unter antihormoneller Therapie
Ich erkrankte im Alter von 40 Jahren an Brustkrebs. Es erfolgten zwei OP's, mit anschließender Chemotherapie und eine antihormonelle Therapie. Wegen starker Beschwerden im Scheidenbereich (Trockenheit und Juckreiz) empfiehlt mir meine Frauenärztin Zäpfchen, die Östrogene enthalten. Angeblich ist der darin enthaltene Östrogenanteil so niedrig, dass keine Gefahr besteht (mein Tumor war hormonabhängig). Teilen Sie diese Ansicht? Falls "Nein": Welche anderen Therapiemöglichkeiten stehen mir zur Verfügung? (Signal 1/2008)
Ob die Verabreichung von östrogenhaltigen Vaginalzäpfchen bei Brustkrebs wirklich unbedenklich ist, kann nicht eindeutig beantwortet werden, da zumindest theoretisch geringe Mengen von Östrogenen durch diese Verabreichungsform in den Organismus gelangen können. Es gibt jedoch Alternativen, so z. B. PhytoSoya-Vaginal Gel, das Phytohormone enthält, oder Majorana-Vaginalgel auf rein pflanzlicher Basis. Hilfreich kann auch das vaginale Einführen von handelsüblichen pflanzlichen Vitamin-E-Kapseln sein.
Wir möchten Ihnen empfehlen, eine dieser Maßnahmen mit dem Einführen von Döderlein Med-Vaginalkapseln zu kombinieren, um ein normales Gleichgewicht der Scheidenflora wiederherzustellen. Wichtig ist außerdem eine sanfte und natürliche Intimhygiene, abgestimmt auf den physiologischen pH-Wert in der Scheide. Hierzu gibt es spezielle Waschlotionen inzwischen auch in jedem Drogeriemarkt.
Es ist zwar fast selbstredend, dennoch soll es nochmals angesprochen werden, dass natürlich die Notwendigkeit der antihormonellen Behandlung vor dem Hintergrund der Nebenwirkungen dieser Therapie zu bewerten ist, bevor Sie gegebenenfalls gegen die Nebenwirkungen etwas unternehmen.Verursachen BHs Brustkrebs?
Unlängst wurde in unserer Selbsthilfegruppe diskutiert, ob Brustkrebs durch ständiges Tragen eines BH′s verursacht werden? Was denken sie als Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr zu diesem Thema? Einen wirklich schlüssigen Beweis für diese Behauptung lässt sich in der Literatur nur schwer finden. Dennoch ist es durchaus sinnvoll im Zusammenhang mit der Ursachenforschung von Krebserkrankungen auch diese Frage zu stellen. Außer einer einzigen Studie gibt es allerdings kaum Untersuchungen, die einen Zusammenhang eindeutig nahe legen.
Unserer Ansicht nach soll die Krebserkrankung immer als ein multifaktorielles Geschehen mit verschiedenen Störfaktoren und Ursachen bewertet werden. Eine Brustkrebserkrankung allein am Tragen eines BH′s festzumachen ist unserer Meinung nach zu einfach gedacht und für die Betroffenen auch nicht nützlich. Natürlich kann das ständige Tragen eines BH eine Belastung für die Lymphabflusswege im Brustbereich bedeuten. Wir sind durch unsere heutige Lebensweise aber leider vielen solchen Belastungsfaktoren ausgesetzt, die wir nicht alle unmittelbar beseitigen können oder müssen. Experten weisen zu Recht darauf hin, dass das individuelle Zusammenwirken seelischer Aspekte, Umwelteinflüsse, hormoneller Risikofaktoren, u.v.m. bei der Ursachenforschung ausgewogen zu berücksichtigen.
Wechselwirkungen von Phytoöstrogenen mit Tamoxifen ?
Ich bin Brustkrebspatientin und habe in der Presse gelesen, dass Phytohormone, wie sie z.B. in Soja enthalten sind, das Wachstum von Tumoren fördern können. Als ich meinen Frauenarzt daraufhin ansprach, weil ich als Folge der Tamoxifentherapie - einem antihormonellen Medikament - stark unter Wechseljahrsbeschwerden leide, meinte der, dass man Phytohormone und Tamoxifen sowieso nicht zusammen einnehmen solle. Jetzt bin ich natürlich sehr verunsichert, da ich meine Ernährung seit der Erkrankung entsprechend umgestellt habe. Was können Sie mir zu diesem Thema sagen? (Signal 2/2008)
Die Aussage, dass für Frauen mit Brustkrebs Bedenken gegen die Einnahme von pflanzlichen Hormonen (Phytohormonen) bestehen, beruht ausschließlich auf Versuchen an östrogenfreien Nagetieren, in denen bestimmte isolierte Phytohormone (Genistein und Daidzein) das Wachstum hormonabhängiger Brusttumore stimulierten. Meistens unbeachtet ist allerdings die Beobachtung aus denselben Untersuchungen, dass hohe Konzentrationen von Phytohormonen das Tumorwachstum hemmen und die Tamoxifenwirkung verstärken. Außerdem ist der weibliche Organismus kein Rattenmodell. Soja bzw. Phytohormone haben eine 1000-fach geringere Hormonwirkung als körpereigene weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) und wirken als sog. selektive Östrogen Rezeptor Modulatoren. Das bedeutet, dass Phytohormone Substanzen sind, die teils östrogene, teils antiöstrogene Wirkungen aufweisen. In einem vollständig östrogenfreien Milieu wie in diesem Experiment ist es also durchaus möglich, dass vorwiegend östrogene Effekte zum tragen kommen. Ein solches Milieu gibt es allerdings nur in einem künstlichen Versuchsaufbau. Selbst nach den Wechseljahren lässt sich immer noch eine nachweisbare Östrogenproduktion feststellen, so dass auch hier der antiöstrogene Effekt der Phytohormone zum tragen kommt. Diese Wirkung ist es auch, auf die der Schutz vor Krebs zurückgeführt werden kann.
Ihre zweite Frage war, ob Phytohormone dem tumorwachstumshemmenden Effekt von Tamoxifen entgegenwirken. Tatsache ist, dass in Tierversuchen bei der gleichzeitigen Gabe von Tamoxifen und Genistein Wechselwirkungen zwischen diesen beiden Substanzen beobachtet wurden, die evt. darauf hinweisen, dass diätetisches Genistein die Antitumor-Wirkung von Tamoxifen reduzieren kann. Allerdings sind dies theoretische Überlegungen; und es fehlen auch hier Erfahrungen an Patienten. Eine Studie bei Brustkrebspatientinnen mit einem Präparat aus der Traubensilberkerze, das häufig bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt wird, hat jedoch gezeigt, dass das Wiedererkrankungsrisiko unter Einnahme dieses pflanzlichen Hormons nicht erhöht war.
Unser Fazit: Solange nicht eindeutig geklärt ist, ob durch die Gabe von Phytoöstrogenen, die denselben Rezeptor wie Tamoxifen besetzen, die Tamoxifenwirkung abgeschwächt werden kann, sollte die gleichzeitige Einnahme von phytohormonhaltigen hochdosierten Präparaten und Tamoxifen individuell und gemeinsam mit dem behandelnden Frauenarzt überdacht werden. Normale Sojaprodukte in der Ernährung können Sie beruhigt anwenden. Bei sehr stark ausgeprägten Wechseljahrsbeschwerden unter Tamoxifen können auch homöopathische Komplexmittel empfohlen werden (z. B. Klimaktoplant®, Klifem®, Femion®, Cefakliman®).
Übrigens: Da Phytohormone selbst in geringem Maße wie Aromatasehemmer wirken, beeinträchtigen sie die Wirkung von in der Krebsmedizin eingesetzten Aromatasehemmern nicht, da die Wirkung nicht rezeptorvermittelt ist.
Da in Soja und Sojaprodukten Phytohormone im natürlichen Verbund mit anderen Pflanzeninhaltsstoffen wirksam sind, kann man diese Versuche auch nicht auf Sojaprodukte im Allgemeinen übertragen. Ein Reagenzglas- oder Tierversuch sagt außerdem nicht zwangsläufig etwas über die Wirkung im menschlichen Organismus aus, so dass gegen eine pflanzenkostreiche phytohormonhaltige Ernährung (mit Soja, Leinsamen, Linsen) nichts einzuwenden ist.
Chemotherapie
Chemotherapie vor der OP
Vor ca. vier Wochen wurde bei mir mammographisch ein Brusttumor von etwa 3 cm Größe diagnostiziert. Man rät mir jetzt zu einer Chemotherapie, um den Tumor verkleinern und damit besser Brust erhaltend operieren zu können. Soll ich mich darauf einlassen? (Signal 1/2003)
In der konventionellen Medizin zeichnet sich seit einiger Zeit ein neuer Therapietrend bei Brustkrebs (Mamma-Carcinom) ab. Damit auch größere Tumore bei relativ kleinem Brustvolumen noch Brust erhaltend operiert werden können, wird eine Chemotherapie vor der Operation empfohlen bzw. durchgeführt. Wir meinen, dass in jedem Einzelfall eine sorgfältige Abwägung vorgenommen werden sollte, die dabei deutlich mehr als bisher auf die Wünsche der betroffenen Frauen hinsichtlich der Therapieoptionen eingeht. Es kann im Vorfeld natürlich nicht garantiert werden, dass eine Chemotherapie ihr Ziel erreicht. Ob das kosmetische Ergebnis bei Brust erhaltender Vorgabe und kleinem Brustvolumen wirklich zufriedenstellend ist, hängt sehr von der Erfahrung und Geschicklichkeit des Operateurs ab. Daher ist es sinnvoll, beispielsweise über die nächstgelegene Frauenselbsthilfegruppe, Informationen über Ihren Operateur zu erfragen. Die möglichen negativen Summationseffekte einer Chemotherapie vor Operation im Hinblick auf einen weiteren Chemozyklus nach Operation für das Brustdrüsengewebe sind gegenwärtig auch noch wenig erforscht. Daher sollten Sie Ihre Fragen in sich bewegen und mit den Behandlern vor der endgültigen Entscheidung noch einmal sehr eingehend diskutieren, bevor Sie Ihre Zustimmung zu der geplanten Vorgehensweise geben.
Chemotherapiebedingte Herzmuskelschädigung und Carnitineinnahme?
Ich bin an einem fortgeschrittenen Morbus Hodgkin (Lymphdrüsenkrebs) erkrankt und bekomme eine Chemotherapie unter anderem mit der Substanz Cyclophosphamid. Von Cyclophosphamid ist bekannt, dass es besonders den Herzmuskel schädigen kann. Jetzt habe ich habe gehört, dass Carnitin bei chemotherapiebedingter Herzschädigung hilfreich sein soll. Können Sie dies bestätigen? (Signal 3/2007)
Verschiedene chemotherapeutische Substanzen weisen leider ein erhebliches Potential auf, die Herzfunktion zu beeinträchtigen. Am relevantesten ist die durch die sogenannten Anthrazykline verursachte Herzmuskelschädigung (sog. Kardiomyopathie). Daneben werden als Risikofaktoren Kombinationstherapien mit Zytostatika wie Cyclophosphamid, 5-FU und Mitomycin, eine Antikörpertherapie mit Herceptin, sowie eine Bestrahlung des Mediastinums (dem Raum zwischen beiden Lungenhälften) beschrieben.
In der biologischen Krebsmedizin steht vor allem L-Carnitin zur Verfügung, um Herzschäden vorzubeugen. Diese preiswerte und völlig untoxische Substanz wird bisher vor allem im Ausdauersport und in Fitness-Studios eingesetzt. Dabei gibt es eine Vielzahl von Veröffentlichungen, die sowohl im Tierversuch als auch beim Patienten die herzzellschützende Wirkung von L-Carnitin aufzeigen. Die eingesetzten von Therapeuten empfohlenen Dosierungen variieren zwischen 2-4 g peroral (Einnahme) pro Tag. Während Chemotherapie empfehlen Therapeuten, L-Carnitin vor der Chemotherapieinfusion einzunehmen. Außerdem werden in der Literatur auch für andere Antioxidantien herzzellschützende Wirkungen beschrieben: Dies sind Coenzym Q10, Natriumselenit und Resveratrol. Resveratrol findet sich in einer Vielzahl von Pflanzen, vor allem in Weintrauben, Himbeeren, Maulbeeren und Erdnüssen.
Möchten Sie das Risiko einer Herzschädigung durch bestimmte Substanzen minimieren, so empfehlen wir die vorbeugende Gabe von Carnitin.Heilerde zur Unterstützung des Darmes?
In unserer Frauenselbsthilfegruppe schwören einige Mitglieder auf die regelmäßige Anwendung von Heilerde, da viele Frauen über Sodbrennen als Folge der Chemotherapie klagen. Ist die Einnahme von Heilerde nicht gefährlich oder schädlich? Da ich mich ein wenig davor ekle, bitte ich Sie auch, auf Alternativen hinzuweisen. (Signal 4/2007)
Aus ethnologischen Untersuchungen ist bekannt, dass sog. primitive Völker auch heute tonhaltige Heilerden bei bestimmten Erkrankungen konsumieren. Im griechisch-römischen Altertum war die Produktion von Säure bindenden Mineraliengemischen Teil des medizinischen Wissens.
Dass spezielle Mineralpulver, zu denen auch Heilerde zählt, tatsächlich Sodbrennen lindern können, zeigen wiederholt durchgeführte Untersuchungen. Untersucht wurde beispielsweise die Säurebindungskapazität eines Heilerde-Pulver Herstellers. Die Säurebindungskapazität beziffert die Fähigkeit eines Antazidums (ein die Magensäure ausgleichende Substan ), Säure im Magen zu neutralisieren bzw. zu binden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt in einem Monographie-Entwurf der B-Kommission die Säurebindungskapazität von 25 mVal für eine Einzeldosis eines säureblockierenden Arzneimittels. Dieser Wert kann schon mit einem Teelöffel, also ungefähr 6,5 Gramm des oben erwähnten Produktes erreicht werden. Wenn Ihnen die direkte Einnahme nicht so zusagt, können Sie Heilerde auch in Kapselform in der Apotheke bekommen. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.luvos.de.
Eine andere Alternative aus der Naturheilkunde bei Sodbrennen wäre Kartoffelsaft aus rohen Knollen, der selbst hergestellt werden kann oder der als Frischpflanzen-Pressaft mit arzneilicher Zulassung in Reformhäusern oder Apotheken erhältlich ist.
Natürlich muss in diesem Zusammenhang auch grundsätzlich die Ernährung angesprochen werden und es ist darauf hinzuweisen, dass der Verzehr von basisch wirkenden Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an säurebindenden Mineralstoffen und Spurenelementen wie Gemüse, Kartoffeln, Obst und Nüssen wesentlich zur Entsäuerung beitragen kann. Erwähnt werden sollen in diesem Zusammenhang auch die Chufas-Nüssli. Dabei handelt es sich um eine Erdknolle der Sorte Cyperus esculentes - die Knollen schmecken ähnlich wie Haselnüsse oder natursüße Mandeln. Sie werden deshalb auch als Erdmandeln bezeichnet, feinflockig durch ein Spezialverfahren hergestellt und eignen sich hervorragend im Müsli, zu Joghurt, Rohkost, zum Kochen und Backen.Individuelle Entscheidung
Bei der Fernsehsendung "Menschen bei Maischberger" im Rahmen der Themenwoche Krebs der ARD Anfang April habe ich als betroffener Patient bei den Aussagen Ihres ärztlichen Direktors Herr Dr. Irmey eine eindeutige Stellungnahme gegen die Chemotherapie vermisst. Nach meiner Meinung wird durch diese Behandlung zu vielen meiner Mitpatientinnen und Mitpatienten Schaden zugefügt, sie leiden sehr unter der Therapie und der Nutzen ist äußerst fraglich. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf? (Signal 2-2006)
Zunächst gilt es festzustellen, dass es Krankheitsbilder wie beispielsweise kindliche Tumore, Tumore des Bindegewebes, Hodenkrebs und einige Blutkrebsarten gibt, bei denen eine Chemotherapie mit Sicherheit gute Erfolge aufweist und trotz heftiger Nebenwirkungen sinnvoll ist. Wie schon Dr. Irmey in der Sendung ausgeführt hat, ist die Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie in vielen Situationen sehr individuell zu sehen. Ohne Zweifel gibt es in der Medizin gerade im Zusammenhang mit der Chemotherapie von Krebserkrankungen in fortgeschrittenem Stadium viele zweifelhafte Studien bis hin zu offensichtlichen Fälschungen von Studienergebnissen. Chemotherapien werden heute in vielen Fällen als Standardtherapie eingesetzt. Und dies obwohl ihre Wirksamkeit keineswegs so gut durch Studien belegt ist, wie es den Patienten oftmals suggeriert wird. Daher sollte jeder Betroffene ausführlich und ganz eindeutig über Vor- und Nachteile einer Chemotherapie aufgeklärt werden. Wichtig ist auch der Hinweis auf mögliche Wirksamkeitstests der Chemotherapie (siehe entsprechendes GfBK - Infoblatt). Diese Aufklärung geschieht jedoch nur selten. Eher werden Patienten und deren Angehörige mit fragwürdigen statistischen Argumenten unter Druck gesetzt, eine Chemotherapie durchzuführen. Einer Umsatzsteigerung chemotherapeutischer Medikamente, der sogenannten Zytostatika von weltweit über 300% in den letzten zehn Jahren (5,16 Milliarden US-Dollar 1996 versus 16,11 Milliarden US-Dollar 2004) stehen statistisch gesehen nur geringfügige Therapieverbesserungen und leider wenig verbesserte Heilungsaussichten gegenüber. Die Wirksamkeit biologischer Therapien wird häufig vonseiten der konventionellen Medizin dem Placeboeffekt (Scheinwirkung von Medikamenten) zugeordnet. Nachgewiesenermaßen kann dieser Effekt bei 30 bis 40% aller Menschen - vielleicht sogar noch mehr - wirksam sein. Sogar Scheinoperationen beispielsweise bei Kniegelenkbeschwerden haben ganz ähnliche Wirkung wie tatsächlich durchgeführte. Dieser Effekt wird in der Medizin nur als statistischer Bewertungsmaßstab beachtet - unserer Meinung nach drückt er aber die immer mehr nachgewiesene Bedeutung unserer geistigen und seelischen Kräfte aus. Sogar das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" widmet im April einen Leitartikel dem Thema Intuition. Warum soll dieser Placeboeffekt nicht auch für die Chemotherapie in vielleicht sonst aussichtslosen Fällen zutreffen? Wenn das der Fall ist, dann möchte die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr bei solchen Patientinnen und Patienten, die ihre Hoffnung auf die Chemotherapie setzen, diese Hoffnung nicht enttäuschen. Für uns scheint weiterhin am Wichtigsten, dass Patientinnen und Patienten in ihrem Innersten die bei Ihnen angewandten Therapien mittragen und dabei von unserer Seite keine Schwarz - Weißmalerei betrieben wird. Daher unterstützt die GfBK mit ihren Möglichkeiten jeden Patienten, ob er sich für oder gegen eine Chemotherapie entscheidet!
Mistel während Chemotherapie?
Ich habe Brustkrebs und möchte gerne während der Chemotherapie eine Misteltherapie durchführen. Nun hat mir mein behandelnder Arzt gesagt, dass ich dies besser nicht tun sollte, da dies das Tumorwachstum fördern könnte? Wie ist Ihre Meinung dazu? (signal 4/2008)
Eine Misteltherapie kann und sollte wenn möglich während einer Chemotherapie eingesetzt werden, um die Verträglichkeit der Chemotherapie zu verbessern und das Abwehrsystem zu stärken. Um einen ausreichend guten Immunstatus zu erreichen, sollte mit einer Mistelbehandlung idealerweise wenn möglich schon 3 - 4 Wochen vor einer belastenden Therapie begonnen werden. Dabei ist es wichtig, niedrig dosiert zu beginnen und langsam die Dosis zu steigern.
Die Aussagen zur Misteltherapie und möglichen tumorfördernden Eigenschaften beziehen sich mit einer Ausnahme allein auf tierexperimentelle Untersuchungen und auf Untersuchungen, die in vitro, d. h. im Reagenzglas gemacht worden sind. Diese Ergebnisse lassen sich durch ähnlich durchgeführte Untersuchungen widerlegen, d. h. es gibt mindestens ein Dutzend Studien, die kein Wachstum von Tumorzellen im Tierversuch und/oder Reagenzglas durch eine Mistel bzw. Lektinbeigabe nachgewiesen haben. Am wichtigsten erscheinen uns in diesem Zusammenhang jedoch nicht tierexperimentelle Untersuchungen, sondern das Vorliegen einer Vielzahl von klinischen, d.h. am Menschen durchgeführten Studien, die einen tumorwachstumsfördernden Effekt nie nachgewiesen haben. Insofern ist eine Abwehrstärkung mithilfe der Misteltherapie bei Brustkrebs und auch während Chemotherapie sinnvoll.
Dies zeigt auch eine aktuelle Studie an 352 Brustkrebspatientinnen, in der untersucht wurde, inwieweit die gleichzeitige Misteltherapie während einer Chemotherapie Einfluss auf die Lebensqualität hat. Das Ergebnis: Bei allen eingesetzten Messparametern zur Einschätzung der Lebensqualität zeigten sich unter der Misteltherapie während und nach Abschluss der Chemotherapie deutlich bessere Werte. Insbesondere die unter Chemotherapie sehr belastenden Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Übelkeit gingen unter gleichzeitiger Misteltherapie deutlich zurück.
Zusätzliche begleitende Maßnahmen sind z. B. Ernährungsmaßnahmen, Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen, die Gabe von Enzymen sowie gezielte Maßnahmen im Sinne einer Ausleitung und Entgiftung. Informationen hierüber erhalten Sie jederzeit gern bei der GfBK.
Pause während Chemotherapie?
Ich habe metastasierten Darmkrebs und möchte, da ich unter den Nebenwirkungen der laufenden Chemotherapie (FOLFOX) sehr leide, gerne eine Pause machen. Mein Arzt ist jedoch skeptisch, ob man nach 6 Gaben bereits eine Pause machen sollte. Was meinen Sie? (Signal 4/2007)
In einer groß angelegten Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs wurde auch die Möglichkeit einer sog. intermittierenden Therapie untersucht, deren Ergebnisse vor kurzem veröffentlicht wurden. So konnte man zeigen, dass bei Patienten, die nach 6 Gaben eines bestimmten Chemotherapieschemas (FOLFOX) eine Pause einlegten, die Wirksamkeit der Therapie nicht beeinträchtigt wurde. Viele der untersuchten Patienten sprachen sogar bei Wiederaufnahme der Chemotherapie erneut auf diese an. Daher können wir Sie in dem Wunsch nach einer Therapiepause bestärken. Schließlich ist es wichtig, dass sich der Organismus von therapiebedingten Nebenwirkungen erholen und wieder Kraft schöpfen kann. Wir halten dies im Übrigen auch bei anderen fortgeschrittenen oder metastasierten Tumorarten für empfehlenswert. Es ermöglicht neben längeren Erholungsphasen für die Patienten auch die Chance auf eine weitere Therapieoption, da die Patienten auch nach längerer Therapiepause erneut mit einem Ansprechen auf die Chemotherapie rechnen können.
Regionale Chemotherapie?
Bei meiner Mutter wurde dieses Jahr ein nicht kleinzelliger Lungenkrebs diagnostiziert. Sie wird jetzt in einer Studie mit einer Chemotherapie behandelt. Der Tumor ist mittlerweile 1 cm kleiner geworden, die befallenen Lymphknoten auch. Ihr Allgemeinzustand ist allerdings aufgrund der Nebenwirkungen im Laufe der Chemotherapie immer schlechter geworden. Wir suchen nun eine Alternative zur derzeitigen Chemotherapie und haben schon von sehr viel von der so genannten regionalen Chemotherapie gehört. Wäre das eine Möglichkeit? (Signal 3-2006)
Im Unterschied zu der allgemein üblichen Applikation der Chemotherapie in eine Vene (intravenös), bei der die Substanzen gleichmäßig im gesamten Organismus (systemisch) verteilt werden, gibt es die Möglichkeit, Chemotherapeutika nur dort zu verabreichen, wo sie wirken sollen. Diese lokal begrenzte Applikation wird als regionale Chemotherapie bezeichnet. Die regionale Chemotherapie ermöglicht eine erhöhte Wirkung von Zytostatika auf den Tumor bei einer gleichzeitigen Minderung der Nebenwirkungen auf den gesamten Organismus. Vermeiden lassen sich Schäden am Blutbild, Schleimhautentzündungen und Haarausfall. Sinnvoll ist diese Methode vor allem dann, wenn der Tumor lokal begrenzt ist und sich noch keine Metastasen im Körper gebildet haben. Die regionale Chemotherapie kann dadurch erfolgen, dass Substanzen direkt in den Tumor eingebracht werden, dass Substanzen in vom Krebs befallene Hohlorgane (wie z.B. die Blase) gegeben werden oder dass Substanzen selektiv über die das Krebsgewebe versorgende Arterien mittels eines Kathetersystems verabreicht werden. Häufig werden dabei Mittel eingesetzt, die zu einer -zeitlich begrenzten- Verstopfung (Embolisation) der Adern führen. Dieses Verfahren wird dann Chemoembolisation genannt. Eine relativ gute Erfolgsaussicht besteht bei Leberkrebs oder bei Krebs des Bindegewebes an Armen und Beinen. Begrenzte Erfolge wurden beobachtet bei Krebs im Beckenraum, aber auch bei Krebs der Bauchspeicheldrüse, bei Brustkrebs, bei Tumoren im Hals/Kopfbereich und bei Lungenmetastasen. Die Behandlung verlangt einen Klinikaufenthalt von ungefähr einer Woche. Allerdings ist die Behandlung wegen der Anlage eines Katheters technisch aufwendig und wird von den Patienten als unterschiedlich belastend empfunden. Die regionale Chemotherapie wird inzwischen auch in einigen schulmedizinischen Kliniken durchgeführt (z.B. Uniklinik Frankfurt /Prof. Vogl, Kliniken Essen-Mitte); auch Prof. Dr. Aigner in Burghausen (www.prof-aigner.de) und Dr. Müller in Würzburg (www.surgicaloncology.de) sind auf diese Behandlung spezialisiert.
Sandwich-Verfahren und biologische Therapien
Eine Bekannte von mir ist an Brustkrebs erkrankt und hat direkt nach der Operation mit biologischen Therapien wie der Mistel-, Enzymtherapie-, Nahrungsergänzungsmitteln und den Säure - Basenhaushalt unterstützenden Substanzen begonnen. Nun soll sie mit einer kombinierten Chemo-/Strahlentherapie, dem so genannten "Sandwich-Verfahren", nachbehandelt werden. Die Behandler bestehen darauf, dass meine Bekannte während der Chemo-/Strahlentherapie das biologische Programm aussetzt. Ist das aus Ihrer Sicht ratsam? (Signal 1/2001)
In den meisten Fällen teilen wir diese Ansicht nicht! Gerade während der Chemo- und Strahlentherapie ist das angeführte biologische Therapiekonzept unserer Meinung nach wichtig, um Nebenwirkungen der aggressiven Therapien abzumildern und damit das Allgemeinbefinden zu verbessern. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Belege für die häufig von der klinischen Medizin vorgebrachten Argumente, dass biologische Therapien die Wirksamkeit von Chemo-und/oder Strahlentherapie abschwächen oder gar tumorzellstärkend, wirken. Wir sind der Meinung, dass ohne biologische Begleittherapie durch die Chemo- und Strahlentherapie zu viel regeneratives Potential im Organismus verbraucht wird, das letztendlich für die Gesamtprognose jeder Tumorerkrankung von Bedeutung ist.Selbstverständlich ist Ihr subjektives Wohlbefinden maßgebend für die unterstützenden Mittel, die sie einnehmen oder anwenden. Wenn Sie etwas nicht vertragen oder ein ungutes Gefühl dabei haben, dann zwingen Sie sich nicht dazu !
Wirksamkeit der Chemo?
Meine Frau verstarb vor einigen Monaten an den Folgen Ihrer Brustkrebs-Erkrankung mit Lungen- und Lebermetastasen in der Folge. Eine intensive Chemo- und Strahlentherapie konnten dies trotz der im Vorfeld sehr optimistischen Prognose der behandelnden Klinik nicht verhindern. Seither habe ich viel inbesondere über die Wirkungen der Chemotherapie recherchiert und dabei sehr ernüchternde Zahlen im Hinblick auf die wirkliche Erhöhung der Heilungschancen gefunden. Wie ist Ihre Meinung dazu? (Signal 3-2003)
Es ist tatsächlich so, dass die Wirkmöglichkeiten der Chemotherapie bei fast allen so genannten soliden Tumoren, zu denen auch die Brustkrebserkrankungen zählen, schon im Ansatz recht eingeschränkt sind. Tumore des blutbildenden Systems wie Lymphome und Leukämien sind selbstverständlich anders zu bewerten! Die Gründe liegen darin, dass diese Therapien vor allem Tumorzellen erfolgreich angreifen können, die in der Teilungsphase sind. Weiterhin werden Tumorzellen auf Chemotherapeutika häufig schnell resistent. Der Organismus liefert darüber hinaus täglich im Zuge der millionenfachen Zellteilungen reichlich Nachschub an Tumorzellen. Leider suggerieren die Anwender der Chemotherapie immer wieder auch aus einer Hilflosigkeit heraus gegenüber Erkrankten und Angehörigen einen zu hohen Effektivitätsgrad dieser Methode.
Darmkrebs
Biologische Maßnahmen bei Darmkrebs
Ich habe Darmkrebs und seit einem Jahr Lebermetastasen. Welche biologischen Maßnahmen sind Ihrer Meinung nach sinnvoll, um die Leberfunktion zu stärken? Können diese Mittel auch schon während einer Chemotherapie angewandt werden? (Signal 2/2007)
Das Entgiftungsorgan Leber wird durch eine Chemotherapie, andere Medikamente und durch toxische Abbauprodukte von Tumorzellen stark belastet. In einer so geschwächten Leber können sich leichter Metastasen bilden als in einem voll funktionsfähigem Organ. Um die Leberfunktion zu stärken, raten wir daher auch bei Patienten ohne bereits aufgetretene Lebermetastasen zu einer Stärkung der Entgiftungsfunktion durch naturheilkundliche Maßnahmen. Es ist sinnvoll, diese Maßnahmen bereits während einer Chemotherapie anzuwenden, um der Leber bei der Entgiftung von Schadstoffen zu helfen.
Die Entgiftungsfunktion der Leber wird durch Präparate aus der Mariendistel oder Mittel mit dem Wirkstoff Ornithinaspartat gefördert. Diese Mittel können begleitend zur Chemotherapie und auch anschließend gegeben werden. Eine Übersäuerung der Gewebe lässt sich auch durch Bikarbonate (z. B. Bullrichs Vital® oder Dr. Jacob´s Basenpulver®) mindern. Leberstärkend wirken ferner einige Aufbau- oder Nahrungsergänzungsmittel, z.B. Kombucha-Tee, Papaya-Konzentrat (mit Kombucha-Teepilz) und Kräutertees, die in Reformhäusern angeboten werden. Wenn Obst, Gemüse und Getreideerzeugnisse schlecht vertragen werden, können „Cellagon-Aurum” oder ähnliche komplexe Nahrungsergänzungen helfen. Schließlich sind Bitterstoffe beispielsweise in der Fertigmischung der Bittersterntropfen®, welche über Ihre Apotheke erhältlich ist, empfehlenswert. Der Kräuterbitter basiert auf Rezepturen aus dem Umfeld Hildegard von Bingens. In ihm sind die Auszüge von die 18 Leber und Galle stärkenden Kräutern von Absinth, Engelwurz, Ingwer, Kümmel, Koriander über Scharfgabe, Galgant bis zu Majoran, Lavendel und Löwenzahn zu finden. Bei Bedenken wegen des Alkoholgehaltes der Tropfen kann auch das BitterKraft®Vitalpulver oder das Urbitter-Biogranulat® von Dr. Pandalis empfohlen werden.
Bei Vorliegen von Lebermetastasen ist außerdem auf eine entsprechende Ernährung zu achten. Bewährt hat sich eine Vollwertkost, bei der vorwiegend Gemüse, Obst und Getreideprodukte verzehrt werden. Zu viel tierisches Eiweiß und Fett (auch Quark) belasten die Leber unnötig. Genussmittel wie Süßwaren und Kaffee sind stark einzuschränken, Alkohol ist ganz zu meiden.
Diagnostik
Aussagekraft von Tumormarkern
Vor sieben Jahren war ich an einem Darmtumor erkrankt, der operiert wurde und örtlich begrenzt war. Von Seiten der klinischen Medizin wurde keine Nachbehandlung favorisiert. Mein betreuender Arzt bestimmt seither alle 3 Monate verschiedene Tumormarker. Ist das notwendig ? Ein Tumormarker, der sog. CA 9 war bei einer der letzten Untersuchungen deutlich über den Normbereich erhöht. Nach Absetzen von cholesterinhemmenden Medikamenten war er wieder im Normbereich. Muss ich mir dennoch Sorgen machen? (Signal 1/2001)
Tumormarker können zwar in vielen Fällen bei der Verlaufsbeurteilung von Krebserkrankungen hilfreich sein, sie sind aber nur bedingt aussagefähig (siehe auch ausführliches Infoblatt "Tumormarker" der GfBK). Wenn überhaupt, dann ist bei Ihnen vielleicht eine jährliche Kontrolle angezeigt. Leberbelastende Medikamente, zu denen auch die synthetischen Cholesterinhemmer zählen, können sich sehr wohl auf einen Tumormarker, in Ihrem Fall dem CA19-9 negativ auswirken und Sie zu falschen Rückschlüssen veranlassen. In der Mehrzahl der Fälle, in denen heute cholesterinsenkende Medikamente von Ärzten verordnet werden, könnte durch adäquate diätetische und physiotherapeutische Massnahmen der Wert ohne kritischen Nebenwirkungen gesenkt werden. Unlängst stellte sich bei der Gfbk ein Patient vor, bei dem durch eine Grippeschutzimpfung eine Erhöhung des CEA-Wertes (ebenfalls ein Tumormarker) festgestellt wurde, der sich erst einige Wochen nach der Impfung wieder normalisierte.
PET
In einem Zeitungsartikel wurde ein angeblich neues bildgebendes Verfahren, das "PET" (= Positronen-Emissions-Tomografie) zur Diagnostik von Tumorerkrankungen angepriesen. Weiterhin wurde in dem Bericht ausgeführt, dass auch die Wirksamkeit einer Chemotherapie damit schon nach einem Zyklus beurteilt werden könne. Ist das so richtig? (Signal 2/2003)
Das "PET-Verfahren" ist schon einige Zeit im klinischen Einsatz. Wie bei jedem bildgebenden Verfahren ist für die Beurteilung ein erfahrener Anwender notwendig. Vom Prinzip her handelt es sich um eine Weiterentwicklung bzw. Verfeinerung der Computertomografie (CT), bei dem vor der Untersuchung eine radioaktiv markierte Zuckerverbindung injiziert wird. Der Effekt beruht darauf, dass sich in Tumorzellen Zuckerverbindungen deutlich mehr als in normalen Zellen anreichern. Der Zucker der sich im Körper verteilt, soll dort, wo erhöhter Zuckerumsatz (Metabolismus) ist, diesen durch Schwärzung im Bild anzeigen. Zu bedenken ist allerdings, dass beispielsweise die Nieren und die Blase standardmäßig schwarz sind, da ein Teil des Zuckers mit dem Urin zügig ausgeschieden wird. Mit der Blase wird teilweise auch ein Teil des Enddarms überdeckt und die Darstellung daher ungenau. Dennoch könnte bei vielen Tumoren die Wirkung einer Chemotherapie schon nach einem Zyklus am möglicherweise massiv gesenkten Zuckerverbrauch in den Tumorzellen bewertet werden. Das PET-Verfahren wird aber noch zu wenig in der Verlaufsdiagnostik von Tumorerkrankungen eingesetzt und bei Kosten von ca. 1.200 Euro selten als Kassenleistung anerkannt. Im Interesse der Tumorerkrankten wären hier dringender Forschungsbedarf angezeigt und baldige Änderungen der Kostenerstattungsmodalitäten wünschenswert.
Eierstockkrebs
Insulinpotenzierte Therapie?
Ich habe Eierstockkrebs in fortgeschrittenem Stadium. Obwohl man eigentlich nicht recht davon überzeugt ist, rät man mir in der Klinik zu einer neuen Kombination von Chemotherapie. Von einer Bekannten habe ich von der sog. Insulinpotenzierten Therapie mit niedrig dosierter Chemotherapie gehört. Was halten Sie von dieser Methode? (Signal 4/2007)
Unter der sog. „insulinpotenzierten Therapie“ (IPT) versteht man eine niedrig dosierte Chemotherapie nach der Gabe von Insulin, welches den Zuckerstoffwechsel beeinflusst. Es wird davon ausgegangen, dass durch die vorherige Insulingabe die Dosierung der Chemotherapie wesentlich niedriger gewählt werden kann, ohne einen Verlust der Wirksamkeit in Kauf nehmen zu müssen. Grundlage der Wirkung soll sein, dass Tumorzellen auf ihrer Oberfläche vermehrt Rezeptoren für das Insulin tragen. Durch die Anlagerung des Insulins an diese Rezeptoren gelangt dabei Zucker aus dem Blut in die Zelle hinein. Bei Überangebot an Insulin und folglich sehr niedrigem Blutzuckerspiegel sollen durch die geöffneten Zellmembranen passiv auch andere Stoffe wie beispielsweise Zytostatika, d.h. Substanzen der Chemotherapie, vermehrt in die Zelle gelangen können. Ob durch die Verabreichung von Insulin vor der Chemotherapie tatsächlich die erkrankten Zellen das Zytostatikum besser aufnehmen können, ist bisher jedoch nicht ausreichend am Menschen belegt. Zwar gibt es auch hier - wie bei vielen noch ungenügend erforschten Methoden - Einzelfälle, bei denen sich günstige Krankheitsverläufe zeigten, dennoch ist das Verfahren nicht risikolos oder ungefährlich. Man weiß in der Medizin ganz genau, was passiert, wenn der Blutzuckerspiegel wie bei der IPT verursacht auf Werte unter 40mg/dl absinkt (normale Werte liegen um 100mg/dl). Insbesondere das Gehirn ist auf die Verbrennung von Zucker angewiesen. Deswegen können bei niedrigem Blutzuckerspiegel vor allem sog „zerebrale Probleme“ auftreten: Es kann zu Konzentrationsproblemen, schnellerem Herzschlag, vermehrtem Schwitzen, Blutdruckerhöhung, Unruhe bis hin zu plötzlich einsetzender Bewusstlosigkeit, Lähmungen und Krampfanfällen kommen. Daher erscheint es uns in dieser Situation fragwürdig, noch eine wenn auch niedrig dosierte Chemotherapie zu verabreichen. Problematisch an dieser Therapieform ist weiterhin, dass von manchen Anwendern behauptet wird, die insulinpotenzierte Therapie könne alternativ zu Operationen eingesetzt werden. Sollten Sie sich dennoch dafür entscheiden, sollte eine kontinuierliche ärztliche Überwachung der Therapie über mindestens vier Stunden gewährleistet sein und Sie sicherstellen, dass Sie eine solche Therapie bei Unverträglichkeit oder Verschlimmerung Ihres Krankheitsbildes jederzeit beenden können.
Metastasen im Bauchraum
Wegen einem Eierstockkrebs musste ich mich im letzten Jahr einer Unterleibstotal-Operation unterziehen und wurde mehrfach mit unterschiedlichen Formen der Chemotherapie nachbehandelt. Inzwischen ist leider eine ausgedehnte Metastasierung im Bauchfell mit starker Bauchwasserbildung (Aszites) aufgetreten. Dem Vorschlag einer erneuten systemischen Chemotherapie stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Gibt es aus Ihrer Sicht dazu Alternativen?
Wir empfehlen Ihnen im vorliegenden Fall eine spezielle Art der Hyperthermie- (= Überwärmungs-)Therapie, die so genannte IPHC (= intraperitoneale Hyperthermie). Dabei wird die Bauchhöhle mit einer bis zu 48 Grad vorgewärmten Kochsalzlösung ca. ein bis zwei Stunden durchspült, in die zusätzlich zytostatische (= tumorzellhemmende) Mittel gegeben werden können und die im Bauchraum zu Temperaturen von ca. 42 bis 43 Grad führen. Dadurch kann die örtliche Wirksamkeit der Chemotherapie erhöht und gleichzeitig die Menge an Zytostatika verringert werden. Die Nebenwirkungen dieser örtlichen Chemotherapie sind dadurch auch wesentlich geringer. Besonders bei Eierstockstumoren, die auf anderere therapeutische Methoden kaum reagieren, aber auch bei anderen Geschwülsten, die in das Bauchfell metastasieren (= Tochtergeschwülste bilden), wie beispielsweise Magen-, Darm- und Lebertumore, kann diese besondere Art der Überwärmungsbehandlung sehr erfolgreich sein. Weitere Einzelheiten über die Therapie und Anwenderadressen können Sie über die GfBK erhalten. Falls noch nicht erfolgt, sollten Sie auch zusätzlich ein biologisches Basistherapiekonzept mit den bekannten Schwerpunkten beginnen.
Misteltherapie bei Eierstockkrebs
Ist Ihnen eine negative Wirkung von Mistelpräparaten bei Eierstockkrebs bekannt ? Nach neueren Erkenntnissen sollen angeblich Mistelpräparate bei Eierstockkrebs möglicherweise krebsfördernd wirken im Gegensatz zur krebshemmenden Wirkung bei Brustkrebs ? Stimmt diese Aussage? Gibt es dazu Untersuchungen bzw. Veröffentlichungen? Müßte ich dann nicht dieses Präparat absetzen? (Signal 3-2003)
Bei der Anwendung einer Misteltherapie bei Eierstockskrebs bestehen keinerlei Bedenken. In mehreren klinischen Studien an insgesamt 419 Patientinnen mit Eierstockskrebs konnte die krebshemmende Wirkung der Mistel nachgewiesen werden. Dies zeigen auch die höheren überlebenszeiten von mit Mistel behandelten Patientinnen sowie deren gesteigerte Lebensqualität. Behauptungen, die Mistel könne den Eierstockskrebs fördern, gehen auf Untersuchungen mit isolierten Wachstumsfaktoren (Vorstufen und Botenübertragungsstoffe der weißen Blutkörperchen), den sog. Zytokinen (wie z.B. Interleukin-6, Tumor-nekrosefaktor- a) zurück. Dort wirkten im Reagenzglas die einzelnen Zytokine gegenüber Eierstockskrebszellen sowohl wachstumshemmend als auch stimulierend. Obwohl durch eine Misteltherapie die körpereigene Freisetzung von diesen Zytokinen gefördert wird, kann man allerdings nicht die umgekehrte Schlussfolgerung ziehen, Mistel wirke bei Eierstockskrebs negativ. Denn es ist schon lange bekannt, dass man die Wirkung von isolierten Zytokinen nicht mit der Beeinflussung des gesamten Zytokinspektrums - so wie es bei der Mistelgabe der Fall ist - vergleichen kann. Die positive Wirkung der Misteltherapie bestätigt sich auch in den oben beschriebenen Untersuchungen an Patientinnnen mit Eierstockskrebs. Leider geschieht es jedoch immer wieder, dass Untersuchungen im Reagenzglas allzu leicht auf den Patienten übertragen werden. Dieser Widerspruch zeigt sich auch darin, dass durch die direkte Einspritzung in Bauchdeckenmetastasen bei Eierstockskrebspatientinnen sowohl durch Mistel als auch durch isolierte Zytokine (TNF-a) Tumorrückbildungen erreicht werden konnten !
Ernährung
Budwig-Diät
Coy-Diät
Meine Frau leidet an einer Krebserkrankung. Die Metastasen in Leber und Lunge wurden durch Chemotherapien mit wenig Erfolg therapiert. Jetzt haben wir auch aus der Bild-Zeitung erfahren, dass es die sog. Coy-Diät gibt, bei der durch Zuckerreduktion ein Aushungern der Krebszellen beschleunigt werden soll. Es wird erwähnt, dass man besonders Käse, Butter, Fleisch also auch eiweißhaltige Speisen, zu sich nehmen soll. Andererseits wird von der GfBK empfohlen, dass man auf eiweißhaltige Nahrung verzichten sollte. Diese Aussagen sind widersprüchlich, und verunsichern mich, wie wir uns in Zukunft richtig ernähren sollen. Was können Sie dazu sagen? Soll meine Frau Ihre Ernährung entsprechend umstellen?
Eine Ernährungsumstellung kann zwar zu jedem Zeitpunkt einer Krebserkrankung sinnvoll sein, unabhängig davon, ob bereits Metastasen bestehen oder nicht. Es gilt aber zu prüfen, inwieweit spezielle Empfehlungen für den einzelnen Krankheitsfall passen oder nicht. Die Coy-Diät geht davon aus, dass wenn man speziell hierfür entwickelte Lebensmittel mit herkömmlicher, wenig Glukose (Kohlenhydrate) freisetzender Nahrung kombiniert, das Wachstum aggressiver Krebszellen und von Metastasen gehemmt werden kann. Im Rahmen dieser Diät ist es wichtig, keine stark kohlehydrathaltigen Lebensmittel mit sogenanntem hohem glykämischen Index zu verzehren. Dabei ist von großer Bedeutung, ob der Zucker im Organismus langsam oder schnell verstoffwechselt wird. Der sogenannte glykämische Index misst, wie schnell nach dem Verzehr eines Nahrungsmittels die Zuckerkonzentration im Blut ansteigt. Die glykämische Last berücksichtigt zusätzlich wie das Verhältnis der Kohlenhydrate zu den anderen Bestandteilen in einem Lebensmittel ist. Ein Beispiel: Der Blutzuckereffekt von 100 g Baguettebrot ist wegen seines sehr hohen Kohlenhydrat-Gehalts trotz identischem glykämischen Index etwa 6 mal so groß wie der von 100 g gekochten Möhren, d.h. Sie müssen ungefähr 600 bis 700 g Möhren zu sich nehmen, um die Blutzuckerwirkung von 100g Baguette zu haben. Ob diese Diät im Einzelfall immer wirklich streng "durchgezogen" werden muss, ist schwierig zu beantworten. Bisher gibt es zur Anwendung dieser Diätform nur Tierversuche sowie Erfahrungsberichte und keine Ergebnisse veröffentlichter klinischer Studien. Es ist zwar erwiesen, dass gerade Tumore in fortgeschrittenem Stadium einen bis zu 30-fachen Verbrauch an Zucker bzw. Glucose haben. Seit Warburg ist auch bekannt, dass Krebszellen Glucose nicht zu Kohlenhydraten und Wasser verbrennen können wie gesunde Zellen, sondern diesen zu Milchsäure vergären. Kritisch ist aber anzumerken, dass nicht richtig geklärt ist, wie weit der Blutglukosespiegel gesenkt werden muss, um wirklich erwünschte schädliche Wirkungen auf Krebszellen im Organismus zu erreichen. Besonders Krebspatienten, die an Auszehrung (Kachexie) leiden, sollten auf gar keinen Fall diese Diät umsetzen. Eine vollwertige vitalstoffreiche eher kohlenhydratarme Ernährung kann helfen, die körpereigene Abwehr zu aktivieren. Diese beinhaltet das Meiden stark kohlenhydrathaltiger Speisen und Getränken mit hohem glykämischem Index. Vollkornprodukte, über die die Kohlenhydrate über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden, sollten bevorzugt werden und auch der regelmäßigen Verzehr von am besten leicht gedünstetem Gemüse zum alltäglichen Speiseplan gehören. Denn die Asiaten und Italiener essen neben Reis und Nudeln -die nach dem Coy-Prinzip eher nicht verzehrt werden sollten- sehr viel Gemüse. Asiaten trinken zudem viel grünen Tee. Beides trägt neben regelmäßiger körperlicher Betätigung und ausreichendem Schlaf zur Gesunderhaltung bei. Problematisch in der Ernährung kann ein Zuviel an tierischem Eiweiß sein. Dieses wird in unserer westlichen Welt übrigens häufig über Wurst und zuviel Fleisch und Milch zu sich genommen, während die Asiaten Ihren Eiweißbedarf über pflanzliches Eiweiß und Fisch decken, was weniger problematisch ist. Es geht daher weniger um einen kompletten Verzicht von Eiweiß, sondern eher um die sorgfältige und bewusste Auswahl. Gegen ein Steak von Rindern, die aus kontrolliert-biologischer Viehzucht stammen, ist aus unserer Sicht nichts einzuwenden. Schwierig ist, dass sich bisher zuwenig ärzte oder Ernährungsberater wirklich fundiert mit dieser speziellen Diät auskennen. Daher muss man vorsichtig sein, Patienten nicht zu verunsichern und den Sinn möglicherweise einseitiger Ernährungsvorschläge genau hinterfragen. Grundsätzlich empfehlen wir lieber ein ausgewogenes an einer vollwertigen Kost orientiertes Ernährungskonzept, dass natürlich auf den einzelnen Menschen und seine Krankheitssituation abzustimmen ist. Im Zweifelsfall sollten Sie mit unserem ärztlichen Beratungsdienst Rücksprache halten.
Erhöhen Vitamine die Sterblichkeit?
Aus einer Fernsehsendung habe ich entnommen, dass Beta-Karotin und Vitamin E eine erhöhte Sterblichkeit verursachen sollen. Kann ich die Nahrungsergänzungsmittel nun bedenkenlos weiter einnehmen? Meine Ernährung habe ich seit meiner Prostata-Operation wegen Prostatakrebs ebenfalls umgestellt. Ich esse mehr Obst und Gemüse in denen allerdings auch die oben genannten Vitamine auftreten. Muss ich mich hier auch umstellen? (Signal 2/2008)
Vitamin E und ß-Karotin (wasserlösliches Vitamin A) werden sehr häufig von Krebspatienten in Form von Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich eingenommen, mit dem Ziel, den Heilungsprozess fördern und die Nebenwirkungen aggressiver Behandlungen zu mindern.
Insbesondere die Anwendung von Vitamin E und Beta-Karotin wurde in jüngster Zeit in der Öffentlichkeit eher negativ (erhöhtes Sterberisiko, erhöhtes Lungenkrebsrisiko) dargestellt. Bevor man daraus allerdings falsche Schlussfolgerungen zieht, sollte man sich die Studienergebnisse, auf denen diese Pressemeldungen beruhen, genauer anschauen.
So hat Prof. Miller von der John Hopkins Universität 2004 eine sogenannte Metaanalyse zur gesundheitlichen Wirkung von Vitamin E veröffentlicht. Dabei hat er 19 Studien untersucht, in denen Patienten mit unterschiedlich starken chronischen Erkrankungen und in unterschiedlichen Altersgruppen in verschiedenen Dosierungen 16-20.000 I.E. synthetisches Alpha-Tocopherol (nicht natürliches Vitamin E) pro Tag erhalten haben. Aus dieser heterogenen Personengruppe hat er dann abgeleitet, dass tägliche Vitamin-E-Dosierungen von mehr als 150 I.E. pro Tag (in den Studien wurde allerdings nie das natürliche Vitamin E sondern immer nur das synthetische Alpha-Tocopherol eingesetzt) das allgemeine Sterberisiko bei den Patienten erhöhe. Interessanterweise wurde das allgemeine Sterberisiko in der untersuchten Studie mit der höchsten Vitamin-E-Gabe von 2.000 I.E. tatsächlich aber verringert. Diese Metaanalyse von Prof. Miller ist von internationalen Fachleuten heftig kritisiert worden. Zu aller Überraschung schreibt Prof. Miller am Ende seiner Veröffentlichung selbst: "Die untersuchten Studien mit hoher Vitamin-E-Zufuhr wurden an kleinen Patientengruppen mit verschiedensten chronischen Erkrankungen durchgeführt, daher ist die Übertragbarkeit unserer Ergebnisse auf gesunde Menschen unsicher."Bezüglich der Gabe von Beta-Karotin sollte in zwei großen Studien (ATBC-Studie und CARET-Studie) ein möglicherweise schützender Effekt von Beta-Karotin unter anderem vor Lungenkrebs bei Rauchern untersucht werden. Es zeigte sich bei der Auswertung der Studie bei den Teilnehmern, die weiterhin mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchten und gleichzeitig Betakarotin einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Bei den Teilnehmern jedoch, die weniger als 20 Zigaretten rauchten, zeigte sich ein leicht erniedrigtes und bei den Teilnehmern, die aufhörten zu rauchen, sogar ein deutlich erniedrigtes Risiko. Beta-Karotin erhöht also nur bei den starken Raucher (mehr als 20 Zigaretten) das Lungenkrebsrisiko, senkt es aber bei allen anderen! Experten nehmen an, dass dabei nicht das Beta-Karotin, sondern deren Oxidationsprodukte zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko bei noch aktiven Rauchern führen könnten. So gibt es wiederum andere Studien, die zeigen konnten, dass eine kombinierte Gabe von Beta-Karotin mit anderen "Antioxidantien" wie Vitamin E und Vitamin C durchaus positive Effekte haben kann. Weiterer Kritikpunkt: An beiden Studien nahmen nur Personen teil, die bereits bei Studienbeginn sehr lange stark geraucht hatten, Personen also, bei denen möglicherweise bei Studienbeginn schon Lungenkrebs induziert war. Wenn Beta-Karotin in den frühen Phasen der Krebsentstehung, nicht aber in der späten Wachstumsphase wirkt, kann bei dieser Personengruppe kein schützender Effekt erwartet werden.
Unser Fazit lautet daher: Es gibt sowohl Studien, die positive als auch negative Effekte von Vitaminen zeigen. Diese oben genannten Beispiele verdeutlichen aber, dass man sich das Design der Studien, deren Ergebnisse und auch die verwendeten Präparate genauer anschauen muss, um daraus Schlussfolgerungen ziehen zu können.
Grundsätzlich sind pflanzliche Vitamine synthetischen Vitaminen vorzuziehen. Unterstützt werden sollte dies zusätzlich durch eine vitalstoffreiche Ernährung bevorzugt mit Vollkorngetreide und -produkte (nicht zu grob!); Rohkost (in kleinen Mengen); Biogemüse; naturbelassene pflanzliche Öle und Fette (insbesondere Olivenöl und Leinöl).
Interessant gerade auch für an Prostatakrebs Erkrankte ist die Tatsache, dass Männer, die häufig Ketchup, Tomatenmark oder Tomatensaft verzehren, weniger häufig an Prostatakrebs erkranken. Diese Beobachtung wird auf das in Tomaten enthaltene stark antioxidativ wirksame Lycopin zurückgeführt. Lycopin wird durch vorheriges Erhitzen der Tomaten wohl besser für den Körper verfügbar gemacht, daher ist die bessere vorbeugende Wirkung von z.B. Tomatensaft im Gegensatz zu "rohen Tomaten" zu erklären. In Laborversuchen konnte Gelbwurz (=Kurkumin) bei Prostatakrebs die Umwandlung von hormonabhängigen zu hormonunabhängigen Zellen verzögern und den spontanen Zelltod beider Zellarten herbeiführen. Das Rezept für einen Gelbwurz-Tomaten-Drink erhalten Sie bei der GfBK. Umgekehrt konnte in anderen epidemiologischen Studien gezeigt werden, dass ein Mangel an Selen und Vitamin D vermehrt zu Prostatakrebs führt. Bei bereits an Prostatakrebs Erkrankten haben aktuelle Studien zudem einen positiven Effekt von Granatapfelextrakt und Leinsamen zeigen können.Ernährung als Prophylaxe?
Meine Mutter ist an Brustkrebs leider verstorben. Daher bemühe ich mich seit Jahren, durch eine gesunde Lebensweise einschließlich der Ernährung mein Erkrankungsrisiko zu reduzieren. Zur Ernährung habe ich folgende Frage: Besteht nach Ihrer Ansicht ein Zusammenhang zwischen der asiatischen und mediterranen Küche und den dort deutlich niedrigeren Brustkrebserkrankungszahlen? (Signal 1-2003)
Es gibt durchaus einen nachgewiesenen Zusammenhang zwischen dem Ernährungsverhalten in den asiatischen Ländern und dem dort wesentlich seltener auftretenden Brustkrebs. Wir können Ihnen ohne Bedenken empfehlen, Ihre Ernährungsgewohnheiten an den Vorgaben einer asiatischen bzw. mediterranen Küche auszurichten. Schwerpunktmäßig sollten Sie bevorzugt pflanzliche Lebensmittel, wertschonend gegart bzw. gedünstet in den Speiseplan einbauen und den Konsum von tierischen Produkten - auch von Milch bzw. Milcherzeugnissen - reduzieren. Bedeutend ist bei der Entscheidung für eine Ernährungsform dennoch, dass Ihnen diese Ernährung schmeckt, Ihnen gut bekommt und Sie nicht ständig das Gefühl haben auf irgendetwas verzichten zu müssen. Sehr gute Literaturempfehlungen zu diesem Thema sind: Barbara Temelie: "Die Ernährung nach den 5 Elementen" und das "5 Elemente Kochbuch", beide erschienen im Joy Verlag und Jane Plant: "Dein Leben in deiner Hand", Goldmann Verlag. Ebenfalls wertvolle Hinweise können Sie unserer kostenlosen Broschüre Ernährung und Krebs entnehmen, die Sie jederzeit über unsere zentrale Beratungsstelle anfordern können.
Heilfasten bei Krebs
Ich möchte wissen, ob ich als Brustkrebspatientin, die auch mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt wurde und bei der Behandlung im Januar 2005 schon abgeschlossen war, jetzt zur Entgiftung Heilfasten machen kann - oder schadet mir das? (Signal 2-2006)
Grundsätzlich hängt die Durchführbarkeit eines Heilfastens nach einer Brustkrebserkrankung und auch nach anderen Krebserkrankungen von vielen verschiedenen Faktoren ab, so insbesondere der körperlichen Befindlichkeit und Belastbarkeit. Bei stark ausgeprägter körperlicher Schwäche und Gewichtsabnahme ist vom Heilfasten eher abzuraten. Auch ein Heilfasten, das länger als 1 Woche dauert, sollte grundsätzlich auch bei Gesunden nur unter professioneller ärztlicher Begleitung erfolgen. Eine allzu drastische Gewichtsabnahme ist in jedem Fall zu vermeiden, da häufig unter einer Chemotherapie oder Bestrahlung eine Gewichtsabnahme erfolgt und im Rahmen der Erholungsphase eher ein Aufbau und nicht eine weitere Schwächung des Organismus erfolgen sollte. Um eine Entgiftung des gesamten Organismus zu erreichen, können alternativ auch andere Maßnahmen durchgeführt werden, so z.B. die Ausleitung mit homöopathischen Komplexmitteln, eine Säure-Basen-Regulation und darmregulierende Maßnahmen. Auch eine besondere Diätform wie das Basenfasten (Buchempfehlung: Gesundheitserlebnis Basenfasten von Sabine Wacker, erschienen im Haug-Verlag ), bei der nicht auf eine Nahrungsaufnahme verzichtet werden muss, ist für einen gewissen Zeitraum durchaus zu empfehlen.
Schadet Kaffee?
Ab und zu trinke ich gern eine Tasse Kaffee und habe als Betroffene deswegen ein schlechtes Gewissen, da Kaffee nach Meinung der Mitglieder meiner Selbsthilfegruppe von Krebskranken gemieden werden sollte. Er soll zu einer übersäuerung im Organismus führen und ist bekanntermassen ungesund oder sogar krebserregend. Was ist Ihre Meinung ?
Kaffee ist ein weitverbreitetes Getränk, und stand auch schon im Verdacht Krebs auslösen zu können oder zumindest zu begünstigen. Nach neuesten Erkenntnissen gibt es jedoch keinen zwingenden Grund, auf den Genuss von Bohnenkaffee zu verzichten. Viele Untersuchungen in Nord- und Südeuropa, Asien und den USA wurden durchgeführt, um nachzuweisen, dass Brust-, Eierstock-, Blasenkrebs oder andere Wucherungen durch Kaffee verursacht werden, doch konnte in keiner der Untersuchungen ein solcher Zusammenhang nachgewiesen werden. Vielmehr stellten französische Wissenschaftler im Auftrag des Ernährungsministeriums in langjährigen Querschnittsuntersuchungen fest, dass bei einem regelmäßigen Genuss von vier Tassen Kaffee am Tag, die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken sogar um ein Viertel geringer war. Bei einer schnelleren Darmpassage können wahrscheinlich krebsfördende Stoffe nicht so lange auf die Darmscheimhaut einwirken. Wie bei vielen anderen Stoffen aus der Nahrung, die in gewissem Maß schützend gegen Krebs wirken können, ist aber auch bei Kaffee eine Grenze einzuhalten. Wird diese überschritten, drohen Blutdruckerhöhung und Schlimmeres. Außerdem kann Kaffee Vitamin C zerstören.
Was sind Transfettsäuren?
Seit einer Darmkrebs-Operation vor sechs Monaten bin ich bemüht, meine Ernährung in Richtung Vollwertkost auszurichten. In diesem Zusammenhang habe ich von dem angeblich sehr negativen Effekt so genannter "Transfettsäuren" in der Nahrung gehört. Was ist darunter zu verstehen? (Signal 4-2002)
Bei der industriellen Be- und Verarbeitung flüssiger Fette zu festen, streichfähigen Fetten (z. B. Margarine) entstehen durch den technischen Prozess der Härtung so genannte "Transfettsäuren". Die ungesättigten Fettsäuren (CIS-Form) werden dabei in gesättigte Fettsäuren (trans-Form) umgewandelt. Neben Margarine enthalten z.B. Pommes frites und Kartoffelchips nennenswerte Mengen dieser Fettsäuren. Gehärtete Fette belasten generell die Verdauungsvorgänge im Darm und in der Leber und wirken langfristig schwächend auf das Darm assoziierte (= beigeordnete) Immunsystem ein. In einer gesundheitsfördernden Ernährung, zumal bei Darmkrebs, sollten diese Fette auf ein Minimum reduziert werden.
Welche Fette sind gesund?
Meist wird vor dem Verzehr von zu viel Fett gewarnt, weil es der Gesundheit abträglich sein soll. Andererseits ist mir zu Ohren gekommen, dass es sehr auf die Art der Fette ankommt, die wir zu uns nehmen. Können Sie mir als betroffenem Tumorpatienten etwas zu den essentiellen Fettsäuren, insbesondere den Omega - 3 - Fettsäuren sagen und ihre Empfehlungen diesbezüglich deutlich machen, damit ich mich da richtig verhalte ? (Signal 4-2005)
Es ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren essentielle Nahrungsbestandteile sind, die im Organismus eine Fülle von wichtigen Aufgaben bei dem Stoffwechselgeschehen haben. Während man früher nur zwischen gesättigten und ungesättigten Fetten unterschieden hat, stellte sich in letzter Zeit auch ein Wechselspiel innerhalb der ungesättigten Fettsäuren heraus Essentielle Fettsäuren wie die Linol- oder Omega-6-Säure und vor allem Linolensäure oder Omega-3-Säure sind wichtige Stoffe für die Bildung von Hormonen, die dann ihrerseits Zellfunktionen steuern und das Zellwachstum regeln. Besonders die Linolensäure sorgt für Elastizität der Zellwände, wenn sie dort als Bausteine eingesetzt werden. Sind diese Fettsäuren nicht ausreichend vorhanden, so greift der Organismus auf gesättigte Fette zurück, die die Zellwände aber nicht geschmeidig halten können und somit auch die Reaktionsbereitschaft der Zelle abnimmt. Linol- und Linolen vermindern die Entzündungsneigung. Omega-3-Säuren (Linolen) vermindern außerdem die Klebrigkeit der Blutplättchen und erweitern die Gefäße, sodass der Körper besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird. Außerdem wird ihnen als Immunstimulanz eine vor Krebs schützende Funktion zugeschrieben. In Tierversuchen zeigte sich ein Rückgang des Tumorwachstums nach zusätzlicher Gabe von Omega-3-Säure wie auch eine Verlängerung der überlebenszeit. Omega-3-Säuren sind vor allem in Fischen wie Makrele, Hering, Lachs und Kabeljau enthalten, aber auch in Olivenöl und Lebertran oder Wild. Ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche decken den normalen Bedarf. Die vor Krebs schützende Wirkung von Omega-3-Säuren wird nämlich durch das Vorhandensein von zu viel Linol- oder Omega-6-Säure gemindert. Ein ideales Verhältnis wäre viermal so viel Omega-3 als Omega-6 bei der Nahrungsaufnahme. Tatsächlich ist in unserer Ernährung meist ein deutliches übergewicht an Omega-6-säuren vorhanden. Omega-3-Säuren sind mit höherem Anteil nur in einigen Pflanzenölen, wie Leinöl, Weizenkeimöl oder Schwarzkümmelöl, aber vor allem auch in Tiefsee und Kaltwasserfischen enthalten. Diese Nahrungsmittel sollten bevorzugt, der Verbrauch von rotem Fleisch, Eiern und Milchprodukten mit den darin überwiegenden Omega-6-Säuren dagegen eher verringert werden.
Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs und Impfung – Todesfälle?
Meiner Tochter, 14 Jahre alt, wurde eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs empfohlen. Nun habe ich viel Widersprüchliches gehört und hätte gerne gewusst, wie Sie zu dieser Impfung stehen. (Signal 2/2008)
Die GfBK ist dieser Impfung gegenüber kritisch eingestellt. Eine 100%ige Sicherheit bietet die Impfung nicht. Denn bei etwa 30-50% der Frauen sind andere, seltenere Typen von HPV für die Infektion verantwortlich. Außerdem irreführend ist, dass diese Impfung häufig als „Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs” bezeichnet wird. Man impft aber nicht gegen Krebs, sondern gegen Viren, die an der Entstehung beteiligt sind. Geimpft wird auch nur gegen 4 Viren, deren Infektion zu Gebärmutterhalskrebs führen kann. Gegen 14 weitere gefährliche HPV-Virustypen schützt diese Impfung überhaupt nicht. Die Impfung wirkt auch nicht vorbeugend, das heißt eine bereits bestehende Infektion kann damit nicht behandelt werden. In Frage kommt diese Impfung somit grundsätzlich nur für junge Menschen, im Idealfall vor dem ersten Geschlechtsverkehr, da die Viren beim Sex übertragen werden. Außerdem sollte man bei der Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs bedenken, dass weitere Risikofaktoren wie fettreiche Ernährung, langjährige Einnahme der Pille und Rauchen das Risiko erhöhen, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
Experten kritisieren außerdem, dass der Impfstoff voreilig auf den Markt kam und viel zu teuer ist. Mit bis zu 500 Euro ist die HPV-Impfung hierzulande die mit Abstand teuerste Impfung für Kinder und Jugendliche. In den USA z.B. ist der Impfstoff mit 280 Euro wesentlich günstiger zu haben!
Unser Fazit: Millionen Mädchen lassen sich gegen Gebärmutterhalskrebs auslösende HP-Viren impfen, obwohl die Wirkung der HPV-Impfung begrenzt ist. Außerdem weiß man nicht genau, wie lange der Impfschutz anhält. So sind die Studien maximal vier Jahre gelaufen. Und ob der Schutz danach noch weiter anhält oder ob nachgeimpft werden muss, ist nicht bekannt.
Außerdem schüren zwei aktuelle Todesfälle Zweifel bei einem der beiden Impfstoffe, dem seit Herbst 2006 zugelassenen Gardasil. Ein 17-jähriges Mädchen aus Deutschland starb einen Tag nach der HPV-Impfung, ein 19-jähriges Mädchen aus Österreich drei Wochen, nachdem ihr der Impfstoff verabreicht wurde. Das pharma-unabhängige "arznei-telegramm" sagt dazu: "Man kann nicht sagen, dass die Todesfälle ursächlich bedingt sind, aber man kann auch nicht ausschließen, dass sie nicht durch die Impfung bedingt sind". Deswegen möchten wir Ihnen raten, die Entscheidung individuell abzuwägen. Denn inzwischen betonen auch ärztliche Fachkreise, dass die Impfung die Früherkennung nicht ersetzt und umgekehrt brauchen Frauen, die regelmäßig zur Früherkennung gehen auch keine Impfung.Impfung gegen Krebs
Ich bin Mutter einer 17-jährigen Tochter und vor einem Jahr wurde bei mir ein Krebs des Gebärmutterhalses diagnostiziert und die Gebämutter entfernt. Halten Sie bei meiner Tochter die neue Impfung mit Gardisil für sinnvoll? (Signal 1/2007)
Zunächst einmal: Geimpft wird gegen eine Infektion, nicht gegen Krebs. Geimpft wird nur gegen 4 Viren, deren Infektion zu Gebärmutterhalskrebs führen kann. Gegen andere ebenfalls auftretende Virusformen wird nicht geimpft, so dass die Impfung nicht 100prozentig schützen kann. Jedoch kann sie einen 100prozentigen Schutz gegen Neuinfektionen vor den sog. humanen Papillomavirustypen 16 und 18 bieten, die in ca. 70% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs vorkommen. Allerdings sind weiterhin regelmäßige Abstrichuntersuchungen im Sinne einer Früherkennung wichtig, da sich die Impfung eben nicht gegen alle krebsauslösenden Viren richtet. Unser Fazit: Die Wirkung der Impfung kann nicht 100prozentig vor Krebs schützen, kann aber bei Jugendlichen durchaus empfohlen werden. Es bleibt aber abzuwarten, ob die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut diese Impfung generell empfehlen wird. Davon ist abhängig, ob die Krankenkassen diese als Kassenleistung anbieten. Grundsätzlich sollte bei der Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs beachtet werden, dass die Entstehung neben Viren durch eine fettreiche Ernährung und langjährige Verwendung der Pille begünstigt wird. Außerdem haben Raucherinnen ein 3-10mal höheres Risiko als Nichtraucherinnen, eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln, und es wird angenommen, dass eine erhöhte Schwermetallbelastung, z.B. aus Amalgamfüllungen ein begünstigender Faktor sein kann.
Konisation
Seit Jahren habe ich Probleme mit Zellveränderungen im Gebärmuttermund-Bereich, die bisherigen Behandlungsversuche brachten keinen dauerhaften Erfolg. Da der Befund weiterhin kontrollbedürftig ist, wurde mir bei der letzten Kontrolle eine "operative Sanierung" in Form einer "Konisation" empfohlen. Da ich noch relativ jung bin (35 Jahre) und Kinderwunsch habe, schrecke ich vor diesem Eingriff zurück. Gibt es für mich biologische Therapiemöglichkeiten? (Signal 4/2001)
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Hirntumore
Weihrauch bei Hirnmetastasen
Mein Mann ist seit etwa zwei Jahren an einem kleinzelligen Bronchialcarcinom erkrankt. Nach Operation und Chemo- bzw. Strahlentherapie sind inzwischen leider Hirnmetastasen aufgetreten. Ist auch in diesem Fall eine Weihrauch-Therapie unterstützend sinnvoll ? (Signal 4-2002)
Unserer Erfahrung nach kann eine Weihrauch-Therapie sowohl bei primären Hirntumoren als auch bei Hirnmetastasen, egal aus welchem Organtumor abgesiedelt, eingesetzt werden. Bestandteile des Weihrauchs, genauer die Boswelliasäuren, bewirken wissenschaftlich belegt eine Verminderung der Ödembildung (= Wasseransammlung im Gewebe). Dadurch gelingt es häufig, Beschwerden wie z. B. Lähmungen, Sprachstörungen oder Kopfschmerzen wie auch die im Regelfall verordnete Anti-ödem-Therapie mit einem Cortisonpräparat zu verringern. Weitere Details der Weihrauchtherapie einschließlich von Bezugsadressen enthält das Informationsblatt der GfBK über "Hirntumore".
Weihrauch statt Cortison?
Mein Sohn (20 Jahre) ist an einem bösartigen Gehirntumor, einem Astrozytom, erkrankt. Nach Operation und Bestrahlung steht er weiterhin unter einer Cortisontherapie, um die Ödembildung im Gehirn (Wasseransammlung im Gewebe) zu begrenzen. Inzwischen sind die Nebenwirkungen des Cortison, insbesondere eine starke Gewichtszunahme und eine Wasseransammlung im Gesichtsgewebe, zu beobachten. Kann eine Weihrauchtherapie eigentlich das Cortison ersetzen?
Die grundlegenden Empfehlungen der GfBK für ein biologisches Therapiekonzept bei Gehirntumoren umfassen auch die Weihrauchtherapie. Wissenschaftlich durch Studien belegt, können die im Weihrauch enthaltenen Boswellia-Säuren entzündungshemmend wirken und eine Ödembildung vermindern. Um eine solche Wirkung zu erzielen, sind allerdings gewisse Konzentrationen des Wirkstoffes im Blut notwendig, so dass eine tägliche Einnahme von vier bis sechs Gramm der Wirkstoffe des Weihrauchextraktes erforderlich sind. Darunter kann nach einem Vorlauf von ein bis zwei Wochen versucht werden, die Cortisondosis schrittweise langsam abzubauen. Wir empfehlen, diesen Versuch nur unter ärztlicher Kontrolle vorzunehmen. Ob das Cortison völlig durch Weihrauch ersetzt werden kann, lässt sich im Individualfall nicht im Voraus bewerten.
Hyperthermie
Hyperthermie mit Nanopartikeln
In verschiedenen Medien gab es sehr hoffnungsvolle Berichte zu einer neuen Art der überwärmungstherapie, der Nanotechnologie. Bei welchen Tumorarten wird eine solche Behandlung durchgeführt und was ist Ihre Meinung zu dieser Methode ? (Signal 01-2005)
Diese neue Form der Behandlung kommt aus der sog. Nanotechnologie. Bei dem neuen Verfahren werden Krebskranken mit einer langen, dünnen Nadel eisenoxidhaltige Magnetteilchen (magnetische Nanopartikel) in das erkrankte Gewebe gespritzt. Mit Hilfe eines magnetischen Wechselfeldes werden danach die Eisenteilchen und damit der Tumor millimetergenau erhitzt. Diese reichern sich nur in Tumorzellen, nicht jedoch in normalen Körperzellen an. Der Tumor kann dadurch mithilfe eines äußeren Magnetfeldes punktgenau "angesteuert" und erwärmt werden. Allerdings werden Patienten mit dieser Methode nur in Studien behandelt (Charité und Bundeswehrkrankenhaus Berlin). Gute Erfahrungen hat man bisher bei der Behandlung von bösartigen Gehirntumoren - oder Metastasen und auch bei lokal begrenzten Tumoren gemacht. In Tierversuchen ist das Verfahren erfolgreich gewesen und kann nach Aussagen der Charité möglicherweise auch bei fortgeschrittenen Prostata-Karzinomen, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- oder Brustkrebs helfen. Langfristige Erfahrungen können aufgrund der erst kurzen Vergangenheit der Methode noch nicht bewertet werden. Bei weiteren Erfolgen ist mit eine großflächigen klinischen Anwendung allerdings erst in einigen Jahren zu rechnen. Eine übersicht der aktuellen Studien und weitere Informationen finden sich im Internet unter www.magforce.de.
Immunsystem
Allergie gegen Thymus?
Zur Aktivierung meines Immunsystems nach Operation eines Ovarial-Carcinoms (Eierstockkrebserkrankung) und daran anschließender Chemotherapie schlägt mein behandelnder Arzt für Naturheilverfahren u. a. eine Thymustherapie vor. Ich habe Bedenken wegen möglicher allergischer Reaktionen. Wie schätzen Sie das Risiko ein? (Signal 2-2003)
In der komplementären Therapie bei onkologischen Erkrankungen werden häufig auch Thymuspeptide zur Aktivierung des Abwehrsystems eingesetzt. Durch die bisherigen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften konnte belegt werden, dass Thymuspeptide bei Tumorerkrankten eine Verbesserung der Lebensqualität, eine Verringerung der Infektanfälligkeit und der Rezidivrate sowie eine überlebenszeitverlängerung bewirken. Thymus-Gesamtextrakte werden seit mehr als 30 Jahren in standardisierter pharmazeutischer Qualität hergestellt und in der komplementären Onkologie von erfahrenen Therapeuten mit Erfolg eingesetzt. Daher kann auch in Ihrem Erkrankungsfall in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Thymustherapie prinzipiell empfohlen werden. Die möglicherweise sehr unterschiedlichen Reaktionen und die unterschiedliche Immunsituation von Patienten machen eine sehr individuelle Therapie mit Thymuspeptiden notwendig. Die Gefahr von örtlichen allergischen Reaktionen mit Rötungen, Schwellungen und/oder Juckreiz wie auch ähnlichen Symptomen im ganzen Organismus mit möglicher Atemnot und/oder übelkeit ist bei sachgerechter Anwendung der Thymustherapie als allgemein gering anzusehen. Durch eine Vortestung des Thymuspräparates in sehr geringer Dosierung an der Unterarm-Innenseite lässt sich zudem Ihre individuelle Allergiebereitschaft bewerten. Detaillierte Erklärungen zur Thymustherapie enthält eine Informationsschrift der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr über "Thymusextrakte und Peptide" .
Grippeschutzimpfung
Vor etwa drei Jahren wurde mir (72 Jahre) wegen eines Carcinoms die Prostata entfernt. Seither erhalte ich eine Anti-Hormon-Therapie, die ich dank einer konsequenten biologischen Begleittherapie relativ gut vertrage. Mein Hausarzt rät mir aktuell zu einer Grippeschutzimpfung. Was sagen Sie dazu? (Signal 1/2004)
Die Empfehlungen für eine Grippeschutzimpfung werden in jedem Herbst aufs Neue aus unserer Sicht zu pauschal und zu wenig individuell gegeben. Wenn bei Ihnen keine wesentlichen Herz-Lungenbelastungen bestehen, die eine als Folge eines grippalen Infektes möglicherweise auftretende Lungenentzündung zum Hochrisiko werden lassen, halten wir in Ihrem Fall eine Grippeschutzimpfung für nicht sehr sinnvoll oder zweckmäßig. Da ständig neue Erreger auftauchen ist der Erfolg einer solchen Impfung ohnehin zweifelhaft.
Infrarot-Wärmekabine
Seit meiner Brustkrebsoperation führe ich eine Misteltherapie durch. Seither fühle ich mich deutlich wohler. Eine Bekannte empfahl mir zur gezielten Immunsystemaktivierung zusätzlich eine Art häuslicher Schwitztherapie mittels einer Infrarotwärmekabine. Was halten Sie davon?
Wenn bei Ihnen keine Lymphabfluss-Störungen bzw. keine fortgeschrittene Herz-Kreislauf- Erkrankungen vorliegen, können Sie regelmäßig eine häusliche Schwitztherapie in der o. a. Form durchführen. Zur Ihrer Sicherheit sollten Sie aber die Anwendung mit Ihrem in Naturheilverfahren erfahrenen Arzt absprechen. Empfehlenswert sind dabei eine Verweildauer von jeweils 30 bis 50 Minuten in der Wärmekabine, um die Körpertemperatur auf ca. 38 Grad zu bringen, sowie eine Nachruhephase von ca. 30 Minuten. Das Schwitzen wird zusätzlich gefördert durch die vorherige Einnahme eines Homöopathikums wie "Ferrum phosphoricum" D 3, 2 Tabl. sowie durch eine Mischung von Lindenblüten- und Holundertee. Von der regelmäßigen (zwei- bis dreimal die Woche) Schwitztherapie können Sie sich neben der Aktivierung Ihres Immunsystems eine verstärkte Entgiftung über die Haut, eine Stärkung des Kreislaufs, eine Lockerung von Muskelverspannungen sowie insgesamt eine deutliche Steigerung Ihres Allgemeinbefindens erwarten.
Kann man das Immunsystem überstimmulieren?
Kann man das Immunsystem eigentlich durch biologische Therapieverfahren überstimulieren? Lässt sich eine "überstimulation" durch Laboruntersuchungen feststellen? (Signal 2/2002)
Nach dem Verständnis der Biologischen Medizin geht mit der Tumorerkrankung auch ein geschwächtes Immunsystem einher. Im Umkehrschluss bedarf daher das geschwächte Immunsystem einer erfolgreichen Aktivierung und Stabilisierung, um eine gute Prognose hinsichtlich einer Rezidiv- bzw. Metastasenprophylaxe zu erreichen. Dabei sollte jedoch keinesfalls nach dem Grundsatz "Viel hilf viel" therapiert werden. Ein biologisches Grundgesetz mit dem Hinweis, dass starke Reize hemmen und schwache Reize stärken, verpflichtet indirekt zu einer Vermeidung der Kombination stark aktivierender Immuntherapeutika wie z. B. der Mistel-, Thymus-, Organpräparate-, Sauerstoff-, Ozon-, Eigenblut- und Echinacintherapie. Neben der therapeutischen Erfahrung des Arztes können sich durch entsprechende Blutbildkontrollen der "Lymphozyten-Untergruppen" aus einem deutlich erhöhten Quotienten für das Verhältnis der Helfer-/Suppressorzellen ("CD4/CD8-Quotient") Hinweise für eine "Überstimulation" ergeben. Allerdings sind diese Laborbefunde von Ärzten zu interpretieren, die sich mit diesen Untersuchungen wirklich auskennen.
Wie wirkt eine Fiebertherapie?
Hyperthermie als komplementäres Heilverfahren in der Krebsbehandlung ist immer mehr im Gespräch. In diesem Zusammenhang würde mich als betroffene Krebspatientin interessieren, welchen Stellenwert eine besondere Form der Wärmebehandlung, die Fiebertherapie heute hat ? (aus SIGNAL 4/2005)
Die Fiebertherapie gilt als einzige aktive Form der Hyperthermie, weil der Körper mittels bakterieller oder anderer Substanzen dazu veranlasst wird, selbst Wärme in Form von Fieber zu erzeugen. Durch diese Bakteriengifte wird angestrebt, eine Erhöhung der Körper-temperatur auf 38,5 °C bis 40,5 °C zu erreichen. Während eines Fieberschubs von meist 3 bis 4 Stunden kommt es zu einer Mobilisierung sämtlicher Immunaktivitäten im menschlichen Organismus. Bis zur Einführung von Zytostatika (Chemotherapie ) in den 1950-er Jahren wurde die Fiebertherapie als einzige systemische Krebstherapie angesehen. Sie geriet in Vergessenheit, bis man in einigen Studien feststellte, dass Personen, die häufiger an fieberhaften Infektionen litten, seltener an Krebs erkrankten. Allerdings kann man aus dieser Beobachtung nicht ableiten, dass ein mehr an Erkältungen das Krebsrisiko senkt, denn möglicherweise hängen beide Phänomene von einem dritten Faktor ab und haben eine gemeinsame Ursache. In verschiedenen Studien ist dokumentiert, dass sich ein Tumor nach künstlich herbeigeführter Infektion mit verschiedenen Bakterienstämmen zurückbildete. Dabei scheint der Erfolg bei jüngeren Patienten größer zu sein als bei älteren. Der Therapieerfolg hängt neben der individuellen Reaktionsbereitschaft des Körpers von der Tumorart ab. Die besten Erfolge gab es bisher bei Weichteilsarkomen, malignen Melanomen, Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs, bei Darm- und Nierenkrebs. Als Nebenwirkungen der Fiebertherapie können Schüttelfrost, Schmerzen und Krämpfe auftreten. Fiebertherapie ist gefährlich bei bestehenden Herz-, Nieren- oder Leberleiden, bei Epilepsie und Hirntumoren, bei Schilddrüsenüberfunktion, Thrombosen und Unterernährung. Die Hersteller der Fiebervakzine in Deutschland haben leider keine Nachzulassung ihrer Präparate beantragt und die entsprechenden notwendigen arzneimittelrechtlichen und klinischen Prüfungen angestrebt. Daher wird die Fiebertherapie in Deutschland aufgrund von Restbeständen dieser Mittel nur an einigen biologischen Fachkliniken und in Tageskliniken durchgeführt. Onkologisch tätige Ärzte können heute Vakzine auch selbst in einem Speziallabor für ihre Patienten herstellen.
Kinder
Vitamindosierung bei Kindern?
Mein Neffe ist 18 Monate alt, hat ein Ewing-Sarkom (eine Art Knochen- Krebs ) und bereits die vierte Chemotherapie bekommen. Es haben sich noch keine Metastasen gebildet und ein normaler Kernspin lässt keinen Tumor mehr erkennen. Da es nicht genügend Erfahrung in diesem Kleinkindalter gibt, suche ich nach begleitenden Therapiemaßnahmen insbesondere Nahrungsergänzungsmitteln, weil das Kind immer wieder große Probleme mit der Immunabwehr wie Fieber, Infekte etc. hat. Können Sie mir weiterhelfen? Leider gibt es nur sehr wenig Erfahrungswerte bei der Behandlung von Kleinkindern mit biologischen Therapieverfahren. Daher ist es unbedingt erforderlich, die individuelle Dosierung mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, um überdosierungen z.B. von Nahrungsergänzungsmitteln zu vermeiden. (Signal 4-2005)
Grundsätzlich können bei Kindern als zusätzliche begleitende Maßnahmen eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen sowie die Gabe von Enzymen eingesetzt werden. Die Gabe dieser Präparategruppen ist auch während einer belastenden Therapie, wie z.B. Strahlentherapie oder Chemotherapie möglich. Die genaue Dosierung ist immer dem Körpergewicht anzupassen. Inzwischen sind auf dem deutschen Markt auch Vitaminkombinationspräparate speziell für Kinder erhältlich. Pflanzenextrakte, die meist zur Nahrungsergänzung von Erwachsenen eingesetzt werden, wie z.B. Zell oxygen plus, Cellagon aurum oder La Vita, können ebenfalls sinnvoll begleitend als Nahrungsergänzung für Kinder eingesetzt werden. Weitere wichtige und einfach durchzuführende Maßnahmen während Chemotherapie sind beispielsweise: eine Säure-Basen-Regulation und entsprechende Ernährungsmaßnahmen, die dem Alter des Kindes und den evtl. aufgetretenen Beschwerden, wie möglichen Schleimhautschädigungen angepasst werden sollten. Die Ernährung ist grundsätzlich in dieser Zeitphase für das Kind entlastend und nicht zusätzlich belastend zu gestalten. Empfehlenswert sind z.B. Obst und Gemüse wertschonend gegart bzw. gedünstet, fein vermahlene Vollkornprodukte (Dinkel, Hafer), Säfte möglichst milchsauer vergoren und verdünnt, Bio-Soja-Produkte, Bio-Geflügel, Tiefseefisch, Bio-Öle (Lein-, Olivenöl), Kartoffeln als Pell- oder Salzkartoffel, Kohlensäure arme Mineralwässer.
Leberkrebs
Lebermetastasen bei Darmkrebs
Nach einer Dickdarm-Carcinom-Erkrankung sind Lebermetastasen aufgetreten. Da eine Laserbehandlung aufgrund der Vielzahl der Metastasen nicht möglich ist, wurde mir eine Chemotherapie empfohlen. Nach Abwägung von Pro und Contra habe ich die Chemotherapie abgelehnt. Auch wenn mir bewußt ist, dass es keine direkte Alternative zur Chemotherapie gibt, möchte ich dennoch durch eine biologische Therapie mein Immunsystem und meine Leber stärken und damit den Krankheitsverlauf vielleicht bremsen. Gibt es eine Leber stärkende Ernährung bzw. was ist in meinem Fall zu beachten?
Der Darm und die Leber können durch eine entlastende, d. h. den Stoffwechsel nicht zusätzlich belastende Kostform in ihrer Funktion gestärkt werden. Sie sollten dabei so wenig Rohkost wie möglich, Vollkorn nur in fein vermahlenem Zustand und Säfte nur stark verdünnt zu sich nehmen. Weiterhin sind Masttierprodukte, raffinierter Zucker, Fertigprodukte und Fast Food absolut zu meiden. Wenn Sie statt mit Pfeffer und Salz eher mit Kräutern würzen, gründlich kauen und beim Einkauf weniger durch Dünge- und Sprühmittel belastete Nahrungsmittel bevorzugen, verschaffen Sie sich weitere Vorteile. Unterstützend auf die Darmflora und den Leberstoffwechsel können milchsauer vergorene Getränken, wie beispielsweise der Brottrunk wirken. Zinn- oder Schachtalmkrauttee in Maßen getrunken und/oder auch äusserlich als Leberwickel angewandt oder Präparate mit Artischockenblätterextrakt sind ebenfalls sinnvolle Zusatzmassnahmen.
Resektion der Leber
Vor vier Wochen habe ich den linken Leberlappen entfernt bekommen, wobei der histologische (Gewebs-) Befund bösartig war. Da die Ärzte in der Uniklinik kein Risiko eingehen wollen, sollen mir demnächst weitere Teile der Leber entfernt werden. Jetzt stellt sich für mich die Frage, wie es sich mit einem Leberanteil von 40-50% leben lässt ? Denn dies konnten mir die Ärzte nicht sagen? Was denken Sie darüber? (Signal 3-2003)
Lebergewebe ist grundsätzlich in der Lage, sich schnell zu regenerieren und auch bei sehr starker Schädigung, als Entgiftungsorgan funktionsfähig zu bleiben. Dies sieht man in der Medizin insbesondere bei Patienten mit Leberzirrhose (fortgeschrittene Lebererkrankung nach einer Leberentzündung), bei denen oftmals eine Schädigung von mehr als 70% des Lebergewebes vorliegt, ohne dass sich Funktionseinschränkungen zeigen. Nach Entfernung z.B. des linken Leberlappens regeneriert der verbliebene rechte Leberlappen, und schon nach etwa 2 Jahren kann er meistens die Gesamtgröße der ehemals gesunden Leber erreichen. Unterstützend können Sie sicher die Einnahme pflanzlicher Leberschutzstoffe erwägen. Zu nennen sind vor allem Löwenzahn, Mariendistel, Artischocke, Bärlapp und Berberitze. Abends eingenommen, wirken sie besonders gut, da nach der chinesischen Organuhr der traditionellen chinesischen Medizin die Leber nachts zwischen 1.00 - 3.00 Uhr ihre höchste Aktivität entfaltet.
Lungenkrebs
Hautveränderungen nach der Anwendung von Tarveca?
Ich habe Lungenkrebs. Die Chemotherapie musste bei mir auf Grund meiner schlechten Nierenfunktion abgebrochen werden. Jetzt erhalte ich die neue Tablette Tarveca. Ich habe keine Nebenwirkungen, außer dass mein Gesicht voll mit Akne ist. Jetzt hat sich der Ausschlag auch in den vorderen Gehörgängen gebildet. Meine Frage: Kann mit biologischen Mitteln diese lästige Nebenwirkung gelindert werden? (Signal 2/2007)
Akne-ähnliche Hautveränderungen können von verschiedensten Medikamenten induziert werden. Dazu gehören Kortisonpräparate, Anti-Krampfmittel und zahlreiche weitere Substanzen. Erst in den letzten Jahren werden neue Wirkprinzipien in der Krebsmedizin, wie z.B. Tarveca (Erlotinib), die bestimmte Rezeptoren an der Krebszelle hemmen, eingesetzt.
Diese Substanzen gelten bisher als gut verträglich. Allerdings treten bei einer Vielzahl von Patienten unter der Einnahme akne-ähnliche Hautveränderungen auf, die die Lebensqualität sehr einschränken können. Da ist es für die betroffenen Patienten auch nur wenig tröstlich, dass die Hautveränderungen besonders dann auftreten, wenn die Tumorzellen besonders gut auf die Therapie ansprechen.
Von schulmedizinischer Seite werden antientzündlich wirkende Präparate wie lokale Kortikoide oder Antibiotika eingesetzt, die aber auch wiederum Nebenwirkungen haben. Von biologischer Seite ist der Einsatz von Selen als Natriumselenit wegen seiner ausgeprägten entzündungshemmenden Wirkung sinnvoll. Daten für diese Anwendung gibt es jedoch noch nicht. Da die geschädigte Haut bei Untersuchung unter dem Mikroskop Ähnlichkeit mit der Psoriasis (Schuppenflechte) aufweist, wäre auch ein Behandlungsversuch mit Selen und Thymuspeptiden denkbar, da bei Psoriasis-Patienten Abheilungen der Hautveränderungen durch eine Kombinationstherapie mit Selen, Thymuspeptiden, Zink und Vitamin-B-Komplex beobachtet wurde. Ob dies jedoch auch auf Patienten übertragbar ist, bei denen Hautveränderungen durch Tarveca aufgetreten sind, bleibt zunächst spekulativ. Da von Selen bekannt ist, dass es das die Nebenwirkungen von belastenden Therapien reduziert, möchten wir Ihnen als Therapieversuch eine Selengabe empfehlen.Vitamin B12 nach Lungenkrebs
Ich bin 65 Jahre alt, hatte vor mehr als 10 Jahren Lungenkrebs und bin heute tumorfrei. Ich nehme seit längerem zur allgemeinen Kräftigung ein Präparat, das Vitamin B12 enthält. Soll ich es weiternehmen? (Signal 3/2012)
Vitamin B12 ist vor allem bei der Entwicklung aller Körperzellen von Bedeutung. Im Verbund mit Folsäure wird es für die Intaktheit und Reparatur der Zellmembranen benötigt. Bei Vitamin B12-Mangel kann es zu Blutarmut und Störungen im Nervensystem kommen. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass die Krebsempfänglichkeit bei einem Vitamin-B12-Mangel erhöht ist.
Vitamin B12 ist ebenfalls an Zellteilungsprozessen beteiligt und unterstützt dadurch sich schnell teilende Zellen, wie z. B. Blutzellen. Da die Krebszellen ebenfalls rasch wachsen und damit durch Vitamin B12 in ihrer Vermehrung gefördert werden könnten, wurde die Anwendung von Vitamin B12 bei Krebs in der Vergangenheit oft kontrovers diskutiert. Eine bedarfsgerechte Zufuhr von Vitamin B12 ist bei Krebspatienten oder ehemalig Erkrankten aber wichtig, damit der Körper nicht zusätzlich durch einen Nährstoffmangel geschwächt wird. Insbesondere bei vegetarischer Ernährung kann es zu einem Mangel kommen, da Vitamin B12 v.a. in tierischen Produkten (Rindfleisch, Filet, Kalbsleber, Hühnerei, Lachs) enthalten ist.
Bezüglich der Anwendung bei Krebs gibt es Untersuchungen, in denen die gemeinsame Gabe von Vitamin C und B12 die Teilungsaktivität von Krebszellen verringerte. Hohe Dosen von Vitamin B12 (ab 100µg pro Tag) sollten allerdings bei Krebserkrankungen überlegt eingesetzt werden, gegebenenfalls bei verminderter Blutbildung nach Chemotherapie. In den meisten in Deutschland erhältlichen Nahrungsergänzungspräparaten ist Vitamin B12 zusammengenommen aber nicht in hoher Dosis enthalten. Achten Sie trotzdem beim Kauf eines solchen Präparates auf die genauen Dosisangaben. Wir persönlich würden Ihnen eher ein Kombinationspräparat empfehlen, das Vitamin A, C, E, Selen und Zink enthält.
Magenkrebs
Magenkrebs – was tun bei Gewichtsverlust ?
Seit meiner Magenkrebsoperation vor einigen Monaten habe ich leider noch mehr an Gewicht verloren, da ich an immer wiederkehrenden Durchfällen unabhängig von den Mahlzeiten leide. Was raten Sie mir, damit ich wieder zunehme und was kann die Ursache für die Durchfälle sein? (Signal 3/2008)
Leider sinkt bei Magenkrebspatienten nach der Operation durch die veränderten Verdauungswege und die evt. sehr belastenden Therapien das Körpergewicht häufig noch weiter. Daher ist es nach der Operation umso wichtiger, dass sowohl Patienten wie auch betreuende Angehörige rechtzeitig dieses Problem anzugehen versuchen. Spezielle diätetische Empfehlungen sind gerade bei Magenkrebsoperierten unbedingt einzuhalten. Diese sollten aber individuell angepasst werden; mit viel Geduld, um herauszufinden, was schmeckt und bekömmlich ist.
Die wichtigste Maßnahme ist das langsame Essen vieler kleiner, über den Tag verteilter Mahlzeiten. Gerade wenn der Magen fehlt, muss die Nahrung gründlich gekaut und durch den Speichel vorverdaut werden. Deswegen sollte man sich für die Mahlzeiten ausreichend Zeit nehmen und langsam essen. Außerdem sollten sehr süße Speisen und Getränke gemieden werden. Besser sind ballaststoffreiche, stärkehaltige Kohlenhydrate (z.B. in Voll-kornerzeugnissen und Kartoffeln). Obwohl auch Magenkrebspatienten viel trinken müssen, ist es besser, die Nahrung beim Essen nicht noch zusätzlich zu verdünnen, sondern nur vor oder einige Zeit nach den Mahlzeiten zu trinken.
Gelingt das Zunehmen trotzdem nicht oder ist die Nahrungspassage durch den Tumor verhindert, können hochkalorische Nahrungskonzentrate (Astronautenkost) oder eine Sondenernährung weiterhelfen.
Nahrungsmittel, die eher schlecht vertragen werden, sind: Unreifes, unzerkleinertes rohes Obst, Nüsse, grobe Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, gebratene Speisen, frisches Brot, Blätterteig, fette oder süße Back-wahren, Süßigkeiten, fettes Fleisch, fette Fischsorten, Bohnenkaffe, kohlensäurehaltige Getränke, Limonaden, saure Fruchtsäfte, panierte oder stark gewürzte Speisen, hocherhitztes Fett.
Ein weiteres Problem ist, dass aufgrund der eingeschränkten Durchmischung der Nahrung mit Verdauungsenzymen der Hauptkalorienträger Fett, einschließlich der fettlöslichen Vitamine (A, D, E und K) nicht vollständig verwertet werden kann. Bei fast allen Patienten ist dies der Fall; sie leiden unter Blähungen, neigen zu durchfallartigen Fettstühlen, und scheiden die eigentlich wertvollen und dringend gebrauchten Kalorien zu schnell wieder aus.
Eine Gewichtszunahme erreichen Magenkrebspatienten daher normalerweise nicht dadurch, dass einfach fetter gegessen wird; viel wichtiger ist die ausgewogene Zusammenstellung kalorienreicher, aber nicht belastender Ernährung. Damit auf Fett nicht ganz verzichtet werden muss, helfen die schon erwähnten Verdauungsenzyme, die der Arzt verschreibt.
Abhilfe können auch so genannte mittelkettige Fette (MCT-Fette) schaffen, die auch nach einer Magenoperation vom Darm aufgenommen werden können. MCT-Fette gibt es u.a. als Öl, Streichfett, Brotaufstrich.
Die Ursachen für Durchfälle bei Magenoperierten sind vielfältig. Denken sollte man neben einer Unverträglichkeit von bestimmten Nahrungsmitteln und einer gestörten Fettverwertung auch an eine bakterielle Fehlbesiedelung des Darmes, da bei Magenoperierten die „Säure-Barriere“ des Magens für die Passage von Bakterien fehlt. Da bei vielen Magenoperierten auch eine Milchzucker-unverträglichkeit und damit eine Unverträglichkeit von Milchprodukten besteht, kann dies auch die Ursache für Durchfälle und starke krampfartige Bauchschmerzen sein, da das nun allein von der Bauchspeicheldrüse abgegebene Enzym Lactase den Milchzucker nicht ausreichend aufspalten kann. Ggf. kann man die bereits im Handel erhältlichen lactosefreien Milchprodukte (sogenannte „Minus-L-Milch“) ausprobieren oder das in Milchprodukten enthaltene Kalzium gesondert zuführen. Eine Darmregulation nach Bestimmung der vorhandenen Darmbakterien ist anzuraten (siehe auch GfBK-Info Darmregulation GfBK-Info Magenkrebs).
Mistel
Mistel bei Hirntumoren
Ich bin an einem Glioblastom, einem bösartigen Hirntumor erkrankt und würde gerne Mistel spritzen. Ich bin mir allerdings unsicher, ob dies wirklich sinnvoll ist, da ich mehrfach gehört habe, dass eine Mistelgabe bei Hirntumoren Hirnödeme auslösen kann. Wie beurteilen Sie die Gabe von Mistel bei Hirntumoren? (Signal 2/2008)
Bei Hirntumoren lassen sich in der Praxis die Bedenken, dass eine Misteltherapie bei Hirntumoren Hirnödeme bzw. Hirndrucksteigerungen hervorrufen könne, bisher nicht bestätigen. So ist bisher noch nie eindeutig festgestellt worden, dass die Misteltherapie zu einer Hirndruckerhöhung geführt hat, sondern dass vielmehr Hirntumore diesen erhöhten Hirndruck bewirken. Außerdem gibt es keine Veröffentlichungen, in denen Hirndrucksteigerungen nach Anwendung einer Misteltherapie bei Hirntumoren beschrieben worden sind. Eine Studie zur Misteltherapie bei Glioblastomen fand diesbezüglich ebenfalls kein erhöhtes Risiko; das Befinden der Patienten verbesserte sich unter Misteltherapie vielmehr.
Auch die für die Zulassung der Mistelpräparate zuständige Kommission C beim ehemaligen Bundesgesundheitsamt hatte aufgrund der vorliegenden ärztlichen Erfahrungen Hirntumoren nicht als Kontraindikation in die Fachinformationen der Hersteller mit aufgenommen. So kann man zusammenfassend feststellen, dass man aus den leider nur spärlich vorliegenden Veröffentlichungen nicht den Schluss ziehen kann, dass eine Misteltherapie bei Hirntumoren nicht angewandt werden sollte.
Selbstverständlich gibt es Patienten mit schnell wachsenden Hirntumoren, bei denen auch die Beschwerden durch den Hirndruck krankheitsbedingt zunehmen und die dann behandelt werden müssen. Die Hirndruckzeichen sind dann aber nicht unbedingt eine Kontraindikation für die Misteltherapie, sondern nur eine Indikation für eine adäquate Behandlung mit Kortison und/oder Weihrauch. Außerdem ist es wichtig, dass Sie die Misteltherapie von einem in dieser Therapieform erfahrenen Therapeuten durchführen lassen.Mistel fördert das Tumorwachstum?
Ich habe Brustkrebs und möchte gerne während der Chemotherapie eine Misteltherapie durchführen. Nun hat mir mein behandelnder Arzt gesagt, dass ich dies besser nicht tun sollte, da dies das Tumorwachstum fördern könnte? Wie ist Ihre Meinung dazu? (Signal 1-2008)
Eine Misteltherapie kann und sollte wenn möglich während einer Chemotherapie eingesetzt werden, um die Verträglichkeit der Chemotherapie zu verbessern und das Abwehrsystem zu stärken. Um einen ausreichend guten Immunstatus zu erreichen, sollte mit einer Mistelbehandlung idealerweise wenn möglich schon 3 - 4 Wochen vor einer belastenden Therapie begonnen werden. Dabei ist es wichtig, niedrig dosiert zu beginnen und langsam die Dosis zu steigern. Die Aussagen zur Misteltherapie und möglichen tumorfördernden Eigenschaften beziehen sich mit einer Ausnahme allein auf tierexperimentelle Untersuchungen und auf Untersuchungen, die in vitro, d.h. im Reagenzglas gemacht worden sind. Diese Ergebnisse lassen sich durch ähnlich durchgeführte Untersuchungen widerlegen, d.h. es gibt mindestens ein Dutzend Studien, die kein Wachstum von Tumorzellen im Tierversuch und/oder Reagenzglas durch eine Mistel bzw. Lektinbeigabe nachgewiesen haben. Am wichtigsten erscheinen uns in diesem Zusammenhang jedoch nicht tierexperimentelle Untersuchungen, sondern das Vorliegen einer Vielzahl von klinischen, d.h. am Menschen durchgeführten Studien, die einen tumorwachstumsfördernden Effekt nie nachgewiesen haben. Insofern ist eine Abwehrstärkung mithilfe der Misteltherapie bei Brustkrebs und auch während Chemotherapie sinnvoll. Dies zeigt auch eine aktuelle Studie an 352 Brustkrebspatientinnen, in der untersucht wurde, inwieweit die gleichzeitige Misteltherapie während einer Chemotherapie Einfluss auf die Lebensqualität hat. Das Ergebnis: Bei allen eingesetzten Messparametern zur Einschätzung der Lebensqualität zeigten sich unter der Misteltherapie während und nach Abschluss der Chemotherapie deutlich bessere Werte. Insbesondere die unter Chemotherapie sehr belastenden Nebenwirkungen wie Müdigkeit und übelkeit gingen unter gleichzeitiger Misteltherapie deutlich zurück. Zusätzliche begleitende Maßnahmen sind z.B. Ernährungsmaßnahmen, Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen, die Gabe von Enzymen sowie gezielte Maßnahmen im Sinne einer Ausleitung und Entgiftung. Informationen hierüber erhalten Sie jederzeit gern bei der GfBK.
Mistel während einer Chemo
Vor zwei Monaten wurde ich an einem Darmkrebs operiert, anschließend wurde mir zu einer Chemotherapie geraten. Mein Hausarzt hat mir zusätzlich unbedingt eine Misteltherapie empfohlen. Nun habe ich aber gehört, dass eine Misteltherapie nicht während einer Chemotherapie durchgeführt werden sollte? Stimmt das? (Signal 1-2005)
Eine Misteltherapie kann und sollte wenn möglich während einer Chemotherapie eingesetzt werden, um die Verträglichkeit der Chemotherapie zu verbessern und das Abwehrsystem zu stärken. Dabei ist es wichtig, niedrig dosiert zu beginnen und langsam die Dosis zu steigern. Bei richtiger Handhabung sind Nebenwirkungen relativ selten. Außerdem sollte die Einleitung einer Misteltherapie möglichst frühzeitig, am besten noch vor Beginn der Chemotherapie begonnen werden. Die Aussagen zur Misteltherapie und möglichen krebsfördernden Eigenschaften beziehen sich mit einer Ausnahme allein auf tierexperimentelle Untersuchungen und auf Untersuchungen, die im Reagenzglas gemacht worden sind. Am wichtigsten sind in diesem Zusammenhang jedoch nicht tierexperimentelle Untersuchungen oder Laborversuche, sondern das Vorliegen von 93 veröffentlichten klinischen, d.h. am Menschen durchgeführten Studien, die einen tumorwachstumsfördernden Effekt nie nachgewiesen haben und außerdem zeigen konnten, dass eine Misteltherapie während Chemotherapie die Nebenwirkungen reduzieren und die Lebensqualität verbessern hilft.
Mistelinjektion trotz Macumar?
Seit meiner Dickdarmtumor-Erkrankung vor zwei Jahren führe ich auch eine Misteltherapie durch. Im Gefolge eines Schlaganfalls vor acht Wochen muss ich jetzt bis auf Weiteres ein Blut verdünnendes Medikament (Marcumar) einnehmen. Aus Sorge, bei den Mistelinjektionen jeweils einen Bluterguss zu provozieren, habe ich die Misteltherapie abgesetzt. Sind meine Bedenken berechtigt? (Signal 1-2003)
Aus unserer Sicht und Erfahrung können Sie die Mistelinjektionen trotz der Marcumar-Therapie unbedenklich weiterführen. Da Sie auf einen sogenannten Quick-Wert von 25 - 30 % (= Maß der Blutverdünnung) eingestellt sind, haben Sie bei sachgerechter Injektionstechnik unter die Haut (Fachausdruck: subcutan) beispielsweise im Bauchbereich keine Bluterguss-Probleme um die Einstichstelle zu befürchten. Es ist ratsam nach der Injektion den Hautbereich mit einer Calendula-Echinaceasalbe einreiben. Eine Alternative zum normalerweise empfohlenen Injektionsareal um den Bauchnabel herum wäre der Bereich der äußeren Oberschenkelregion, der relativ gefäßarm ist. Allerdings kann dort die Injektion deutlich schmerzhafter sein. Injektionen tief in den Muskel, die allerdings bei der Misteltherapie nicht üblich sind, dürfen natürlich nicht durchgeführt werden.
Misteltherapie bei Lungenkrebs – Wirtsbaum und Therapiepausen?
Ich habe Lungenkrebs und wurde operiert. Jetzt wird eine konventionelle Therapie mit Antikörpern (Tarceva) durchgeführt. Von der biologischen Seite möchte ich meine Heilkräfte unter anderem auch mit einer Misteltherapie unterstützen. Ich bin aber verwirrt, da andere Patienten in der anthroposophischen Klinik mit gleichem Krankheitsbild ein Präparat von einem anderen Wirtsbaum bekamen und diese durchgehend ohne Pausen verabreicht werden, während man mir zu Pausen zwischen den einzelnen Serien riet. Können Sie mit weiterhelfen? (Signal 4/2007)
Die Misteltherapie nach den Vorgaben einer anthroposophisch orientierten Medizin gestaltet sich wesentlich individueller als die Therapie mit Mistelpräparaten, die auf einen bestimmten Wirkstoff standardisiert sind. So kann es durchaus sein, dass Sie von Ihrem behandelnden Arzt ein Mistelpräparat von einem anderen Wirtsbaum bekommen als eine Patientin mit dem gleichen Krankheitsbild, da Frauen und Männern oft Mistelpräparate von unterschiedlichen Wirtsbäumen verordnet werden. Die nach anthroposophischen Gesichtspunkten entwickelten Mistelpräparate sind jeweils in verschieden Stärken und von unterschiedlichen Wirtsbäumen erhältlich. Die Serien beginnen mit der niedrigsten Stärke und gehen im Verlauf auf höhere Konzentrationen über. Die Behandlung erfolgt in rhythmischen Zyklen. Bei den auf den Inhaltsstoff Mistellektin standardisierten Präparaten, die im Allgemeinen von Laubbaummisteln stammen und die keine unterschiedliche Konzentration aufweisen wird beispielsweise nach dem Schema 8 bis 12 Wochen Therapie und dann 4 bis 6 Wochen Pause verfahren. In Ihrem Fall bekamen Sie wahrscheinlich ein Mistelextrakt von der Eiche. Da diese Mistelextrakte dann in unterschiedlichen Serien, die in sich nochmals steigende Konzentrationen enthalten, verabreicht werden, hängt der Fortlauf der Therapie von Ihrer Reaktion ab : reagieren Sie beispielsweise recht stark, d.h. Sie haben eine mehr als zwei Euro große Rötung an der Einstichstelle, die auch nach einem halben Tag nicht schwindet oder einen recht lang anhaltenden Juckreiz, so wird man eher langsamer die Serie steigern und größere Therapiepausen machen. Das Vorgehen kann und soll dem Patienten individuell angepasst werden - je nach seinem Allgemeinzustand und seiner Reaktion. Es würde den Rahmen dieser Frage sprengen alle Aspekte der Verordnung von Mistelextrakten zu besprechen, wir hoffen aber, dass wir Ihre Zweifel ein wenig beheben konnten. Die GfBK hat auch ein ausführliches Infoblatt zur Misteltherapie herausgebracht. Schließlich sei noch auf das ausgezeichnete und für den Laien gut verständliche Buch von Annette Bopp, Die Mistel – Heilpflanze in der Krebstherapie, erschienen 2006 bei Rüffer&Rub hingewiesen.
Nierenkrebs und Misteltherapie
Ich habe seit 2001 Nierenkrebs, das 2002 lokal rezidiviert ist und trotz Chemotherapie bzw. Interferon weiter wächst. Ich möchte gerne wissen, ob bei mir eine Mistel-Therapie sinnvoll ist, da ich diesbezüglich unterschiedliche Meinungen gehört habe. Außerdem wurde mir ein Immunaktivitätstest, bei dem z.B. die Aktivität der NK-Zellen geprüft wird und mit dem gleichzeitig ein Medikamententest gemacht wird, empfohlen. Ist dies sinnvoll? (signal 1/2007)
Zur Anwendung von Mistel bei Nierenzellkrebs bestehen unsererseits keine Bedenken. So gibt es bisher zwei veröffentlichte Studien zur Misteltherapie bei Nierenzellkrebs (Kjaer, M. 1989, Lümmen G. 2001). In diesen Studien konnten keine ungünstigen Effekte zur Anwendung einer Misteltherapie bei Nierenzellkrebs gezeigt werden. Im Gegenteil: Die Mistel schnitt in einer der Studien gleich gut wie die schulmedizinische Standardtherapie ab, in der anderen sogar besser. Leider berichten Patienten immer wieder, dass sie vernichtende ärztliche Meinungen zur Mistel hören, wie z. B.: „Da können Sie sich auch eine Frikadelle auf den Bauch legen, das hilft genauso viel.” Abwertende Äußerungen dieser Art waren vor einigen Jahren an der Tagesordnung, heute kommen sie glücklicherweise nur noch vereinzelt vor. Veröffentlichungen wie unlängst in der FAZ und anderen Medien, die sehr pauschal und unqualifiziert über die Misteltherapie urteilen, verunsichern viele Patienten.
Es ist bekannt, dass insbesondere Nierenkrebs (aber auch Hautkrebs) besonders gut auf Immuntherapien reagiert. Dies macht man sich ja auch in der schulmedizinischen Behandlung mit Interferon/z.B. Roferon zunutze; auf biologischer Basis kann dies z. B. eine Tumorimpfung oder eine Mistel- bzw. Thymustherapie sein.
Die prinzipielle Durchführung von sog. NK-Zell-Funktionstests beurteilen wir hingegen zurückhaltend, da die Labormedizin den Zustand und die Aktivität des Immunsystems bisher nur ansatzweise prüfen kann und noch unklar ist, inwieweit solche Testungen wirklich die notwendigen Therapien adäquat vorhersagen können.Rezidiv trotz Mistel
Trotz meiner intensiven therapeutischen Bemühungen mit Mistel- und Enzymtherapie sowie der Einnahme von Vitaminen etc. trat im Bereich der linken Brust ein Rezidivtumor auf. Ich bin über diese Entwicklung frustriert. Wie ist das zu erklären? (Signal 1-2005)
Biologische Therapie kann nur so gut wirken, wie der Organismus regulationsfähig ist. Das Regulationsvermögen hängt von vielen individuellen Faktoren wie z.B. der genetischen Vorbelastung, Vorerkrankungen und der Lebensführung ab. Zusätzlich wird es von sogenannten Herd- und Störfeldern wie z.B. durch Zahnmetalle, wurzeltote Zähne, Narben, Elektrosmog, Umweltgifte, Schlafplatzbelastungen und insbesondere durch psychische Belastungen negativ beeinflußt. Demnach müssen parallel zu jeder biologischen Therapie Korrekturen von möglichen Regulationsstörungen durchgeführt werden, um langfristig die Voraussetzung für Behandlungserfolge zu erreichen.
Nahrungsergänzung
Eisenpräparate bei Krebs
Ich leide an einem metastasierendem Bronchialcarcinom (Lungenkrebserkrankung). Mir wurde von meinem Hausarzt ein Eisenpräparat empfohlen. Nun hab ich gehört, dass Eisen die Bildung von Tumoren begünstigen soll. Was soll ich tun? (Signal 4-2004)
Eisen ist ein Spurenelement, was von außen, d.h. über die Nahrung zugeführt werden muss, weil es unser Organismus nicht selber bilden kann. Eisen wird u.a. zur Bildung des Sauerstoff übertragenden roten Blutfarbstoffes Hämoglobin gebraucht. Eisenmangel kann sich in einer Anämie (Blutarmut) und den damit verbunden Beschwerden, wie Blässe, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Reizbarkeit, Haut- und Nagelveränderungen äußern. Die frühere Annahme, Eisen könne die Krebsentstehung begünstigen, beruht auf der Beobachtung im Laborversuch, dass Eisen durch Oxidation zur übermäßigen Bildung von sog. freien Radikalen führt, die wiederum Zell- und Gewebeschäden hervorrufen können. So kann man z.B. auch im menschlichen Organismus nachweisen, dass durch zusätzliche Gabe von Eisen die Bildung von freien Radikalen im Darm zunimmt. Ob dadurch jedoch das Krebsrisiko ansteigt, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Jedenfalls ist es nicht ratsam, bei nicht nachgewiesenem laborchemischem Eisenmangel zusätzlich Eisenpräparate einzunehmen. Beachten sollte man auch, dass der Mensch Eisen sowieso nur in 10-15% aus der Nahrung über den Darm aufnehmen kann und die Aufnahmeleistung u.a. auch vom verabreichten Eisenpräparat abhängt. Am besten ist die Aufnahme von pflanzlich gebundenem Eisen (in Fleisch und Gemüse) und als Präparat in Form von zweiwertigem Eisen. Außerdem empfiehlt es sich, zusätzlich Vitamin C einzunehmen, wodurch die Eisenaufnahme deutlich verbessert wird. Oft reicht es auch einfach aus, mehr eisenhaltige Nahrungsmittel (auch gegebenenfalls Fleisch) in Kombination mit Vitamin C zu sich zu nehmen. Menschen, die regelmäßig Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide zu sich nehmen, sollten darauf achten genügend eisenhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, da Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide Phytinsäure enthalten, das wiederum Eisen im Darm bindet und an der Aufnahme in den Stoffwechsel zu hindern vermag. Zu viel Kaffee oder Schwarzer Tee sollte ebenfalls gemieden werden, da dadurch die Eisenaufnahme ebenfalls beeinträchtigt wird. Ein weiteres Problem stellt insbesondere auch die bei Krebspatienten noch ungeklärte Problematik dar, ob das Eisen überhaupt adäquat verstoffwechselt werden kann. Bei vielen Krebspatienten liegt eine sog. Eisenverwertungsstörung vor, was zur Folge hat, dass das zusätzlich eingenommene Eisen nicht gespeichert und für den Organismus verbraucht werden kann, sondern der Patient meist nur die unangenehmen Nebenwirkungen der Eisenpräparate im Magendarmtrakt wie Übelkeitsgefühle und Verstopfung zu spüren bekommt.
Macht ein Vitaminprofil Sinn?
In einem Informationsblatt Ihrer Gesellschaft las ich von der Empfehlung zur Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen in der Nachbehandlung von Krebserkrankungen bzw. als Begleittherapie zur Minderung der Nebenwirkungen aggressiver Therapien. Ich habe nun von meinem Arzt gehört, dass man durch ein so genanntes Vitalstoffprofil im Labor exakt die Vitaminversorgung des Organismus feststellen und die Therapie darauf abstimmen kann. Stimmt das?
Es gibt heute auf diesem Sektor verschiedene Laboruntersuchungen, die auf unterschiedlichen Testmethoden beruhen und sehr häufig nicht miteinander vergleichbar sind. Bei diesen Testmethoden sollte immer hinterfragt werden, inwieweit durch die Bestimmung einzelner Parameter im Blut Rückschlüsse auf die genauen Vitalstoffkonzentration im Gesamtorganismus bzw. im Körperspeicher gemacht werden können. Problematisch ist auch, dass bisher nicht eindeutig bewiesen werden konnte, ob die Bestimmung einzelner Parameter und die Interpretation des momentanen Verteilungsprofils auch wirklich eine bessere individualisierte Therapie nach sich ziehen.Zwar ist eine gezielte Vitamin- und Mineralstoffeinnahme gerade im Zusammenhang mit Krebserkrankungen wünschenswert, ein optimales objektives Testverfahren gibt es bisher kaum. Daher geben unserer Meinung nach so genannte Vitalstoffprofile zwar schon Hinweise - sind aber für den praktischen ärztlichen Alltag nur begrenzt verwendbar und aussagefähig.
Megamin und Krebs
Ich bin an einem Krebs des blutbildenden Systems erkrankt und habe zusätzlich zur konventionellen Therapie von meinem Heilpraktiker unbedingt Megamina empfohlen bekommen. Was genau verbirgt sich dahinter und wie stehen Sie zu dieser Empfehlung? (Signal 3-2006)
Megamin besteht zu 100% aus einem natürlichen Mineral, dem Zeolith, das vulkanischen Ursprungs ist. Dieses und ein verwandtes Präparat , das Klino-Vitala enthalten tribomechanisch aktiviertes Zeolith, d. h. feinst zermahlene Silicat-Mineralien, sowie bestimmte Anteile an Magnesium und Kalzium. Die Präparate sollen laut Herstellerangaben durch ihre molekulare, verkleinerte Struktur in der Lage sein, über die Zellmembran in die Zelle einzudringen und dort aufgrund ihrer speziellen Oberflächenstruktur schädliche Stoffwechselprodukte zu binden; sie sollen als Radikalfänger wirken und die Zelle auf diese Weise entschlacken können. Inwieweit das Präparat im Vergleich zu den bisher angewandten und bewährten Radikalfängern wie Vitamin A, C, E und Selen eine Neuerung darstellt, muss offen bleiben, da zuverlässige wissenschaftliche Untersuchungen nicht vorliegen. Diese Form der Nahrungsergänzung kann daher nur ein Teilaspekt einer komplementären Krebsbehandlung sein.
Schädigt Vitamin C das Erbgut?
Für mich völlig unverständlich wird in letzter Zeit von immer mehr Ärzten in der Onkologie vor der Einnahme von Vitaminpräparaten gewarnt. In diesem Zusammenhang habe ich auch gehört, dass Vitamin C das Erbgut schädigen soll. Stimmt das? (Signal 4-2005)
Diese Aussage einer angeblich krebserregenden Wirkung von Vitamin C ist auf eine im Jahr 2001 veröffentlichte Studie zurückzuführen, wobei der Fehler gemacht wurde, diese Ergebnisse allzu vorschnell auf den menschlichen Organismus zu übertragen. In dieser Laboruntersuchung wurden Vitamin C und bestimmte Fettsubstanzen zusammen in ein Reagenzglas gegeben. Nach zwei Stunden beobachtete man, dass sich Stoffe gebildet haben, die das menschliche Erbgut schädigen können. Daraus wurde allzu schnell der Schluss gezogen, das Vitamin C Krebs erzeugen kann. Nun muss man sich aber vorstellen, dass es im menschlichen Organismus sehr unwahrscheinlich ist, dass diese beiden Substanzen an der gleichen Stelle und zudem in so hohen Konzentrationen wie bei diesem Reagenzglasversuch vorkommen und dann auch noch zwei Stunden miteinander reagieren können. Dass die übertragbarkeit dieses Laborversuches auf den Menschen unrealistisch ist und stattdessen eindeutig der Nutzen von Vitamin C überwiegt, haben renommierte Wissenschaftler bestätigt.
Selen und Strahlentherapie – verträgt sich das?
Ich habe Brustkrebs und werde an der Brust bestrahlt. Mein behandelnder Strahlenarzt hat mir davon abgeraten, währenddessen hochdosiert Selen einzunehmen, weil er befürchte, eventuell vorhandene Tumorzellen werden durch Selen vor der Strahlung geschützt. Wie ist Ihre Meinung dazu? (Signal 3/2008)
Die Gabe von dem Spurenelement Selen während Strahlentherapie ist insofern sinnvoll, als das vierwertige Selen (Se4+) als Radikalfänger im Wesentlichen die gesunden Zellen vor Schädigung schützt: Die während einer Strahlentherapie entstehenden freien Radikale greifen sowohl die Tumorzellen als auch die umliegenden gesunden Zellen an. Während die Tumorzellen aufgrund der Strahlen-Fokussierung auf das befallene Gewebe vollständig zugrunde gehen, werden die Normalzellen je nach Abstand zum Bestrahlungsfeld mehr oder weniger geschädigt. Bei jeder Zellschädigung entstehen jedoch freie Radikale, die sich über das Plasma im Körper verteilen und so sekundär weitere gesunde Zellen angreifen. Das systemisch verabreichte vierwertige Selen (Se4+) fängt die Radikale im Extrazellulärraum ab und schützt so vor sekundärer Zerstörung gesunder Zellen.
Wir geben zu bedenken, dass es keinerlei Literaturhinweise gibt, die den befürchteten Effekt einer Schutzwirkung von Selen auf Tumorzellen nahe legen. Dagegen existieren zahlreiche Hinweise dafür, dass Tumorzellen anders auf Selen reagieren als gesunde Zellen und dass Tumorzellen durch Selen eher empfindlicher für die Standardtherapie werden, aber auf jeden Fall nicht geschützt werden. So wies die Arbeitsgruppe um Prof. Dörr (Dresden) nach, dass mit Selenit behandelte Normalgewebszellen bei Bestrahlung eine höhere Überlebensrate aufwiesen als Nichtbehandelte. In Tumorzellen war diese radioprotektive Aktivität hingegen nicht nachweisbar. Ein anderer Versuchsansatz von Prof. Bamberg (Tübingen) zeigte sogar, dass selenitbehandelte Tumorzellen empfindlicher auf Strahlung reagieren. Dr. Sagowski (Hamburg) schließlich konnte nachweisen, dass Selen ebenso wie Amifostin die Wirksamkeit einer Bestrahlung nicht einschränkt. Und eine aktuelle Untersuchung von Dr. Mücke (Wiesbaden) konnte bei Patientinnen mit Unterleibstumoren zeigen, dass unter Natriumselenitgabe weniger häufig durch die Bestrahlung bedingte Durchfälle auftraten.
Aufgrund dieser zahlreichen Forschungsergebnisse kann die GfBK daher der Empfehlung nicht folgen, Selen während einer Strahlentherapie nicht einzusetzen.Vitamine von Dr. Rath
Im Rahmen meiner biologischen Therapie nehme ich regelmäßig Nahrungsergänzungsstoffe wie Selen, Vitamin A, C, E und Zink ein. Nun wurden in meiner Selbsthilfegruppe die Präparate von Dr. Rath als wahre Wundermittel angepriesen. Sie sollen vergleichbaren Präparate in der Wirkung weit überlegen sein. Ist das so richtig? (Signal 2/2003)
Grundsätzlich befürwortet die GfBK durchaus die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln. Im Zusammenhang mit den Präparaten von Dr. Rath weisen wir allerdings darauf hin, dass uns keine wissenschaftlich-überzeugenden oder empirischen Belege für eine besondere Wirkung der Dr. Rath-Produkte bei Tumorerkrankungen im Vergleich zu anderen Vitamin- oder Mineralstoffkombinationspräparaten vorliegen. Dies gilt insbesondere für die von Dr. Rath speziell empfohlenen Aminosäurenmischungen von Lysin und Prolin. Beide essentiellen (= lebensnotwendigen) Aminosäuren können normalerweise ausreichend über die Nahrung aufgenommen werden. Lysinreiche Nahrungsmittel sind z. B. rote Fleischsorten, Thunfisch, Geflügel und Sojaprodukte. Zusammenfassend läßt sich sagen, dass die Vitaminpräparate von Dr. Rath kein Wundermittel gegen Krebs darstellen und unsere Gesellschaft es nicht gut findet , wenn nicht haltbare Heilsversprechen als Produktwerbung eingesetzt werden. Auch wenn die Kombination der Vitamine und Mineralstoffe einzelner Produkte von Dr.Rath zur unterstützenden oder ergänzenden Therapie von Tumorerkrankungen sinnvoll sein kann, sollte, bevor diese Produkte eingenommen werden, auch das Preis-Leistungsverhältnis kritisch im Vergleich zu anderen möglichen Nahrungsergänzungsmitteln betrachtet werden.
Zink als Nahrungsergänzung
Ist es richtig, dass sich das Spurenelement Zink bei einer Brustkrebs-Erkrankung (Mamma-Carcinom) im Organismus anreichert, um die Tumorzellen zu stabilisieren? Sollte man dennoch zusätzlich in einer Nahrungsergänzungstherapie Zink einnehmen? (Signal 2-2003)
Wenn diese Aussage zuträfe, wäre es natürlich unsinnig, sich bei Mamma-Carcinomen das Spurenelement Zink innerhalb einer Nahrungsergänzungstherapie zuzuführen. In unzähligen wissenschaftlichen Studien wird jedoch auf die Bedeutung einer regelmässigen und ausreichenden Zinkzufuhr insbesondere bei Tumorerkrankungen hingewiesen. Zink ist Bestandteil von mehr als 100 Enzymen und im Organismus an Dutzenden von Körperfunktionen beteiligt. Es ist sozusagen eine Multitalent und hat seinen Stellenwert in einer auf den einzelnen abgestimmten Nahrungsergänzungstherapie. Die beste Aufnahme im Stoffwechsel wird bei Einnahme früh am Abend erzielt. Es sollte nicht zusammen mit Eisen, Kupfer oder Eisen eingenommen werden, da dieses Mineralstoffe sich gegenseitig bei der Aufnahme im Darm behindern. Auch eine hochdosierte Einnahme von dem Spurenelement Selen kann mit Zink problematisch sein. Zur unterstützenden Behandlung bei Krebserkrankungen kann eine Dosis von 15 bis 25 mg Zink pro Tag empfohlen werden.
Nebenwirkungen
Blähungen und Durchfälle
In Folge der Chemotherapie nach einer Dickdarm-Carcinomerkrankung treten bei mir gehäuft nach dem Konsum von Kuhmilchprodukten wie Joghurt, Quark, Kefir und Käse Blähungen und Durchfälle auf. Haben Sie hierfür eine Erklärung ? (Signal 3-2003)
Zahlreiche Kombinationen der Chemotherapie bedingen in der Regel Schleimhautschäden vor allem im Dünn- und Dickdarmbereich. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Allergisierung (= überempfindlichkeit) insbesondere auf solche Nahrungsmittel, die allgemein schon häufig als potentielle Allergieverursacher gelten wie Kuhmilchprodukte und Weizen. Sie sollten daher Ihre Ernährung entsprechend ändern und alternativ vermehrt Ziegenmilchprodukte und beispielsweise Dinkel konsumieren. Eine gezielte Regeneration der Darmflora durch ein so genanntes Immuntraining für den Darm ist bei Ihnen sinnvoll und zweckmäßig. Einzelheiten können Sie einem gleichlautenden Informationsblatt unserer Gesellschaft entnehmen.
Kieferschäden durch Bisphosphonate
Ich habe Knochenmetastasen und bekomme zur Knochenstärkung sogenannte Bisphosphonate (synthetische Phosphorverbindungen für die Knochen) als Infusionen. Meine Information bis jetzt war, dass diese Bisphosphonate nebenwirkungsarm sind. Nun habe ich aber gehört, dass Bisphosphonate Kieferentzündungen auslösen können. Bin ich nun gefährdet, eine Schädigung des Kieferknochens zu bekommen? Sollte ich die Präparate mir lieber nicht mehr geben lassen? (Signal 2-2006)
Bisphosphonate, die häufig in der Behandlung, heute aber auch zur Vorbeugung von Knochenmetastasen eingesetzt werden, können Knochenentzündungen und -defekte im Kieferbereich hervorrufen. Nach der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft warnt nun auch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) vor Knochenschädigungen des Kiefers in Verbindung mit Bisphosphonaten, vor allem von Pamidronat (Aredia) und Zoledronat (Zometa), die als Infusionen verabreicht werden. Die schwer therapierbaren Defekte treten häufig nach zahnmedizinischen Eingriffen auf und zeigen sich beispielsweise als lokale Entzündung mit freiliegendem Kieferknochen oder Knochenhautentzündung. Erstmals fiel Ärzten einer New Yorker Klinik für Mund- und Kieferchirurgie eine Häufung von Patienten mit hartnäckigen, teilweise schwerwiegenden Knochenentzündungen und -defekten unter einer Therapie mit Bisphosphonaten auf, die einem Krankheitsbild nach einer Bestrahlung des Kiefers glichen. Während diese so genannten Osteoradionekrosen (Knochenschäden infolge der Bestrahlung) mit ein bis zwei Erkrankungsfällen pro Jahr normalerweise eher selten auftreten, wurde bei 63 Patienten unter Bisphosphonattherapie innerhalb von zweieinhalb Jahren eine Knochennekrose des Kiefers beobachtet, ohne dass bei diesen Patienten eine Bestrahlung des Kiefers durchgeführt worden war. Der genaue Wirkungsmechanismus ist noch ungeklärt. Eine neue Fallstudie deutscher Autoren aus Rostock bestätigt jetzt diese Ergebnisse, dass es bei Patienten unter Bisphosphonatgabe zu entzündlichen, teilweise auch mit Antibiotika nicht beherrschbaren Schwellungen im Kieferbereich kommen kann. Wahrscheinlich begünstigende Faktoren für diese Komplikation seien laut Aussagen von Experten zahnmedizinische Eingriffe wie Extraktionen und intravenöse Therapien über lange Zeit sowie eventuell auch die Kombination von Chemotherapie plus hoch dosierter intravenöser Bisphosphonat-Therapie. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt jetzt eine zahnärztliche Untersuchung vor Therapiebeginn. Und: Unter der Behandlung mit Bisphosphonaten sollten zahnmedizinische Eingriffe möglichst vermieden werden. In der Frage, ob die Bisphosphonat-Therapie nach Vorliegen von Knochennekrosen fortgeführt werden soll, muss stets individuell Risiko und Nutzen für den Patienten abgewägt werden, da Bisphosphonate Monate bis Jahre, eventuell lebenslang im Knochen verweilen können und in seltenen Fällen die Ausbildung weiterer Nekrosen trotz Absetzens beobachtet wurde. Liegen Knochenmetastasen vor, so halten wir angesichts des eher seltenen Auftretens dieser Nebenwirkung die Fortführung der Bisphosphonatgabe unter engmaschiger zahnärztlicher Kontrolle für gerechtfertigt und weiterhin empfehlenswert.
Mundtrockenheit bei Zungenkrebs
Ich habe ein Zungengrundkrebs und leide nach Bestrahlung unter häufigem Pilzbefall des Mundraumes und Mundtrockenheit. Was kann ich naturheilkundlich tun, um die Beschwerden zu lindern? (Signal 2-2005)
Durch Chemotherapie und ganz besonders infolge lokaler Strahlentherapie werden die Verdauungsleistung im Organismus herabgesetzt und die Schleimhäute geschädigt. Maßnahmen, um einen bestehenden rezidivierenden Soorbefall und Mundtrockenheit zu lindern, beinhalten vor allem lokale Maßnahmen, aber auch eine entsprechend angepasste Ernährung. So regen zuckerfreie Bonbons oder Kaugummis sowie Pfefferminz -und Zitronentee die Speichelbildung an. Man sollte außerdem häufig einen Schluck Wasser trinken und bevorzugt wasserhaltige Lebensmittel zu sich nehmen. Es sollte auch daran gedacht werden, die Lippen mit einer Fettcreme geschmeidig zu halten. Außerdem erhalten Sie in Apotheken Speichelersatzpräparate bei sehr starker Mundtrockenheit (wie z.B. Glandosane-Spray oder Aldiamed-Gel). Weil Speichelersatzpräparate mit einem schwach sauren pH-Wert den Zahnschmelz demineralisieren können, werden diese aber meist nur zur kurzfristigen Anwendung empfohlen. Als lokale Maßnahmen bietet sich bei Entzündungen der Mundschleimhaut das Spülen und Gurgeln mit Pflanzenextrakten (z.B. aus Salbei, Kamille) an; aber auch andere Lösungen sind zum Mundspülen geeignet (z.B. Silicea Balsam). Auch die zusätzliche Anwendung von Traumeel®-Tropfen kann sinnvoll sein. Das Ölkauen kann bei Schleimhautproblemen im Mundbereich ebenfalls hilfreich wirken. Informationen zum Ölkauen finden Sie hier. Je nach Stärke der Beschwerden, kann es notwendig sein, einige Empfehlungen zeitgleich durchzuführen; gegebenenfalls reichen aber auch einzelne Maßnahmen. Um Pilzbefall vorzubeugen, sollte die Zahnbürste wöchentlich gewechselt werden. In jedem Fall sollte bei vorliegendem rezidivierendem Pilzbefall im Mundbereich eine konsequente lokale Behandlung mit einem Antimykotikum erfolgen. Dabei sollte auch an die Behandlung eines möglichen Pilzbefalls im Darm gedacht werden, ggf. auch eine Darmsanierung. Bei Verdacht auf einen Pilzbefall des Darms haben sich natürliche Präparate bewährt, wie z.B. Teebaumöl (3 x täglich 1 Tropf. in einem Glas Wasser vor den Mahlzeiten). Auch regelmäßige lokale Mundspülungen mit Teebaumöl können bei Mundsoorbefall helfen.
Nebenwirkungen der Chemo
Meine weißen und roten Blutkörperchen sind unter Chemotherapie, die ich infolge meiner Hodenkrebserkrankung bekam, stark abgesunken. Was kann ich dagegen tun? (Signal 3-2004)
Unter Chemotherapie stellt sich sehr häufig eine Verminderung von weißen und roten Blutkörperchen ein. Schulmedizinisch soll die Bildung von roten Blutkörperchen durch Erythropoetin angeregt werden. ähnliche Wachstumsfaktoren werden auch (z.B. GCSF) bei einem Mangel an weißen Blutkörperchen angewandt. In der ganzheitlichen Medizin ist es möglich durch die Gabe von Mistel-, Enzym- und/oder Thymus/Organotherapeutika, Schäden am Blutbild zu reduzieren. Bei der Blutbildung wird Eisen gebraucht, daher können Eisenpräparate, Folsäure oder Vitamin B12 zusätzlich helfen. Auch Rote-Beete-Saft oder roter Traubensaft fördern die Blutbildung. Da unter Chemotherapie ein Mangel an roten Blutkörperchen auch bedeutet, dass weniger Sauerstoff in die Gewebe gelangt, bringt auch die Sauerstoff-Therapie, z.B. als Inhalation, Erfolge. Was man als Patient selbst tun kann, um mehr Sauerstoff ins Gewebe zu bringen, sind Spaziergänge an frischer Luft, Atemgymnastik sowie sportliche oder gymnastische übungen. Außerdem sollten Nährstoffdefizite ausgeglichen, Entgiftungsorgane gestärkt und die Darmschleimhaut regeneriert werden.
Polyneuropathie - was tun?
Ich bin Krebspatient und leide seit meiner Chemotherapie unter starken Beschwerden (Kribbeln, Stechen, Brennen) in Händen und Füßen. Besonders schlimm ist es in meinen Händen, da auch mein Kälteempfinden gestört ist, so dass ich kaum etwas aus dem Kühlschrank herausnehmen oder eine kalte Flasche aufmachen kann. Mein Arzt wollte mir ein Antidepressivum verordnen, das ich jedoch nicht einnehmen will. Was gibt es sonst noch für therapeutische Möglichkeiten? (Signal 1/2008)
Unter dem Begriff Polyneuropathien versteht man Nervenschädigungen, wobei sich das Wort zusammensetzt aus poly (viele) und Neuropathie (Nervenerkrankung). Polyneuropathien können viele verschiedene Ursachen haben. In der Regel sind die Nerven mit besonders langen Leitungsbahnen betroffen, also die Nerven von Händen und Füßen. Am häufigsten betroffen sind Diabetiker und Alkoholkranke. Aber auch bestimmte Chemotherapeutika (z. B. Cisplatin, Carboplatin, Oxaliplatin, Taxol, Taxotere) können eine Polyneuropathie auslösen. Allerdings treten nicht bei allen Patienten, die eine solche Chemotherapie erhalten haben, Beschwerden im Sinne einer Polyneuropathie auf, so dass sich die Behandlung immer auch nach dem Schweregrad der Symptome richtet. So bemerken einige Patienten nur ein leichtes Kribbeln und Taubheitsgefühl in Händen und Füßen, das nach einigen Wochen wieder verschwindet. Bei anderen wiederum können die Beschwerden bis hin zu stechenden Schmerzen so ausgeprägt sein, das sie die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich beeinträchtigen.
Ein Wundermittel, das die polyneuropathischen Beschwerden effektiv zum Verschwinden bringt, gibt es leider weder in der Schulmedizin noch in der biologischen Medizin. In der Schulmedizin werden vor allem Schmerzmittel, aber auch Antidepressiva und Antikrampfmittel eingesetzt, die wiederum auch ihre Nebenwirkungen haben. In der biologischen Medizin haben einige Ärzte gute Erfahrungen mit der Anwendung von Magnesium, B-Vitaminkomplex, L-Carnitin und alpha-Liponsäure gemacht. Diese können je nach Ausprägung der Beschwerden auch miteinander kombiniert werden. Alpha-Liponsäure muss allerdings intravenös verabreicht werden. Eine große Bedeutung haben auch krankengymnastische Maßnahmen, z. B. Massagen und Wechselbäder. Auch die lokale Anwendung eines Peelings kann schmerzlindernd sein.
Und schließlich ist es für die betroffenen Patienten beruhigend zu wissen, dass selbst bei Nichtansprechen auf die beschriebenen Maßnahmen die Beschwerden meistens nach einigen Monaten wieder verschwinden.Schleimhautschäden nach Chemo?
Infolge der Chemotherapie sind meine Schleimhäute sehr angegrifffen, vor allem die Mundschleimhaut. Was können Sie aus Ihrer Sicht empfehlen ? (Signal 1-2003)
Zunächst ist es wichtig Ihre Ernährung achtsam zusammenzustellen, damit Ihre Beschwerden nicht noch zusätzlich verstärkt werden. Bei akuten Beschwerden sollten Sie Rohkost, zu saures Obst wie beispielsweise Zitrusfrüchte meiden und nicht zu heisse, salzige oder stark gewürzte Speisen zu sich nehmen. Nur leichtbekömmliche Nahrung essen und am besten pürieren. Regelmässige Mundspülungen mit einer Kamille oder Panthenollösung wirken gut gegen die Entzündungen. Folgende Teemischung hat sich zum Mundspülen besonders bewährt : Je 10 g Rosmarin, Thymian, Majoran, Bohnenkraut, Salbei. Die Kräuter gut vermischen. Bereiten Sie gleich eine größere Menge Tee zu, die für mehrmaliges Spülen reicht. 5 Teelöffel der Kräutermischung , 1 Zimtstange und 3 Gewürznelken mit 1 Liter Wasser übergießen. Den Tee zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Tee abgießen und abkühlen lassen. Spülen Sie nur mit lauwarmen oder gekühltem Tee. Medikamentös können Sie mit dem Kauen von Zinkorotattabletten, durch das hömöopathische Komplexmittel Traumeel (Tabletten zum Lutschen oder Ampullen zum Spülen) oder einem bakteriellen Extrakt - Colibiogen den Nebenwirkungen der Chemotherapie entgegenwirken. Weitere Hinweise finden Sie in unserer Broschüre Nebenwirkungen aggressiver Therapien - ein Ratgeber bei Chemo- und Strahlentherapien.
Sonnenbad als Krebspatient?
Meine Ärzte haben mir empfohlen als Krebspatient mit einem Prostatatumor grundsätzlich die Sonne zu meiden ? Wie stehen Sie dazu ? (Signal 3-2004)
Grundsätzlich ist die Sonnenenergie eine für alle Lebewesen notwendige und aufbauende Energie, so dass wir nur den richtigen Umgang mit ihr pflegen müssen. Vor allem durch den Menschen verursachte Umweltschäden können bei einem Übermaß an direkter Sonneneinstrahlung zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen. Als Krebspatient ist es ratsam, die gleichen Empfehlungen fürs Sonnenbad zu beachten wie gesunde Erwachsene. Das bedeutet, dass Schatten und sonnengerechte Kleidung inklusive Kopfbedeckung und Sonnenbrille mit UV-Filter vor starker Sonneneinstrahlung am besten schützen. Meiden Sie besonders die Sonne in der Mittagszeit. Wichtig ist, mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad alle unbedeckten Körperstellen mit einem Sonnenschutzmittel (ab Lichtschutzfaktor 15) einzucremen. Allerdings schützen Sonnenschutzmittel zwar vor Sonnenbrand, jedoch nicht vor Hautkrebs. Deswegen gilt auch hier: weniger ist mehr. Halten Sie sich in den sonnenreichen Monaten vorwiegend im Schatten auf und gönnen Sie sich nur ab und zu ein Sonnenbad. Die individuelle Sonnenempfindlichkeit hängt allerdings auch von evt. eingenommen Medikamenten ab. So kann insbesondere unter Chemotherapie eine erhöhte Sonnenempfindlichkeit auftreten. Auch Johanniskrautpräparate, die zur Beruhigung eingenommen werden, können eine erhöhte Sonnenempfindlichkeit auslösen. Bei Unklarheiten bezüglich der Medikamenteneinnahme ist es ratsam, den behandelnden Arzt zu befragen, ob solche lichtsensibilisierenden Substanzen eingenommen werden.
Übelkeit bei Chemotherapie
Ich bekomme Chemotherapie und leide trotz verschiedener Antibrechmittel an ausgeprägter übelkeit und Erbrechen. Was kann ich naturheilkundlich tun? (aus Signal 4/2005)
Insbesondere während und nach einer Chemotherapie treten gehäuft Beschwerden wie Übelkeit und/oder Brechreiz auf. Schulmedizinisch werden je nach Beschwerdegrad schwache bis starke Medikamente verordnet. Wichtig ist hier insbesondere, dass der Patient dem behandelnden Arzt rechtzeitig Rückmeldung gibt, dass die Antibrechmittel nicht ausreichend gewirkt haben, damit beim nächsten Mal ggf. eine andere Verabreichungsform, z.B. mittels Zäpfchen oder ein stärkeres bzw. länger wirksameres Präparat gewählt werden kann. Ein für jeden wirksames Rezept gegen Übelkeit gibt es auch aus naturheilkundlicher Sicht leider nicht. In leichteren Fällen genügen oft pflanzliche Beruhigungsmittel aus Baldrian oder Hopfen. Außerdem kann eine Akupressur-Therapie mittels eines Akupressur-Bandes, dem "Sea Band" helfen, das in Sanitätshäusern und Apotheken erhältlich ist. Direkt vor und nach einer Chemo-Infusion kommt auch die Gabe von homöopathischen Substanzen in Frage. Hierzu werden 3-4 Globuli von "Nux vomica D6" eingenommen ( am besten im Mund zergehen lassen). Bei Bedarf kann die Einnahme natürlich mehrmals am Tag wiederholt werden. In schweren Fällen, einhergehend mit starkem Erbrechen kann auch die Gabe von Milzpeptiden als Infusion erwogen werden. Nicht zuletzt sollte auch für eine angenehme und beruhigende Atmosphäre vor bzw. während der Chemotherapie gesorgt werden, am einfachsten mithilfe einer mitgebrachten Entspannungs-CD, um die Angst vor der bevorstehenden Infusion zu nehmen und/oder mit Aromaessenzen, die je nach persönlichen Vorlieben auszuwählen sind; Vorschläge wären : Basilikum, Orange, Blutorange, Bergamotte, Kiefer, Lavendel, Rosenholz oder Melisse.
Was ist Fatigue?
Im Zusammenhang mit Tumorerkrankungen und aggressiven Therapieformen wie Chemo- bzw. Strahlentherapie hört und liest man zunehmend öfter vom chronischen Fatigue-Syndrom. Was ist darunter zu verstehen? (Signal 3-2003)
Das chronische Fatigue- oder deutsch Müdigkeits-Syndrom (= verschiedene Beschwerden mit Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Mattheit) ist eine häufige Folge einer Chemo- bzw. Strahlentherapie. Der menschliche Organismus wird durch die kontrollierte Zufuhr starker Zellgifte (bei der Chemotherapie) bzw. durch energiereiche Strahlung nicht selten maximal gefordert und häufig überfordert. Als Reaktion des Körpers kann der gesamte Stoffwechsel. negativ beeinflusst werden und in Folge eine Blutarmut auftreten. Indem weniger Sauerstoff zu allen Zellen gelangt, kann es letztlich zu dem chronischen Müdigkeits-Syndrom kommen. Weitere Erläuterungen und insbesondere viele bewährte Ratschläge zur wirksamen Verminderung des Fatigue-Syndroms enthält das gleichnamige Informationsblatt der GfBK, welches Sie jederzeit gern anfordern können.
Nierenkrebs
Misteltherapie bei Nierenkrebs
Ich habe seit 2001 Nierenkrebs, das 2002 lokal rezidiviert ist und trotz Chemotherapie bzw. Interferon weiter wächst. Ich möchte gerne wissen, ob bei mir eine Mistel-Therapie sinnvoll ist, da ich diesbezüglich unterschiedliche Meinungen gehört habe. Außerdem wurde mir ein Immunaktivitätstest, bei dem z.B. die Aktivität der NK-Zellen geprüft wird und mit dem gleichzeitig ein Medikamententest gemacht wird, empfohlen. Ist dies sinnvoll? (Signal 1-2007)
Zur Anwendung von Mistel bei Nierenzellkrebs bestehen unsererseits keine Bedenken. So gibt es bisher zwei veröffentlichte Studien zur Misteltherapie bei Nierenzellkrebs (Kjaer, M. 1989, Lümmen G. 2001). In diesen Studien konnten keine ungünstigen Effekte zur Anwendung einer Misteltherapie bei Nierenzellkrebs gezeigt werden. Im Gegenteil: Die Mistel schnitt in einer der Studien gleich gut wie die schulmedizinische Standardtherapie ab, in der anderen sogar besser. Es ist bekannt, dass insbesondere Nierenkrebs (aber auch Hautkrebs) besonders gut auf Immuntherapien reagiert. Dies macht man sich ja auch in der schulmedizinischen Behandlung mit Interferon/z.B. Roferon zunutze; auf biologischer Basis kann dies z.B. eine Tumorimpfung oder eine Mistel- bzw. Thymustherapie sein. Der Durchführung von sog. NK-Zell-Funktionstests stehen wir kritisch gegenüber, da die Labormedizin den Zustand und die Aktivität des Immunsystems bisher nur ansatzweise prüfen kann und noch unklar ist, inwieweit solche Testungen wirklich die notwendigen Therapien adäquat vorhersagen können.
Operation
Verbesserung der Wundheilung
Mit Angst und Bangen erwarte ich die operative Entfernung eines bösartigen Hauttumors (malignes Melanom) und benachbarter Lymphknoten in etwa acht bis zehn Tagen. Kann ich vor und nach der Operation etwas einnehmen, um die Wundheilung zu verbessern? (Signal 2/2003)
Aus unserer Sicht und Erfahrung ist es sinnvoll ab sofort ein Enzympräparat mit mehreren Wirkstoffen, wie beispielsweise Wobenzym N® oder Regazym plus® sowie ein homöopathisches Komplexpräparat wie beispielsweise Traumeel® bis etwa eine Woche nach der Operation einzunehmen. Dadurch können Sie eine verbesserte Wundheilung und einen schnelleren Abbau von Gewebeeinblutungen und der mit der Operation einhergehenden ödembildung erreichen. Gegen Ängste und Besorgnis helfen die Bach-Blüten-Notfalltropfen (Rescue Remedy®).
Pflanzenstoffe
AHCC – ein neues besonderes Krebsmittel ?
Vor einiger Zeit bin ich durch Bekannte auf das wohl ursprünglich aus Japan stammende Nahrungsergänzungsmittel AHCC aufmerksam gemacht worden, das bei Krebserkrankungen sehr hilfreich sein soll. Was können Sie zum Einsatz von AHCC bei Krebserkrankungen sagen? (Signal 2/2007).
Bei AHCC handelt es sich um ein in einem besonderen Gärverfahren hergestellten Extrakt aus Heilpilzen. Die Buchstaben stehen für die Substanz Aktive Hexose Correlated Compound, einem sogenannten Monosaccharid (Einfachzucker). Präparate aus sog. Heilpilzen (insbesondere Shiitake und Maitake) werden seit längerem in Japan erfolgreich zur unterstützenden Krebstherapie vor allem während belastenden aggressiven Behandlungsmaßnahmen eingesetzt.
Pilze sind Naturprodukte und keine standardisierten Pharmazeutika. Die Zufuhr von Wasser oder Nährstoffen wirken sich auf Wachstum und Zusammensetzung der Pilze aus, gleiches gilt für Temperaturschwankungen oder genetische Veränderungen. Leider gibt es bisher zu deren Anwendung am Patienten nur Einzelfallberichte und Beobachtungsstudien, in denen sich jedoch die im Tierversuch beobachteten Effekte einer Anti-Tumorwirkung und Immunstärkung bestätigen ließen. Unerwünschte Nebenwirkungen blieben bis jetzt aus und die Patienten zeigten nach Einnahme ein besseres Allgemeinbefinden. Die Pilze enthalten eine ganze Reihe bioaktiver Substanzen und versorgen den Organismus mit Stoffen, die er zur Aufrechterhaltung des Immunsystems braucht. Neben Eiweiß enthalten sie auch Ballaststoffe. Diese beschleunigen die Passage des Nahrungsbreis durch den Darm, womit die Einwirkungszeit möglicher krebsfördernder Stoffe verkürzt wird. Außerdem binden sie krebserregende Substanzen, so dass diese nicht aufgenommen werden.
In Japan ist Lentinan (Shi-itake) sogar für die Anwendung bei Patienten mit Magen- oder Darmkrebs zugelassen. Insofern eine Maßnahme, die begleitend zur Krebstherapie eingesetzt werden kann. Allerdings sollte man bei der Wahl der Produkte darauf achten, dass keine Schadstoffe in den Pilzen enthalten sind. Fragen Sie also nach der Anbauweise und noch besser einer Rückstandkontrolle. Ob AHCC auf Schadstoffe getestet wird, ist uns nicht bekannt. Außerdem erscheint uns zweifelhaft, ob der relativ hohe Preis für eine 2-monatige Therapie von vielen hundert Euro für dieses Produkt wirklich gerechtfertigt ist.
Interessante Internetseiten in Deutschland über die Anwendung von Heilpilzen sind www.mykotroph.de (stellen Pilze in kontrolliert-biologischem-Anbau her), www.vitalpilze.de und www.gamu.de.
Hier finden Sie das GfBK-Info Heilpilze.Aprikosenkerne bei Krebs
Als Betroffene mit einer Darmkrebs-Erkrankung und inzwischen eingetretener Leber- und Lungenmetastasierung erhielt ich die Empfehlung zur Einnahme eines so genannten Vitamins B17 in Form von Aprikosenkernen. Was ist davon zu halten? (Signal 2-2003)
Schon in den 70 - er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sorgte Laetril als ein Wirkstoff, der besonders in den Kernen von Aprikosen und Äpfeln enthalten ist in den USA als Antikrebsmittel für Schlagzeilen. Aprikosenkerne enthalten einen hohen Anteil an dem Vitamin B17, das auch als Mandelonitril oder Amygdalin bezeichnet wird. Darin wiederum liegt Blausäure in einer inaktiven Form vor, die gesunden Zellen nicht schaden, jedoch auf Tumorzellen eine toxische (=giftige) Wirkung haben soll. Nach den unserer Gesellschaft vorliegenden Informationen werden von den Befürwortern dieses Mittels zur Krebsvorsorge 10 Aprikosenkerne täglich (auf Lebenszeit!!) und bei einer bestehenden Tumorerkrankung sogar 30 - 50 Kerne als Nahrungsergänzung empfohlen. Die Kerne sollen nicht unzerkaut gegessen werden, sondern zu Brei zermahlen, geraspelt oder zerstoßen werden. Was die vermeintlichen positiven Effekte betrifft, so gibt es dafür nach unseren Erkenntnissen bisher keine wissenschaftlichen Belege. Da das Mandelonitril zum Teil in die aktive Form der Blausäure umgewandelt werden kann, sind toxische Belastungen nicht auszuschließen.
Artemisin
Ich habe gerade Informationen über ein Medikament gegen Malaria gelesen, das auch bei Krebserkrankungen wirksam sein soll. Der Artikel klang so überzeugend, dass ich dieses gerne einnehmen würde. Können Sie mir näheres darüber mitteilen? (Signal 2/2008)
Artemisin ist ein zugelassenes Malariamittel und enthält Wirkstoffe aus dem chinesischen Beifuss. In jüngster Zeit erforschten die Professoren Henry Lai und Singh von der Universität Washington DC den Wirkmechanismus bei bestimmten eisenanreichernden Tumoren. Wahrscheinlich entfaltet Artemisin seine zellschädigende Wirkung im Krebsgewebe über die Entstehung von aggressiven Sauerstoffteilchen (H2O2). Allerdings befindet sich die Prüfung von Artemisin als potentielles Krebsmedikament noch in einem sehr frühen Stadium. So liegen derzeit abgesehen von Tier- und Laborexperimenten keine Ergebnisse von Studien an Krebspatienten vor, so dass die Schilderungen von Erfolgen bei Krebskranken nur auf Einzelfallbeobachtungen basieren. In Deutschland beschäftigt sich Prof. Efferth vom Deutschen Krebsforschungszentrum mit der antitumoralen Wirksamkeit von Artemisin.
Artemisin soll neben der Wirkung am Tumor u.a. Schmerzen lindern und das Allgemeinbefinden verbessern. Die Hauptnebenwirkungen, die Artemisin-Medikamente haben, sind jene, die in der freien Natur die Pflanzenfresser davon abhalten sollen, vom Einjährigen Beifuss zu fressen: Dies sind Kopfschmerzen, Schwäche und Benommenheit.
Da die positiven Aussagen über die Wirksamkeit bei Krebserkrankungen lediglich auf Einzelfallbeobachtungen beruhen, möchten wir Ihnen zu bedenken geben, dass diese Therapieform nur ein Teilaspekt einer komplementären Krebsbehandlung sein kann.
Eine Eigenmedikation möchten wir Ihnen nicht empfehlen. Am besten Sie besprechen die Einnahme mit Ihrem behandelnden Arzt, da bei der Behandlung auch ein Eisenpräparat verordnet werden muss, weil Artemisin erst mit Eisen aktiv reagiert.Extrakt aus der Ackerwinde
Eine Mitpatientin, die ebenfalls an Brustkrebs erkrankt ist, nimmt einen Extrakt aus Ackerwinde ein. Was halten Sie davon? (Signal 2/2007)
Ackerwinde soll die Entwicklung neuer Blutgefäße hemmen und dadurch das Krebswachstum hemmen. Allerdings wurde die Wirksamkeit bei Krebs bisher nur in Laborstudien und nicht beim Menschen geprüft, so dass wir empfehlen, bewährte Maßnahmen der biologischen Krebsmedizin, die beim Menschen geprüft sind, vorzuziehen. Dies sind z.B. Ernährungsmaßnahmen, Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen, abwehrstärkende Maßnahmen mit Mistel und/oder Thymus sowie die Gabe von Enzymen.
Übrigens ist im Reagenzglas oder im Tierversuch für wirklich viele Antioxidantien in Obst und Gemüse bzw. Pflanzen nachgewiesen worden, dass sie entweder die Tumorentstehung verhindern oder das Tumorwachstum hemmen. Verantwortlich dafür sind vor allem die sekundären Pflanzenstoffe, eine Gruppe von chemisch ganz unterschiedlichen Substanzen, die ausschließlich in Pflanzen zu finden sind. Sie erfüllen für die Pflanzen eine breite Palette von Funktionen von der Wachstumsregulation bis zur Abwehr von Krankheiten. Viele sekundären Pflanzenstoffe geben Obst und Gemüse ihre leuchtenden Farben. Man schätzt die Anzahl der Einzelsubstanzen auf etwa 60.000 bis 100.000. Mit einer ausgewogenen Ernährung nehmen wir täglich zirka 1,5 Gramm an sekundären Pflanzenstoffe zu uns. Infolge Ihres weit verbreiteten Vorkommens in Obst und Gemüse halten wir es deshalb für besser, eine Krebsvorbeugung in Form von einer ausgewogenen vielseitigen Vitalkost mit viel Obst und Gemüse gegenüber isolierten Einzelextrakten vorzuziehen. Die Palette der sekundären Pflanzenstoffe kommt in einer Vielzahl von Gemüsen (besonders in Broccoli, Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Sojabohnen und Tomaten) bis hin zu Gewürzen, Kaffee, Tee, Wein und Heilkräutern vor.Hilft Flor-Essence oder Essiac
Vor zwei Jahren wurde ich an einem Hauttumor im Gesunden operiert und brauchte keine Nachbehandlung von klinischer Seite. Jetzt trinke ich auf Empfehlung seit einigen Monaten Flor-Essence-Tee. Nun habe ich gehört, dass die Wirksamkeit bei Krebserkrankungen umstritten sein soll. Was empfehlen Sie mir? (Signal 2-2005)
Flor-Essence oder Essiac-Tee ist ein Kräuterauszug indianischen Ursprungs, der um 1920 von der kanadischen Krankenschwester Renée Caisse zu Behandlung von Krebserkrankungen wieder entdeckt wurde. Damals wurden die Inhaltsstoffe in Spritzenform verabreicht; erst später erfolgte die Weiterentwicklung als Tee, der um einige Kräuter ergänzt und modifiziert wurde. Inhaltsstoffe sind Kräuter und Pflanzenteile aus Klettenwurzel, Sauerampfer, Ulmenrinde, Brunnenkresse, Benediktenkraut, Braunalge, Rotkleeblüten, Rhabarberwurzel. In der Presse wird mit zahlreichen Heilungsberichten geworben. Allerdings sind naturgemäß Erfahrungsberichte und Einzelfallberichte schwer nachprüfbar. Laborversuche mit Tieren und im Reagenzglas zeigten zwar eine Anti-Tumor-Aktivität; allerdings sind Studien am Patienten nicht durchgeführt worden. Unser Fazit: Flor-Essence-Tee kann in der Krebsbehandlung zwar bedenkenlos als ergänzende Maßnahme angewandt werden und ist preislich nicht überteuert; allzu optimistische Darstellungen des Produktes sind jedoch mit Skepsis zu betrachten.
Mariendistel zur Unterstützung
Meine Behandlung in der Klinik nach Operation eines Darmtumores ist jetzt abgeschlossen. Von einem naturheilkundlich tätigen Arzt wurde mir neben anderen Maßnahmen vor kurzem ein pflanzliches Präparat, dessen Hauptbestandteil die Mariendistel ist, zur Unterstützung der Leber empfohlen. Was meinen Sie dazu? (Signal 3-2006)
Die Mariendistel gehört zu den großen europäischen Heilpflanzen, die bereits seit der Antike bekannt sind. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich zunehmend gezeigt, dass die Mariendistel in Ergänzung zu verschiedenen Chemotherapeutika oder Zytostatika bei Tumor- oder Tuberkulosetherapie den häufig damit verbundenen Leberschädigungen entgegenwirken und Begleiterscheinungen der Chemotherapie wie beispielsweise übelkeit reduzieren kann. Das leberwirksame Prinzip der Mariendistel besteht aus dem Wirkstoffkomplex Silymarin. Dieser Wirkstoffkomplex in der Mariendistel ist leberstärkend, -entgiftend und -schützend, sowie gallenfluss- und zirkulationsfördernd. Er vermag sogar die Bildung neuer Leberzellen zu unterstützen, was wenige Heilpflanzen vermögen. Daher kann die Mariendistel auch bei Leberschäden, die durch Alkohol oder Lösungsmittel verursacht wurden, helfen. Damit zählt die Mariendistel zu den Heilpflanzen für die Leber, die dem Schutz dieses Organs, der Leberregeneration und Normalisierung der Gallenfunktion dienen. Die Mariendistel kann im Idealfall folgende Wirkungen haben: zeitweilig erhöhte Leberenzymwerte verbessern oder normalisieren sich und Patienten fühlen sich subjektiv wohler, da Symptome wie Appetitstörungen, Blähungsneigung und Obstipation sich bessern. Leiden Patienten unter Leberzirrhose, kann mit Mariendistelextrakten die überlebenschance verbessert werden. Einige der gebräuchlichsten Präparate seien genannt : Cefasilymarin 140 Filmtbl., Legalon 140 Kps, hepa-loges Kps., Silibene 140 Filmtbl. oder Hepar-Pasc®, die Dosierung beträgt im Allgemeinen 3x1, sollte aber mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Das ärztliche Beratungsgespräch ist natürlich auch wichtig, um individuell den Sinn und die Notwendigkeit der Anwendung der Mariendistel zu klären. Der Leberbezug der Pflanze steht in enger Beziehung zu ihrer Wirkung der Abgrenzung auf der seelischen Ebene. Auch die Leber muss ständig entscheiden, was sie für den Organismus als brauchbar oder nicht brauchbar empfindet. Das Brauchbare wird in den Blutkreislauf entlassen, das Unbrauchbare nierengängig gemacht bzw. über Galle und Darm ausgeschieden. Ähnlich steigert die Mariendistel auf der seelischen Ebene die Fähigkeit zur Unterscheidung, was zur eigenen Eigenart passt und was nicht. Das zur Wahrung der Individualität Unpassende kann dann leichter von der Seele ferngehalten werden, was im Sinne einer ganzheitlichen Stabilisierung die beste Prophylaxe für somatische und psychische Erkrankungen darstellt.
Wie hilft Aloe vera?
Seit geraumer Zeit beobachte ich in den Medien sowie im Angebot der Reformhäuser und Naturkostläden einen wahren "Aloe vera"-Boom. Angeblich helfen Präparate, aus dieser Pflanze hergestellt, in gleichsam wundersamer Weise gegen alle möglichen körperlichen Beschwerden. Als Betroffene mit einem Ovarial-Ca ( Krebsgeschwulst der Eierstöcke ) bitte ich um Ihre kritische Bewertung.
In der Naturheilkunde und biologischen Medizin ist Aloe vera seit alters her als Heilpflanze mit vielfältig günstigen Wirkungen bekannt. Es ist aber kein Allheilmittel wie es in unkritischen Pressemeldungen oder Werbeschriften häufig dargestellt wird! äußerlich angewandt wirkt das aus dem Mark der Blätter gewonnene Gel bei Hautausschlägen, Brand- und Schnittwunden sowie Insektenstichen entzündungshemmend. Als Saft bzw. in homöopathischer Potenzierung als Tabletten oder Dilution (= alkoholischer Lösung) eingenommen, kann Aloe regenerativ auf die Darmschleimhaut einwirken und, was für Tumorkranke besonders wichtig ist, das Immunsystem aktivieren. Allerdings sollte beim Kauf von Aloe-Produkten auf ein Qualitätssiegel des "International Aloe Science Council, IASC" geachtet werden, um nach bestimmten Regeln angebaute, geerntete, verarbeitete und konservierte Produkte zu erhalten. Bei homöopathischen Präparaten können Sie den geforderten Qualitätsstandard voraussetzen. Wegen der abführenden Wirkung einerseits und um Wechselwirkungen mit anderen biologischen Mitteln zu klären ist bei langfristiger Einnahme die Rücksprache mit einem erfahrenen naturheilkundlichen Arzt sinnvoll.
Wie wirken Heilpilze?
Nach einer Darmkrebsoperation ohne notwendige Nachbehandlung von Seiten der konventionellen Medizin habe ich verschiedene biologisch unterstützende Therapien begonnen. Von einer mitbetroffenen Patientin habe ich gehört, dass Heilpilze auch bei Krebserkrankungen eingesetzt werden können. Was halten Sie davon?
Präparate aus so genannten Heilpilzen (insbesondere Shiitake, Reishi, Agaricus blazeii Murill und Maitake) werden seit längerem in Japan in der Krebstherapie eingesetzt und in der traditionellen chinesischen Medizin seit mehreren tausend Jahren verwendet. Diese Speisepilze wirken antioxidativ, entgiftend und enthalten u.a. acht essentielle Aminosäuren. Sie haben einen hohen Gehalt an Eisen, Selen und B-Vitaminen. Von großem Interesse ist ihr relativer Gehalt an Polysacchariden bzw. Beta-Glucanen (langkettige Zuckerverbindungen). Diese besitzen eine immunstimulierende Wirkung und werden vorwiegend präventiv und kurativ im Sinne einer Immunmodulation in der Krebstherapie eingesetzt. Laboruntersuchungen und eine große Anzahl von Studien bestätigen diese Wirkung. In den letzten Jahren wurden verstärkt Anstrengungen unternommen, diese Wirkmechanismen mit naturwissenschaftlichen Methoden verstehen zu lernen. Frau Dr. Fan stellte vergangenes Jahr bei dem GfBK-Kongress in Celle aktuelle Untersuchungen zu antikanzerogenen (krebshemmenden) Effekten von Heilpilzen an der Berliner Charité vor. Besonders die so genannten Polysaccharide wurden wie gesagt eingehend untersucht. Leider gibt es bisher zu deren Anwendung am Patienten nur Einzelfallberichte und wenige Beobachtungsstudien, in denen sich jedoch der im Tierversuch beobachtete Effekt einer Anti-Tumorwirkung und Immunstärkung bestätigen ließ. In Japan ist Lentinan (Shiitake) sogar für die Anwendung bei Patienten mit Magen oder- Darmkrebs offiziell zugelassen. Insofern sind Heilpilze eine Maßnahme, die begleitend zur Krebstherapie eingesetzt werden können. Allerdings sollte man bei der Wahl der Produkte darauf achten, dass keine Schadstoffe in den Pilzen enthalten sind. Fragen Sie also nach der Anbauweise und noch besser einer Rückstandkontrolle. Im GfBK-Info "Heilpilze" finden Sie weitere Informationen.
Wundermittel Haelan 951?
Im Zusammenhang mit einer Ernährungsberatung im Hinblick auf meine Brustkrebserkrankung wurden von Ihrer Gesellschaft sojahaltige Lebensmittel empfohlen. In meiner Selbsthilfegruppe habe ich nun von Haelan 951 als einem neuen, sehr wirksamen Krebsmedikament auf Sojabasis gehört und möchte es gerne anwenden. Was halten Sie davon? (Signal 2-2005)
Bei dem Produkt handelt es sich um einen fermentierten Sojaextrakt. Durch die Fermentierung wird laut Herstellerangaben die Wirksamkeit der Isoflavone verstärkt. Die im Soja enthaltenen wirksamen Pflanzenbestandsteile und Mikronährstoffe werden dabei in kleinere Bestandteile von molekularer Größe aufgespalten, womit eine bessere biologische Verfügbarkeit erzielt werden soll. Da die enthaltenen Mikronährstoffe vom Körper besonders gut aufgenommen werden, wurde Haelan 951 zunächst als Nahrungsergänzung in der Krankenhausernährung eingesetzt, um die Proteinversorgung von Krebspatienten zu verbessern. Nach Herstellerangaben verstärkt das Produkt in Kombination mit einer Chemotherapie zusätzlich den Effekt des natürlichen Absterbens von Krebszellen, weil es deren zelleigenen Schutzmechanismus vollständig ausschaltet und durch Freisetzung eines bestimmten Inhaltsstoffes (MTD-13) im Körper in den Krebszellen den "programmierten Zelltod" auslöst. Ein erneutes Zellwachstum soll durch die Soja-Phytinsäureverbindungen im Haelan verhindert werden. Ob letztere Wirkung allerdings auch auf den menschlichen Organismus übertragen werden kann, ist derzeit noch ungeklärt, da bisher noch keine veröffentlichten Studien an Krebspatienten vorliegen. Es gibt lediglich Tier- oder Laborversuche, aus denen leider sehr weitreichende Schlüsse für die Anwendung des Präparates gezogen werden. Ebenso ist für uns der sehr teure Preis dieses Nahrungsergänzungsmittels nicht nachvollziehbar. Bevor Sie dieses Präparat anwenden, sollte anderen etablierten Verfahren der biologischen Krebsmedizin der Vorzug gegeben werden. Wir möchten Ihnen auch zu bedenken geben, dass diese Therapieform allenfalls nur ein Teilaspekt einer biologischen Krebsbehandlung sein kann.
Prostatakrebs
Boron
Ich bin an Prostatakrebs erkrankt, wurde operiert und bestrahlt und fühle mich heute gesund. Zu welchen unterstützenden Maßnahmen im Rahmen einer biologischen Zusatztherapie raten Sie? Immer häufiger taucht bei uns in der Selbsthilfegruppe die Frage auf, welchen Nutzen Boron im Rahmen einer Rezidivprophylaxe bei Prostatakrebs haben könnte. Ein Apotheker warnte mich sogar vor unkalkulierbaren Schäden bei der Einnahme von Boron. Was meinen Sie und welche Dosierung würden Sie gegebenenfalls empfehlen? (Signal 2-2006)
Grundsätzlich empfehlen wir zur Rezidivprophylaxe bei Prostatakrebs abwehrstärkende Maßnahmen, z.B. mit einer Mistel- oder Thymustherapie und die Gabe von bestimmten Vitaminen und Spurenelementen (insbesondere Selen, Vitamin E und Vitamin D3) sowie einen speziellen Gelbwurz-Tomaten-Drink, da insbesondere dem Kurkumin wichtige antitumoröse Eigenschaften gerade bei Prostatakrebs nachgesagt werden. (Das Rezept erhalten Sie jederzeit gern bei der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V.) Nahrungsergänzung mit Boron - die bioorganische Verbindung eines Bor-Salzes - ist bei an Prostatakrebs erkrankten Männern unserer Ansicht nach vorsichtig zu empfehlen. So zeigen Studien, dass Prostatakrebspatienten niedrigere Boronspiegel als gesunde Männer aufweisen und dass durch zusätzliche Gabe von Boron ein Fortschreiten von Prostatakrebs über die Hemmung der PSA-Aktivität verhindert werden kann. Ob jedoch Boron zusätzlich als Präparat eingenommen werden sollte oder ob es nicht einfach nur ausreicht, bestimmte Nahrungsmittel zu bevorzugen, kann gegenwärtig noch nicht eindeutig beantwortet werden. Sicher ist nur, dass die tägliche Aufnahme etwa 2 - 3 mg betragen sollte und in dieser Menge auf jeden Fall keine negativen Auswirkungen hat. Sinnvoll ist auch eine Kombination mit einer vermehrt vegetarischen Ernährung. Natürliche Boronquellen sind Trauben, getrocknete Früchte, Avocados, Rotwein und Traubensaft. Diese enthalten neben Boron auch viele andere wertvolle bioaktive Pflanzenstoffe, die bei Prostatakrebs hilfreich sein können. Andere bei Prostatakrebs günstige Pflanzenstoffe sind z.B. in gedünsteten Tomaten, Olivenöl und Soja enthalten. In asiatischen Ländern, in denen vorwiegend diese Lebensmittel konsumiert werden, treten nur ein Fünftel so viel Prostatakrebserkrankungen auf wie bei uns.
Curcumin (Gelbwurz) und Prostatakrebs
Ich bekam unlängst in der Prostata-Selbsthilfegruppe die Empfehlung, zusätzlich zu einem biologischen Therapiekonzept Curcumin Kapseln zur Behandlung meines Prostatakrebses im Frühstadium (Krebs der männlichen Vorsteherdrüse) einzunehmen. Was halten Sie davon? (Signal 3-2003)
Kurkuma (Gelbwurz) ist ein traditionelles indisches Gewürz und gehört zur Ingwerfamilie. Das Gelbwurzpulver ist die Basis der bei uns bekannten Currygewürzmischung. In der indischen Medizin (Ayurveda) wird Gelbwurz als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt,sei es innerlich als Magentonikum, als blutreinigendes Mittel, bei Leber- und Harnwegserkrankungen bzw. äußerlich bei Hauterkrankungen. Die Bedeutung von Kurkuma in der Medizin hat mit der Entdeckung der antioxidativen (=Radikalenfänger) und entzündungshemmenden Eigenschaften der im Kurkuma natürlich vorkommenden sogenannten Phenole enorm zugenommen. Bisher zwar nur im Laborversuch nachgewiesen kann Kurkuma speziell bei Prostatakrebs die Umwandlung von hormonabhängigen Prostata-Zellen (= die Zellen, die auch auf eine Hormonblockade-Therapie ansprechen) zu hormonunabhängigen Krebszellen verzögern sowie den spontanen Zelltod (= Apoptosis) beider Zelltypen auslösen helfen. Anstatt der Einnahme der recht teuren handelsüblichen Kurkuma Kapseln empfehlen wir eine mögliche natürliche Zubereitung eines Gelbwurz-Drinks nach folgendem Rezept: 500 ml Tomatensaft 5 g Gelbwurzpulver (erhältlich in gut sortierten Bio-Läden oder Reformhäusern, ca. € 1,20 pro 100 g) 1 g schwarzen Pfeffer 3 EL bestes Olivenöl Alles zusammen gut mit einem Mixstab sämig verrühren. Der Cocktail kann täglich auf einmal oder über den Tag verteilt über einen Zeitraum von zunächst vier Wochen getrunken werden. Da Gelbwurz in Indien zur Nahrungszubereitung in einer Dosis von täglich bis zu mehreren 100 mg verwendet wird, brauchen Sie mit Sicherheit keine überdosierung zu befürchten.
Knochenversiegelung bei Prostatakrebs
Durch einen Bekannten habe ich erfahren, dass auf dem Jubiläumskongress der GfBK Anfang Mai in Heidelberg in einem Workshop für Prostata-Ca-Erkrankte eine so genannte "Knochenversiegelung" als Vorbeugung gegen Knochenmetastasen empfohlen wurde. Was ist darunter zu verstehen? (Signal 3/2003)
Zur Knochenversiegelung werden sogenannnte Bisphosphonate eingesetzt. Sie sind Substanzen, die ins Knochengewebe aufgenommen werden und dort die Zellen hemmen, die für den geregelten Knochenabbau zuständig sind. Sie sind synthetische Phosphorverbindungen, die auch in den Knochen eingebaut werden und dort über Jahre verbleiben. Bisher wurden Bisphosphonate vor allem bei bereits bestehender Knochenmetastasierung eingesetzt. In der Tat ist die genannte Empfehlung für Prostata-Ca-Erkrankte vor allem sinnvoll, so lange noch keine Knochenmetastasen aufgetreten sind. Dabei wird ein Bisphosphonat-Präparat wie z. B. Zoledronsäure (Zometa®) 3 - 4 Mal im Abstand von jeweils vier Wochen als Infusion verabreicht. über eine Stabilisierung des Knochenstoffwechsels kann eine Knochenversiegelung im Sinne einer Metastasenprophylaxe (=-vorbeugung) erwartet werden. Das Präparat "Zometa®" zeichnet sich gegenüber dem bisher gebräuchlichen Präparat "Aredia" durch eine bessere Verträglichkeit und wesentlich kürzere Infusionszeit aus.
Paprika / Casaicin
Ich bin 62 Jahre und habe Prostatakrebs. Ich habe nun gelesen, dass Paprika gegen Prostatakrebs wirken soll. Was wissen Sie darüber? (Signal 1/2007)
Der Wirkstoff Capsaicin scheint wie viele sekundäre Pflanzenstoffe den natürlichen Zelltod von Tumorzellen zu fördern. So stellten Forscher der Universität von Kalifornien fest, dass der Schotenextrakt das Wachstum von Prostatakrebszellen bei Mäusen reduzierte. Insgesamt verabreichten die Wissenschaftler den Mäusen über die Nahrung Capsaicin-Mengen, die drei wöchentlichen Dosen von 400 mg für einen 100 Kilo Mann entsprechen. Soviel Capsaicin steckt, je nach Schärfegrad, in drei bis acht mexikanischen Habanera-Schoten, der schärfsten bekannten Chilisorte. Unser Kritikpunkt: In der Praxis dürfte es schwierig sein, diese Menge zu sich zu nehmen. Klinische Studien bei Tumorpatienten zu dieser Substanz sind bisher noch nicht durchgeführt worden. Außerdem ist letztendlich im Reagenzglas oder im Tierversuch für viele Antioxidantien in Obst und Gemüse nachgewiesen worden, dass sie entweder die Tumorentstehung verhindern oder das Tumorwachstum hemmen. Dazu gehören eine Reihe von sekundären Pflanzenstoffen, schätzungsweise über zehntausend Substanzen! Infolge Ihres weit verbreiteten Vorkommens in Obst und Gemüse halten wir es deshalb für besser, eine Krebsvorbeugung in Form von einer ausgewogenen vielseitigen Vitalkost mit viel Obst und Gemüse gegenüber isolierten Einzelextrakten vorzuziehen. Die Palette der sekundären Pflanzenstoffe kommt in einer Vielzahl von Gemüsen (besonders in Broccoli, Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Sojabohnen und Tomaten) bis hin zu Gewürzen, Kaffee, Tee, Wein und Heilkräutern vor. Interessant ist für Prostatakrebsbetroffene insbesondere die Tatsache, dass Männer, die häufig Ketchup, Tomatenmark oder Tomatensaft verzehren, weniger häufig an Prostatakrebs erkranken. Diese Beobachtung wird auf das in Tomaten enthaltene stark antioxidativ wirksame Lycopin zurückgeführt. Lycopin wird durch vorheriges Erhitzen der Tomaten wohl besser für den Körper verfügbar gemacht, daher ist die bessere vorbeugende Wirkung von z.B. Tomatensaft im Gegensatz zu "rohen Tomaten" zu erklären. Diese Wirkung kann man sich mithilfe des sogenannten Gelbwurz-Tomaten-Drink zunutze machen. Grundsätzlich empfehlen wir zur Rezidivprophylaxe bei Prostatakrebs abwehrstärkende Maßnahmen, z.B. mit einer Mistel- oder Thymustherapie und die Gabe von best. Vitaminen und Spurenelementen (insbesondere Selen, Vitamin E und Vitamin D3) sowie den oben genannten Gelbwurz-Tomaten-Drink. Informationen hierüber können Sie bei der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr anfordern. {backbuton}
Totaloperation der Prostata
Bei mir (62 Jahre) wurde ein Prostata-Carcinom (Krebs der männlichen Vorsteherdrüse) durch eine Stanzbiopsie gesichert. Nun rät mir der Urologe zu einer baldigen Totalentfernung der Prostata (Prostatektomie). Bisher kann ich mich nicht zu dieser Entscheidung durchringen. Neben der Impotenz fürchte ich eine dauerhafte Inkontinenz (unwillkürlicher Harnabgang). Der Urologe geht auf meine Bedenken zu wenig ein. Gibt es aus Ihrer Sicht eine Möglichkeit, die Prostata zu erhalten? (Signal 1-2003)
Wir teilen Ihre Bedenken. Nach den Ergebnissen einer jüngst veröffentlichen Langzeitstudie aus Skandinavien leiden 80 - 100% der Totaloperierten bleibend an Impotenz und etwa 30-50 % an Inkontinenz. Wir empfehlen Ihnen statt der Total-OP die Prostata erhaltende Therapieform der HIFU (= hoch intensiv fokussierter Ultraschall) als Alternative in Erwägung zu ziehen und zusätzlich die baldmögliche Durchführung eines biologischen Therapiekonzeptes. Evtl. kann zunächst auch die Einleitung einer antihormonellen Therapie sinnvoll sein. Die offizielle Lehrmeinung sieht bei lokal begrenzten Tumoren der Prostata zwar weiterhin den operativen Eingriff als notwendige Sofortmassnahme an, Sie als Patient können aber auch eine andere Entscheidung fordern. Das Uniklinikum München - Harlaching und Regensburg sind zwei Institutionen, die über Erfahrung dieser Methode bei Prostatakrebs verfügen. Es wäre daher unbedingt für Sie ratsam eine 2. Meinung einzuholen. Detaillierte Informationen über die "HIFU" können Sie im Internet über www.prostatakrebse.de oder www.prostata-therapie.de, was die biologische Therapieverfahren betrifft, über die Hauptgeschäftsstelle der GfBK erhalten.
Veränderungen des PSA-Wert
Als begeisterter Freizeitsportler fahre ich regelmäßig mehrmals pro Woche mit dem Fahrrad Strecken von 40 bis 80 km. Körperlich fühle ich mich (67 Jahre alt) in sehr guter Verfassung, gesundheitliche Probleme kenne ich nicht. Lediglich in der Familie sind viele Krebserkrankungen bekannt, so dass ich sehr wachsam bin. Die letzte Vorsorgeuntersuchung beim Urologen ergab einen unauffälligen Tastbefund, jedoch einen PSA-Wert von 4,8. Der Urologe drängt zu einer sofortigen Biopsie. Was soll ich tun? (Signal 2/2002)
Ihre Ausgangssituation bedarf zunächst einer weiteren Abklärung der Prostata mittels einer Ultraschalluntersuchung vom Enddarm aus, der so genannten TRUS (= transrektaler Ultraschall). Weiterhin sollten die Blutwerte des freien und des gebundenen PSA bestimmt werden. Aus dem Quotienten ergeben sich mögliche Hinweise auf eine gutartige Vergrößerung der Prostata (= BHP, benigne Prostatahyperplasie). Wenn Sie beim intensiven Fahrradfahren keinen Spezielsattel mit Entlastung der Dammregion benutzen, kann auch dadurch eine PSA-Wert-Erhöhung mitverursacht werden. Auch andere Faktoren können zu einer PSA - Werterhöhung beitragen. Auch wenn Sie mit Sicherheit den PSA -Wert in gewissen Zeitabständen kontrollieren sollten, raten wir Ihnen von einer Stanzbiopsie zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab.
Psyche
Familienstellen
Zu Ihrem 11. Internationalen Kongress in Heidelberg haben Sie den bekannten Therapeuten Bert Hellinger zu einem Vortrag und Seminar eingeladen. Im SPIEGEL Anfang Februar las ich, dass Herr Hellinger sehr umstritten ist und sogar Patienten in seinen Seminaren demütigt. Können Sie mir kurz Ihre Beweggründe erläutern, warum Sie Herrn Hellinger dennoch zu Ihrer Veranstaltung einladen ? (Signal 2/2002)
Der GfBK ist vollkommen bewußt, dass das Familienstellen nach Hellinger sowohl in Fachkreisen als auch in der Laienpresse sehr kontrovers diskutiert wird. Das von Hellinger geprägte Verfahren passt einerseits nicht in das Weltbild der heutigen Schulpsychologie, andererseits bringen zuviele selbsternannte und nicht adäquat ausgebildete Therapeuten dieses sehr tief wirkende Verfahren in Verruf. Der aggressiv-manipulativ gehaltene Spiegel-Artikel jedoch ist ein mustergültiges Beispiel politischer Meinungsmanipulation und zeichnet sich durch eine schlechte Recherche aus, die man jedoch erst bemerkt, wenn man mit dem Thema etwas vertrauter ist. Wenn auch die GfBK nicht mit allen äusserungen von Bert Hellinger konform geht, so kann von einer Demütigung von Patienten natürlich nicht die Rede sein ! Die Gfbk integriert bewußt auch kontrovers diskutierte Themen bei ihren Veranstaltungen. Denn so unterschiedlich wie die Patienten sind, sind auch die Mittel und Methoden, die den Patienten helfen. So ist es durchaus möglich, dass für einige Teilnehmer das Familienstellen nach Hellinger keine adäquate Methode darstellt. Für andere Patienten ist das Familienstellen aber vielleicht ein ganz wichtiger Punkt auf ihrem Weg zur Genesung und diesen Patienten soll die Methode nicht vorenthalten werden. Bei dem Familienstellen nach Hellinger handelt es sich um eine Methode, bei dem auf einer sehr tiefen Ebene Emotionen angesprochen und angeregt werden. Der Therapeut sollte sehr sensibel und in der Methode erfahren sein, damit Patienten nicht in eine mögliche Krise stürzen. Darum sollte man sich gut kundig machen, bei wem man einen Kurs oder Seminar durchführt. Außerdem sollte gerade bei tiefergehenden Problemen auch eine therapeutische Nachbetreuung gewährleistet sein.
Selbstheilungskräfte
Seit ich an Darmkrebs erkrankt bin, bemühe ich mich, ein mir von der GfBK empfohlenes biologisches Therapiekonzept konsequent durchzuführen. Dabei versuche ich, schwerpunktmäßig meine Selbstheilungskräfte über Psyche, Geist und Körper zu aktivieren und zu stärken. Gibt es eigentlich eine Hierarchie unter diesen drei Dimensionen des menschlichen Seins? (Signal 1-2003)
Es gibt eine eindeutige Hierarchie unter den drei Dimensionen des menschlichen Seins. An der Spitze steht die Psyche, gefolgt von Geist und erst dann kommt die Körperebene. Psyche, Geist und Körper sind wie aus der Psychoneuroimmunologie bekannt in einer ständig engen Wechselbeziehung. Was harmonisierend auf der Ebene der Psyche einwirkt (z. B. Verfahren wie die Visualisierung nach Simonton, klassische Homöopathie, Bach-Blüten-Therapie, Reiki, Qi Gong) wird über das Vegetativum bzw. das zentrale Nervensystem auf die Körperebene durch die entsprechenden biochemischen Botenstoffe übertragen und begünstigt dort alle regulativen Prozesse einschließlich einer Aktivierung des Immunsystems. In umgekehrter Richtung trägt Wohlbefinden auf der Körperebene wesentlich zu einer besseren Stimmungslage bei.
Schilddrüsenkrebs
Mistel bei Schilddrüsenkrebs
Wegen eines papillären Schilddrüsenkrebses wurde ich vor einem halben Jahr operiert. In meiner Selbsthilfegruppe kam die Misteltherapie zur Sprache und deren Anwendung wurde von vielen Mitpatientinnen als sehr positiv geschildert. Ist die Misteltherapie auch für mich empfehlenswert ? Gibt es Studien zur Anwendung von Mistel bei Schilddrüsenkrebs? (Signal 4-2004)
Wegen der relativen Seltenheit des Schilddrüsen-Karzinoms gibt es bezüglich der Misteltherapie keine Studien. Die Notwendigkeit und das Ansprechen einer Misteltherapie sind allerdings auch hier von der immunologischen Ausgangssituation abhängig. Bei operierten Patientinnen mit papillärem Schilddrüsenkarzinom ist aufgrund der guten Prognose jedoch fraglich, ob eine Rezidivprophylaxe mit Mistel tatsächlich notwendig ist. Bei über 45-jährigen Patienten halten wir eine Misteltherapie aber in den meisten Fällen für empfehlenswert.
Selen und Schilddrüsenkrebs
Ich habe Schilddrüsenkrebs gehabt, mit Total-OP und Radiojodtherapie. Im Mai muss ich eine weitere Radiojodtherapie machen. Man riet mir nun, Selen als Nahrungsergänzungsmittel zu mir zu nehmen. Eine ärztin für Naturheilkunde riet mir jedoch davon ab, da Selen Bestandteil des Schilddrüsenhormons sei. Was ist richtig? (Signal 2-2006)
Die Gabe des Spurenelementes Selen während der Strahlentherapie ist insofern sinnvoll, als das Selen als Radikalenfänger im Wesentlichen die gesunden Zellen vor Schädigung schützen kann. Außerdem existieren zahlreiche Hinweise dafür, dass Tumorzellen anders reagieren als gesunde Zellen und dass Tumorzellen insbesondere durch Selen eher empfindlicher für die Standardtherapie werden, auf jeden Fall aber nicht geschützt werden. So wiesen Rodemann et al. nach, dass mit Selenit behandelte Normalgewebszellen bei Bestrahlung eine höhere überlebensrate aufwiesen als Nichtbehandelte. Die Rolle von Selen ist übrigens für eine normale Schilddrüsenfunktion sehr wichtig. So konnte in Studien gezeigt werden, dass Schilddrüsenfunktionsstörungen häufig mit einem Mangel an Selen einhergehen und ein Selenmangel so genannte Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse begünstigen können. Eine negative Beeinflussung von Schilddrüsenkrebs ist jedoch nicht bekannt. Daher ist die zusätzliche Gabe von Selen insbesondere unter dem Aspekt der Erhöhung der Strahlenempfindlichkeit empfehlenswert.
Strahlentherapie
Sauerstofftherapien
Von einer Bekannten mit ähnlichem Krankheitsbild und ähnlichen Therapieschemata habe ich die Empfehlung erhalten, die im Anschluss an meine Brustkrebs-Operation angesetzte Strahlentherapie mit einer Sauerstoff-Inhalationstherapie im häuslichen Umfeld zu begleiten. Was halten Sie davon? (Signal 1/2001)
Wir empfehlen Ihnen, die Strahlentherapie durch ein biologisches Therapiekonzept, zu der auch eine Sauerstoff-Inhalationstherapie zählen kann, im häuslichen Umfeld zu begleiten. Sie können dadurch erfahrungsgemäß die Nebenwirkungen der Bestrahlung wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Hautreizungen im Bestrahlungsfeld deutlich verringern. Die Wirkung der Strahlentherapie wird dadurch mit Sicherheit nicht verringert. Einzelheiten zur Durchführung dieses unkomplizierten Verfahrens können Sie nach Rücksprache mit dem ärztlichen Beratungsdienst unserer Gesellschaft bzw. einem speziellen Informationsblatt der GfBK erfahren.
Selen bei Bestrahlungen
Ich werde wegen eines Enddarmkrebses lokal bestrahlt. Meiner Meinung nach enthält Ihre Broschüre „Nebenwirkungen aggressiver Therapien lindern” einen Fehler. Selen darf nach der Meinung meines Strahlentherapeuten auf keinen Fall bei oder nach einer Strahlenbehandlung aufgenommen werden. Ein Spezialvortrag über Strahlentherapie auf dem Berliner Krebskongress hat mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass Selen eine Strahlentherapie behindern kann. Es würde nicht nur die gesunden Zellen schützen, sondern auch die Tumorzellen. Wieso empfehlen Sie dennoch die Gabe von Selen ?
Die Gabe von Selen während der Strahlentherapie ist insofern sinnvoll, als das vierwertige Selen (Se4+) als Radikalfänger im Wesentlichen die gesunden Zellen vor Schädigung schützt: Die während einer Strahlentherapie entstehenden freien Radikale greifen sowohl die Tumorzellen als auch die umliegenden gesunden Zellen an. Während die Tumorzellen aufgrund der Strahlen-Fokussierung auf das befallene Gewebe vollständig zugrunde gehen, werden die Normalzellen je nach Abstand zum Bestrahlungsfeld mehr oder weniger geschädigt. Bei jeder Zellschädigung entstehen jedoch freie Radikale, die sich über das Plasma im Körper verteilen und so sekundär weitere gesunde Zellen angreifen. Das systemisch verabreichte vierwertige Selen (Se4+) fängt die Radikale im Extrazellulärraum ab und schützt so vor sekundärer Zerstörung gesunder Zellen. Wir geben zu bedenken, dass es keinerlei Literaturhinweise gibt, die den befürchteten Effekt einer Schutzwirkung von Selen auf Tumorzellen nahe legen. Dagegen existieren zahlreiche Hinweise dafür, dass Tumorzellen anders auf Selen reagieren als gesunde Zellen und dass Tumorzellen durch Selen eher empfindlicher für die Standardtherapie werden, aber auf jeden Fall nicht geschützt werden. So wiesen Rodemann et al. nach, dass mit Selenitbehandelte Normalgewebszellen bei Bestrahlung eine höhere Überlebensrate aufwiesen als Nichtbehandelte. In Tumorzellen war diese radioprotektive (strahlenschützende) Aktivität hingegen nicht nachweisbar. Ein anderer Versuchsansatz zeigte sogar, dass selenitbehandelte Tumorzellen empfindlicher auf Strahlung reagieren (Hehr et al. 1999). Dieses Phänomen konnte durch weitere Untersuchungen bestätigt werden. Insofern können wir der Empfehlung nicht folgen, Selen während Strahlentherapie nicht einzusetzen.
Vitamine während Bestrahlung
In einem Artikel einer Zeitschrift für Krebskranke habe ich gelesen, dass ein renommierter Ernährungsexperte, Herr Prof. Dr. Biesalski zwar grundsätzlich bei Tumorleiden die Anwendung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen befürwortet, von der Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen unter Chemo- und Strahlentherapie aber abrät. Gefährde ich den Erfolg meiner Strahlentherapie, wenn ich zusätzlich bei der Behandlung Vitamine einnehme? (Signal 4-2004)
Prof. Biesalski empfiehlt in seiner Aussage völlig zu Recht die Einnahme von Antioxidantien (d.h. Vitaminen und Spurenelementen) bei operativen Eingriffen und mit deutlichen Einschränkungen auch bei belastenden Therapien (wie z. B. Strahlentherapie oder Chemotherapie). Auf die Frage nach dem nötigen zeitlichen Abstand antwortet Biesalski allerdings etwas verwirrend: "Patienten dürfen die Ernährung bis unmittelbar vor der Behandlung mit antioxidativen Vitaminen ergänzen. Nach Abschluss einer Bestrahlung darf man sofort wieder beginnen, nach einer Chemotherapie muss man drei Tage warten." Durch Untersuchungen ist bekannt, dass der Bedarf an Antioxidantien während belastender Therapien ansteigt. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass durch Schädigungen der Darmschleimhaut essentielle Nährstoffe nur ungenügend aufgenommen werden können. In Studien an Patienten konnte eine Beeinträchtigung der Wirksamkeit von schulmedizinischen Therapien durch Gabe von Antioxidantien jedoch nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Die Gabe von Vitaminen und Spurenelementen reduziert die Nebenwirkungen belastender Therapien, wie z. B. der Schleimhäute. Es gibt sogar Studien, die zeigen, dass z. B. durch die Gabe von Selen gesunde Zellen vor Strahlung geschützt, Tumorzellen hingegen strahlensensibler werden. Insofern können wir der Empfehlung nicht folgen, unter laufender Therapie keine Antioxidanzien einzunehmen. Vorsicht gegeben ist lediglich bei der Einnahme von hochdosierten Gaben von Vitamin B12 (ab 100µg pro Tag) während laufender Chemotherapie, da Vitamin B12 an Zellteilungsprozessen beteiligt ist und dadurch sich schnell teilende Zellen, wie z.B. Blutzellen oder Krebszellen unterstützen kann. In den hier in Deutschland erhältlichen Nahrungsergänzungspräparaten ist Vitamin B12 aber meist nur in niedrigen Dosierungen enthalten. Weitere Ausnahmen: Hochdosierte Vitamin-C-Infusionen sollten erst wieder etwa 48 Stunden nach Chemotherapie gegeben werden. Selen jedoch kann unproblematisch unmittelbar vor der Chemotherapie auch hochdosiert als Infusion verabreicht werden, um die Verträglichkeit einer Chemotherapie zu verbessern und Belastungen zu minimieren. Orale Vitaminkombinationen können jedoch unbedenklich während einer Chemo- oder Strahlentherapie eingenommen werden. Unterstützt werden sollte dies durch eine vitalstoffreiche Ernährung bevorzugt mit Vollkorngetreide und -produkte (nicht zu grob!); Rohkost (in kleinen Mengen); Biogemüse; naturbelassene pflanzliche öle und Fette (insbesondere Olivenöl und Leinöl).
Therapien
Anthroposophische Medizin
Durch meine Kinder habe ich sehr positive Erfahrungen mit der Anthroposophischen Medizin gemacht. Nun bin ich selbst an einem Ovarialcarcinom erkrankt, wurde inzwischen operiert und soll in Bälde eine Chemotherapie durchführen. Welche Meinung haben Sie über die anthroposophische Medizin insbesondere im Hinblick auf Tumorerkrankungen? (Signal 2/2002)
Die GfBK sieht die anthroposophische Medizin als wichtige Wegbereiterin für ein ganzheitliches Denken in der Medizin. Im Bereich der Tumorerkrankungen verdanken wir ihr die Misteltherapie als inzwischen am häufigsten angewandten biologischen Therapie-verfahren, insbesondere zur Aktivierung des Immunsystems und Verbesserung der Lebensqualität. Die künstlerischen Therapien Plastizieren, Malen, Musizieren wie auch die Eutonie sind wichtige Methoden zur Harmonisierung der Seele und somit zur Stärkung der Selbstheilungskräfte. Nur die Ernährungsratschläge der anthroposophischen Medizin werden von uns eher skeptisch gesehen, da gerade Tomaten und Kartoffeln aufgrund ihres Reichtums an sekundären Pflanzenstoffen sehr gesundheitsfördernd sind. Bei stationärer Behandlung in einer anthroposophischen Kliniken erfährt die (der) Erkrankte eine verstärkte persönliche Zuwendung und Betreuung, ausgerichtet an dem Menschenbild des Begründers der Anthroposophie Rudolf Steiner. Adressen von anthroposophischen Kliniken finden Sie unter "Kliniksuche".
Bachblüten
Nach einer Brustkrebs-Operation unterziehe ich mich aktuell einer Strahlentherapie. Da ich durch die Erkrankung und die Therapie seelisch und körperlich belastet bin, wurde mir von einer Heilpraktikerin unterstützend die Bach-Blütentherapie empfohlen. Was versteht man darunter und inwiefern kann mir diese Therapie helfen? (Signal 3-2003)
Die Bach-Blütentherapie basiert auf den Erkenntnissen des englisches Arztes Edward Bach.Demnach können homöopathische Aufbereitungen wässriger Auszüge von 38 verschiedenen Blüten wild wachsender Pflanzen und Bäume bei der Auflösung seelischer Disharmonien und blockierter Energiepotentiale unterstützend auf den Gesamtorganismus wirken. Er ging davon aus, dass fast alle Patienten in einer jeweils typisch-individuellen Gemütshaltung auf Krankheiten reagierten. Hilfe zur Selbsthilfe ist der Kerngedanke der Bachblütentherapie. Im Gegensatz zu homöopathischen Hochpotenzen, die nur von erfahrenen Homöopathen verordnet werden sollten, sind Bachblüten völlig ungefährlich und heftige Reaktionen werden nicht berichtet. Als bewährte Kombination in Ihrem Fall käme eine Mischung der Blüten Nr. 2 (Aspen) und Nr. 20 (Mimulus) gegen Ängste, die Nr.1 (Agrimony) zur inneren Harmonisierung, die Nr. 10 (Crab Apple) als Reinigungsblüte, die Nr. 23 (Olive) und 37 (Wild Rose) gegen körperliche und seelische Erschöpfung und die Nr. 35 (White Chestnut) gegen ständiges Gedankenkreisen in Frage. Lassen Sie sich eine solche Mischung von Ihrer Heilpraktikerin zusammenstellen und nehmen Sie täglich 4 x 4 Tropfen direkt aus der Flasche ein. Sie können relativ rasch eine mitunter deutliche Verbesserung Ihres Allgemeinbefindens feststellen. Die Tropfen können unproblematisch zusätzlich zu anderen Medikamenten eingenommen werden, Nebenwirkungen der Bach-Blütentherapie sind nicht bekannt.
Palliative Begleitung
Mein Vater (75 Jahre alt) wurde wegen eines inoperablen Bronchial-Carcinoms (Lungenkrebs) mit einer Chemotherapie behandelt. Nach zwei Zyklen traten derart massive Nebenwirkungen auf, dass die Chemotherapie abgebrochen wurde. Was können wir im häuslichen Umfeld noch für ihn tun? (Signal 2-2003)
Die ärztliche Versorgung im häuslichen Umfeld sollte eine stets ausreichende Schmerztherapie beinhalten sowie bei Problemen in der Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme eine entsprechende Nahrungsergänzung durch Infusionen umfassen. Weiterhin können über eine Sauerstoff-Inhalationstherapie, eine täglich praktizierte Misteltherapie und über den Einsatz von Bach-Blüten-Notfalltropfen (Rescuetropfen) die Lebensqualität und die Psyche des Erkrankten entscheidend stabilisiert werden. Ein einfühlsamer Fußreflexzonentherapeut kann auch sinnvoll zur Entspannung Ihres Vaters beitragen. Schließlich sollten Sie nicht vergessen, dass geeignete Musik, die Ihren Vater anspricht, sowohl Angstgefühle vermindern wie auch spirituelle Dimensionen öffnen kann. Ein mögliches Therapiekonzept "Häusliche Versorgung Tumorerkrankter im Endstadium" können Sie auf Anfrage bei der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr erhalten.
Redifferenzierungstherapie – neue Hoffnung bei fortgeschrittenem Krebsleiden?
Nach einer Darmkrebs-OP vor fünf Jahren mit nachfolgender Chemotherapie wegen befallener Lymphknoten wurden bei mir Anfang 2005 Lebermetastasen diagnostiziert. Trotz umfangreicher therapeutischer Bemühungen mit LITT (Laser induzierter Thermotherapie) und erneuter Chemotherapie hat die Lebermetastasierung leider zugenommen. Nun setze ich meine ganze Hoffnung auf die „Redifferenzierungstherapie nach Dr. Kremer”. Wie ist Ihre Meinung dazu? (Signal 1/2007)
Immer wieder werden neue interessante Behandlungskonzepte in den Medien zur Diskussion gestellt und wecken natürlich das Interesse von betroffenen Krebskranken. Im Zellsymbiose-Konzept von Dr. Kremer wurden 2001 sechs besonders bedeutsame Eigenschaften von Krebszellen aufgeführt, die nach seinen Erkenntnissen einen dauerhaften Therapieerfolg erschweren:
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Zellteilung auch ohne externe Wachstumssignale,
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Wachstum trotz Stopp-Signal der Nachbarzelle,
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Umgehen des normalen Selbstzerstörungsprogramms ,
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Stimulation der Neubildung von Blutgefäßen,
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Gewinn potenzieller Unsterblichkeit sowie
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Invasion und Bildung von metastasierenden Tochterzellen.
Aus diesen Erkenntnissen und daraus abgeleiteten biochemischen Reaktionsketten im Organismus entwickelte Dr. Kremer seine sogenannte Redifferenzierungstherapie. Vereinfacht ausgedrückt soll aufgrund seiner Theorie eine Krebszelle wieder in eine normale Körperzelle zurückdifferenziert werden.
Die therapeutischen Vorgaben beinhalten dabei hauptsächlich Nahrungsergänzungsmittel bzw. antioxidativ wirksame Substanzen („Radikalenfänger”) wie z. B. Quercetin, Curcumin, Glutathion und als Enzymmuster Bromelain, die in der komplementären Onkologie schon zum Teil seit längerem angewandt werden.
Präparate und Originaldosierungsvorgaben nach Dr. Kremer können über folgende Adresse nachgefragt werden: www.mecoline.de. Bitte bedenken Sie aber, dass es sich hier nicht um eine neutrale Informationsstelle, sondern um Herstellerangaben handelt.
Wer mehr über die Redifferenzierungstherapie nachlesen will, kann dies im Fachbuch von Dr. Kremer: „Die stille Revolution der Krebs- und Aids-Medizin”, erschienen im Ehlers-Verlag, ISBN 3-934196-14-6, tun.
Von Seiten der GfBK fällt eine Nutzen-Risiko-Bewertung der eingesetzten Präparate zurückhaltend aus. Trotz einiger positiver klinischer Untersuchungen für einzelne Substanzen liegen das Gesamtkonzept betreffend weder ausreichend wissenschaftlich aussagefähige Ergebnisse oder genügend überzeugende Erfahrungswerte von ärztlichen Anwendern vor. Auch wenn das gedankliche Modell dieser Therapieform für uns durchaus plausibel klingt und Sie keine schädlichen Nebenwirkungen befürchten müssen, ist die Anwendung im Einzelfall genau zu prüfen. In Ihrer speziellen Situation empfehlen wir Ihnen eine Beratung durch den ärztlichen Beratungsdienst der GfBK, aus dem Sie bewährte biologische Therapievorgaben in Ihrem Erkrankungsfall erwarten können.-
Vitamin C – sinnvolles Aufbaumittel ?
Mein Heilpraktiker hat mir zum Aufbau Vitamin-C-Kuren als Infusionen empfohlen. Können Sie dies auch empfehlen und was sollte man dabei beachten? (Signal 3/2008)
Krebspatienten leiden besonders häufig an Vitamin-C-Mangel, aber die meisten wissen es nicht. Besonders nach einer klassischen Behandlung mit Operation, Strahlen- oder Chemotherapie ist der Verbrauch an Vitamin C so hoch, dass der Vitamin-C-Spiegel unter die Nachweisgrenze sinken kann. Jeder 30. Krebspatient entwickelt sogar die Vitamin-C-Mangel-Erkrankung Skorbut, an der früher Seefahrer erkrankten, die monatelang ohne frisches Obst und Gemüse auskommen mussten. Diese Mangelerscheinungen lassen sich durch eine Hochdosis-Vitamin-C-Infusion vermeiden. Außerdem verbessert sich die Lebensqualität der Patienten deutlich. Das belegt eine Studie an 788 Brustkrebspatientinnen, in der 409 Frauen nach der Operation zusätzlich zur konventionellen Behandlung 7,5 g Vitamin C erhielten, das in der Regel ein bis zweimal pro Woche über einen Zeitraum von 6 Monaten injiziert wurde. Die anderen 379 Patientinnen bildeten die Kontrollgruppe. Die Ergebnisse sprachen eindeutig für die Vitamin-C-Behandlung: Diese Patientinnen waren in einem besseren Allgemeinzustand und auch ihr psychisches Befinden war deutlich besser.
Bereits vor etwa 30 Jahren haben erste klinische Studien ergeben, dass Krebspatienten von intravenös verabreichtem Vitamin C profitieren können. So berichteten Cameron und Pauling in der 70er Jahren, dass hoch dosiertes Vitamin C die Überlebenszeit von Krebspatienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen verlängert. Den Patienten wurden 10 g Vitamin C pro Tag gespritzt. Wie so oft wurde auch diese Studie wegen ihres Aufbaus heftig kritisiert: Die Patienten, welche das Vitamin C erhielten, waren nicht zufällig bestimmt worden (keine Randomisierung). Außerdem äußerten Kritiker Zweifel an der Vergleichbarkeit mit der Kontrollgruppe.
Daraufhin führte kurze Zeit später die Mayo-Klinik zwei Studien durch, in der ebenfalls 10 g Vitamin C gegeben wurden. Diese Studie entsprach den Kriterien der Kritiker. Die Ergebnisse zeigten hier aber keine Wirkung des Vitamin C gegen Krebs, sie standen im Widerspruch zu der vorangegangenen Studie. Allerdings gab es einen entscheidenden Unterschied: Cameron und Pauling hatten das Vitamin gespritzt und damit den Magen-Darm-Trakt umgangen. Die Studien der Mayo-Klinik waren jedoch mit Vitamin-C-Präparaten zum Schlucken durchgeführt worden.
Diese Ergebnisse untermauerten die Vermutung, wonach hoch dosiertes Vitamin C gespritzt werden sollte, um eine Wirkung gegen Krebs zu entfalten, denn die Kapazität des Darms zur Aufnahme von Vitamin C ist begrenzt. Eine aktuelle Studie von Levine hat außerdem gezeigt, dass hoch dosiertes Vitamin C Krebszellen unschädlich macht, während gesunde Zellen unbehelligt bleiben. Ein möglicher Wirkungsmechanismus könnte sein, dass sich unter Vitamin-C-Einfluss in Krebszellen vermehrt zellschädigendes Wasserstoffperoxyd bildete. Offensichtlich wirkt Vitamin C im Tumorgewebe anders als in gesunden Zellen.
Eine kurmäßige hoch dosierte Verabreichung von Vitamin C als Infusion hat sich insbesondere zur Stärkung des Allgemeinbefindens und zur Tumorabwehr bewährt. In der Nachsorge und bei Metastasen wird hoch dosiertes Vitamin C insbesondere bei stark geschwächten Patienten über zunächst 8-10 Infusionen angewandt.
Patienten mit Nierensteinen sollten zunächst vorsichtig mit der Einnahme großer Mengen von Vitamin C sein. Sprechen Sie in diesem Fall immer mit Ihrem behandelnden Arzt.
Hersteller empfehlen außerdem, Vitamin C zeitversetzt zur Chemotherapie zu verabreichen, da klinische Daten über mögliche Wechselwirkungen bisher nicht vorliegen. Wird Vitamin C vor der Chemotherapie als Infusion gegeben, sollte der Abstand mind. 24 Stunden betragen. Bei Vitamin C-Infusionen nach der Chemotherapie empfehlen die Hersteller einen Abstand von mindestens 3 bis 4 Halbwertszeiten der angewendeten Chemotherapeutika. Außerdem sollte Vitamin C nicht zusammen mit anorganischem Selen verabreicht werde, da sich deren Wirkungen sonst gegenseitig aufheben. Hier wird ein Abstand von mindestens 2 Stunden empfohlen.Was sind Angiogenese-Blocker
Als ein bisher erfolgreich behandelter Krebskranker (Gehirntumor mit Operation und Bestrahlung vor etwa 6 Jahren) verfolge ich mit Interesse die Veröffentlichungen über Fortschritte in der Krebsforschung. Neuerdings lese ich öfter über sogenannte "Angiogenese-Blocker". Was ist darunter zu verstehen?
Schon ein winziger Tumor von einem Millimeter Größe muss an das Blutsystem angeschlossen werden, um mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt zu werden. Dazu schüttet er Stoffe aus, die dafür sorgen, dass vom bestehenden Gefäßsystem Adern in den Tumor einwachsen. Dieser Prozess heißt Angiogenese. Wenn man diesen Prozess stoppen kann, wird der Tumor nicht mehr durchblutet. Er wird am Wachstum gehindert, und wird günstigstenfalls von jeglicher Blutversorgung abgeschnitten, sodass er verschwindet. Darum richtet sich die Forschung vermehrt auf Stoffe, die dazu eingesetzt werden können, den Tumor daran zu hindern, eigene Blutgefäße auszubilden. über die neu entstandenen Wege wird der Tumor aber nicht nur versorgt, sondern es können außerdem Tumorzellen in die Blutbahn gelangen und Metastasen bilden. Da die Entstehung von Metastasen in erster Linie von der Angiogenese abhängt, wäre eine Blockierung der Angiogenese ein großer Erfolg. Jetzt steht Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs eine Antikörpertherapie zur Verfügung: Ein Medikament mit diesem neuen Wirkprinzip, Bevacizumab, verhindert die Bildung neuer Blutgefäße, über die sich der Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt - der Tumor wird regelrecht ausgehungert. Diese neue Waffe gegen den Krebs kann Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs ein deutlich längeres Leben ermöglichen. In Tierexperimenten ist die Wirksamkeit von Stoffen, die dazu in der Lage sind, bei Lungenkrebs bereits nachgewiesen. In Freiburg gibt es auch schon eine klinische Studie, bei der vor allem die Verträglichkeit eines neuentwickelten Antiangiogenese-Blockers geprüft wird. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Tabletten gut vertragen werden, dass der Tumor zu wachsen aufhört und in einigen Fällen sogar zurückgeht. Demnächst wird eine europäische Studie mit SU5416 anlaufen, einem Stoff, mit dem in Amerika bereits ermutigende Ergebnisse bei Darmkrebs erzielt wurden.
Wie lange dauert die Therapie?
Vor einem Jahr hatte ich eine Totaloperation der Prostata. Seither führe ich konsequent nach Empfehlungen der GfBK ein "Biologisches Therapiekonzept" mit verschiedenen Schwerpunkten durch. Wie lange ist ein solches Programm eigentlich angesagt? (Signal 2-2003)
Diese Fragestellung lässt sich keinesfalls pauschal beantworten. Die beiden ersten Jahre nach Diagnosestellung einer Tumorerkrankung gelten allgemein als Zeitraum, in dem am häufigsten ein Rezidiv (Krankheitsrückfall) oder eine Metastasierung (Tochtergeschwülste) auftreten können. Daher sollten Sie Ihr biologisches Programm zumindest in diesem Zeitraum konsequent durchführen. Danach sind je nach individueller Bewertung, insbesondere was den bisherigen Verlauf der Erkrankung, die therapeutischen Massnahmen der konventionellen Medizin und Ihren aktuellen Allgemeinzustand betrifft, Veränderungen des Therapiekonzeptes sinnvoll. Hierbei wird sicher eine Reduzierung der biologischen Massnahmen im Sinne einer verstärkten Intervalltherapie und längeren Behandlungspausen zu diskutieren sein. Bei gewünschten Therapieänderungen empfehlen wir Ihnen diese in Absprache mit Ihrem/r Therapeuten/-in oder dem ärztlichen Beratungsdienst der GfBK vorzunehmen.
Wo finde ich einen Arzt?
Nach einer Ovarial-Ca-Erkrankung mit Operation und Chemotherapie möchte ich gerne langfristig konsequent ein biologisch-komplementäres Therapieprogramm durchführen. Die ausführlichen Detailinformationen Ihrer Gesellschaft haben mich darin bestärkt und sehr überzeugt. Nun bin ich auf der Suche nach einer geeigneten ambulanten Versorgung, d. h. einer kompetenten Praxis, die mich bei der Umsetzung Ihrer Empfehlungen unterstützt. Ist es sinnvoll, eine onkologische Schwerpunktpraxis bzw. eine Onkologin oder einen Onkologen damit zu betrauen? (Signal 2-2003)
Unsere biologischen Therapieempfehlungen umzusetzen bedeutet zunächst einmal, dass Sie recht viel selbständig durchführen können. Dennoch ist die Anbindung an eine dafür aufgeschlossene und kompetente ärztlich Praxis sinnvoll und zweckmäßig. Neben Rezepten und ärztlichen Bescheinigungen benötigen Sie bei verschiedenen Immuntherapien in gewissen Abständen auch Laboruntersuchungen über Ihr Immunsystems. Die Realität ist leider, dass in den onkologischen Schwerpunktpraxen und bei Ärztinnen/Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Onkologie immer noch zu häufig ein ausschließlich schulmedizinisches Vorgehen befürwortet wird und unsere Vorschläge sehr prinzipiell abgelehnt werden. Im Hinblick auf die Umsetzung unserer Empfehlungen ist es daher oft besser eine Ärztin oder einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren aufzusuchen. Am wichtigsten allerdings ist es - unabhängig davon welche Ausrichtung eine Praxis hat -, dass Sie zu Ihrem betreuenden Arzt ein gutes Vertrauensverhältnis haben und sich als Mensch mit Leib und Seele angenommen fühlen. Nur wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin all Ihren Fragen mit Offenheit begegnet und Sie sich nicht nur als ein Fall betrachtet fühlen ist eine gute Vertrauensbasis möglich. Hier finden Sie die Therapeutensuche auf unserer Internetseite.
Wundermittel bei Krebs
Eine Bekannte von mir ist an Darmkrebs mit Lebermetastasen erkrankt. Von Anfang an versuchte ich, sie für ein ganzheitliches Therapiekonzept zu interessieren. Leider bisher ohne Erfolg. Stattdessen sucht sie täglich im Internet, in Fernsehsendungen und in der Presse nach Wundertherapien, die ihre Prognose entscheidend verbessern sollen. Wie bewerten Sie diese Einstellung? (Signal 3/2001)
Wir registrieren seit geraumer Zeit leider eine Entwicklung, die Ihren Schilderungen entspricht. Statt ein sinnvolles und ausgewogenes biologisches Therapiekonzept in Ergänzung der schulmedizinischen Therapie durchzuführen, verwenden viele Erkrankte zu viel Zeit, Energie und Geld, um verschiedene sogenannte Wundertherapien aufzuspüren und durchzuführen. Viel hilft nicht immer viel! Bei jeder Tumorerkrankung und in jedem Stadium besteht die Möglichkeit einer Orientierungshilfe über sinnvolle und bewährte Therapiemöglichkeiten durch die Gesellschaft für biologische Krebsabwehr (GfBK). Versuchen Sie, Ihre Bekannte zu motivieren, den ärztlichen Beratungsdienst der GfBK zu konsultieren. Die Beratungszeiten sind montags bis donnerstags von 9.30 bis 16.00 Uhr, freitags 9.30 bis 15.00 Uhr und mittwochs 9.30 bis 19.00 Uhr.
Wundermittel Ukrain?
In einer Fernsehsendung wurde unlängst ein Präparat mit dem Namen Ukrain angepriesen. Angeblich könne man damit Tumorerkrankungen heilen. Was halten Sie davon?
Das Präparat Ukrain wird aus Essenzen des Schöllkrauts (lateinisch Chelidonium) hergestellt. Schöllkraut ist eine in unserem Kulturkreis sehr bekannte Heilpflanze und hat sich speziell bei Erkrankungen der Leber bewährt. Bei Tumorerkrankungen eingesetzt, zerstöre Ukrain nach Angaben des Herstellers Krebszellen, indem es die Zellteilung hemmt. Zellen von gesundem Gewebe blieben dabei unbeeinflußt. Weiterhin soll Ukrain das Immunsystem stärken und die Neubildung von tumorversorgenden Blutgefäßen hemmen. Es sei absolut ungiftig und ohne Nebenwirkungen. In der Regel würde Ukrain intravenös injiziert. Die Dosierung richte sich nach dem Grad der Erkrankung und sei deshalb individuell unterschiedlich. Bisher liegen keine Studienergebnisse vor, die den Effekt von Ukrain an einer entsprechend großen Zahl von Tumorerkrankten beweisen. Daher sollten nicht zuviel Hoffnung und Erwartung in dieses Präparat gesetzt werden. Keinesfalls ist es ratsam, wegen Ukrain bewährte biologische Therapien wie z.B. die Misteltherapie zu vernachlässigen bzw. abzusetzen.
Umwelt
Blasenkrebs durch Haarfarbe?
Eine Bekannte von mir, die an Blasenkrebs erkrankt ist, färbt sich regelmäßig die Haare. Nun habe ich gelesen, dass durch Haarefärben ein erhöhtes Blasenkrebs-Risiko wissenschaftlich nachgewiesen sei. Ist das so richtig? (Signal 4-2002)
Mit Sicherheit waren diese Färbemittel nicht alleine Ursache der Erkrankung Ihrer Bekannten. Aber: wer sich regelmäßig und ohne Unterbrechung die Haare färbt, hat nach statistischen Aussagen tatsächlich ein erhöhtes Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Gleiches gilt für Berufsgruppen, die regelmäßig mit Färbechemikalien in Berührung kommen wie z. B. Friseure. Verantwortlich dafür sind gewisse chemische Verbindungen aus den Färbemitteln, die so genannten "Arylamine", die beispielsweise auf die Blasenschleimhaut kanzerogen (= Krebs erzeugend) einwirken können. Um dieses Risiko so gering wie möglich zu halten, empfiehlt die GfBK, auf regelmäßiges Haarefärben mit chemisch-synthetischen Substanzen möglichst zu verzichten.
Erhöhtes Krebsrisiko
Kann man generell sagen, dass bestimmte Berufsgruppen ein erhöhtes Krebsrisiko aufweisen?
Nicht nur die GfBK vertritt die Meinung, dass Berufsgruppen mit über Jahre dauerndem engem und intensivem Kontakt zu sogenannten kanzerogenen (= Krebs erzeugenden) Stoffen ein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko aufweisen. Vor allem im Zusammenhang mit ausgeprägten psychischen, genetischen und/oder weiteren Umweltbelastungen kann dieses Risiko deutlich erhöht sein. Als Beispiele sind Berufein Laboratorien, in der chemischen Industrie, in der Fotoentwicklung, in Tankstellen und chemischen Reinigungsbetrieben, im Friseurhandwerk, in Lackierbetrieben und im konventionellen Land- und Weinbau zu nennen. Tumorerkrankten aus den aufgeführten Risikogruppen ist anzuraten, sich einer umweltmedizinischen Diagnostik unterziehen. Weiterführende Informationen bekommen Sie über die interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED).
Untersuchung auf Wasseradern
Nach meiner Brustkrebserkrankung habe ich auf die Empfehlungen des ärztlichen Beratungsdienstes der GfBK in Heidelberg hin mit einem biologischen Therapiekonzept begonnen. Dazu gehört auch die Abklärung möglicher Belastungsfaktoren in Form sogenannter Herd- oder Störfelder, wie z. B. des Schlafplatz. Wie kann ich schon im Vorfeld die Fachkompetenz eines Rutengängers bzw. seine Seriosität bewerten?
Schon beim telefonischen Erstkontakt, d. h. vor einer Terminvereinbarung, sollten Sie die Fachkompetenz und Seriosität eines Rutengängers mit folgenden Fragen und Antworten abklären: Ist der Rutengänger dogmatisch und überbewertet er seine Kompetenz, dann sollten Sie seine Aussagen kritisch sehen. Der Rutengänger sollte Ihnen zusichern, dass eine Skizze des Schlafplatzes mit Ihrer Schlafposition in Bezug auf festgestellte Wasseradern, Erdstrahlen und auf beide die Erde überziehenden Gitternetze wie das Curry- und das Hartmann-Gitter angefertigt wird. Die Skizze dient dazu, Kreuzungslinien unter Ihrer Schlafposition und damit mögliche Organbelastungen aufzuzeigen. Wie hoch sind die Kosten der Untersuchung des Schlafplatzes? Maximal 150-200 Euro halten wir für zulässig. Werden Abschirmmethoden wie z. B. Kupfermatten, Korkplatten oder Edelsteine empfohlen? Ein Nein auf diese Frage ist unbedingt notwendig, da Hilfsmittel zur Abschirmung völlig nutzlos und überdies teuer sind! Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie dem Informationsblatt „Erdstrahlen” unserer Gesellschaft entnehmen.
Vorbeugung
Krebsprophylaxe
In meiner Familie sind Mutter und Schwester an Brustkrebs erkrankt. Ich (32 Jahre alt) lebe seither mit der Angst, auch daran zu erkranken. Was kann ich vorbeugend tun? (Signal 3-2003)
Sie sollten vorbeugend regelmäßig eine Brust-Selbstuntersuchung 3 - 7 Tage nach Beginn der Regelblutung durchführen. Es gibt inzwischen darüber ein Lernprogramm, das sogenannte "MammaCare-System". Falls Sie eine Veränderung des Brustgewebes ertasten, wäre baldmöglichst eine ärztliche Kontrolle und Abklärung sinnvoll. Weiterhin können Sie über verschiedene biologische Diagnostik- bzw. Therapieverfahren Ihr Immunsystem testen bzw. aktivieren sowie etwaig bestehende Herd- und Störfelder (können das Immunsystem schwächen) abklären und korrigieren. Eine vollständige Zusammenfassung dieser Vorschläge im Sinne eines Vorsorge-Therapie-Konzeptes können Sie über die zentrale Beratungsstelle der GfBK in Heidelberg erhalten.
Zahngesundheit
Ist eine Zahnsanierung sinnvoll?
In einem bekannten deutschen Wochenmagazin habe ich unlängst einen sehr negativ gehaltenen Bericht über die alternative Zahnmedizin und über einige ihrer Opfer gelesen. Als Krebskranke bin ich nun sehr verunsichert, ob ich eine geplante Zahnsanierung mit Entfernen meiner zahlreichen Amalgamfüllungen überhaupt durchführen soll? (Signal 2/2002)
Kein Bereich der Medizin, auch nicht der sogenannten "alternativen" oder "biologischen" Zahnmedizin war und ist gegen negative Entwicklungen bzw. extreme Auswüchse gefeit. Innerhalb einer ganzheitlich orientierten Medizin gilt der Zahn-Kiefer-Apparat unstrittig als potentielles Herd- bzw. Störfeld, von dem negative Effekte auf einzelne Organe oder Organsysteme bzw. den Gesamtorganismus ausgehen können. Eine streng sachkundig betriebene und nicht an finanziellem Gewinnstreben ausgerichtete biologische Zahnmedizin bewertet z. B. Amalgamfüllungen, das gleichzeitige Vorhandensein verschiedener Metall-Legierungen, wurzeltote Zähne, aber auch Implantate als mögliche Belastungsfaktoren insbesondere für das körpereigene Immunsystem. Somit sollte nach Meinung der GfBK bei Tumorerkrankungen auch eine Abklärung auf mögliche Zahn-Kiefer-Störfelder vorgenommen werden. Zahnärztliche Sanierungsvorschläge, die offenkundig in Gebissverstümmelungen münden bzw. mit überhöhten finanziellen Forderungen einhergehen, bedürfen der kritischen Kontrolle einer kompeteten Zweitmeinung. Dabei kann die Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin (GZM) www.gzm.org, oder der Bundesverband der naturheilkundlich tätigen Zahnärzte (BNZ) www.bnz.de mit Adressen helfen. Hier finden Sie das GfBK-Info „Ganzheitliche Zahnmedizin".


